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Erweiterung des Tierschutzprogramms
Liquid
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Beitrag #72780 | 18.09.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Erweiterung des Tierschutzprogramms
Bundesweite Themen: Umwelt, Tierschutz, Verkehr, Energie
Unverbindliches Meinungsbild (5–6 Tage): Thema 1621
Ereignis: Neues Thema
Phase: Neu (1 day 05:59:38 left)
i3593: Erweiterung des Tierschutzprogramms
Zitat:
Um das Tierschutzprogramm der PPÖ zu erweitern, soll für ein Meinungsbild vorerst ein Überblick über wichtige Themen im Tierschutz gegeben werden. Bisher gibt es nur einen Programmpunkt über Tierschutz in der Nutztierhaltung. Daher soll im folgenden Verlauf über die genannten Punkte abgestimmt werden.
1. Verlagerung der Subventionen für tierwirtschaftliche Betriebe. Subventionen sollen nach hohen Tierschutzstandards in Betrieben gerichtet sein, bzw. muss die Produktion von Obst und Gemüse mehr gefördert werden.
Begründung: Bisher werden solche Betriebe am meisten subventioniert, die auf Profit und Effizienz auf Kosten von Umwelt, Tiere und Menschen ausgerichtet sind (Vermögende Bauern werden zusätzlich subventioniert). Nur 1% der landwirtschaftlichen Subventionen geht an den Obst und Gemüse Anbau und 80% an die Tierindustrie.
2. Verbandsklagerecht für Tierschutzvereine.
Begründung: Soll Tierschutzvereine ermächtigen, die Einhaltung des Tierschutzgesetzes zu fordern.
3. Singvogelfang im oö Salzkammergut muss verboten werden.
Begründung: Das Tierschutzgesetz muss auch für Singvögel gelten.
4. Zumindest die Hälfte des Angebots in Kantinen soll vegetarisch/vegan sein.
Begründung: So ist ein Veggie-Day hinfällig, da alle Ernährungs-Interessen unterstützt werden.
5. Kostenwahrheit durch Umweltsteuer auf tierliche Produkte. Dafür soll biologisches Obst und Gemüse für alle leistbar werden.
Begründung: Nutztierhaltung macht 1/3 des ökologischen Fußabdrucks aus!
Bei der Produktion tierlicher Nahrungsmittel ist der Einfluss auf die Umwelt enorm - Wasserverschmutzung, Rodung von Wäldern für Futtermittel oder Weideflächen, etc.
Der Anteil an Treibhausgasen aus der Nutztierhaltung macht 18 - 51% (verschiedene Berechnungen) aller Treibhausgase aus. Quelle: http:www.worldwatch.org/files/pdf/Livestock%20and%20Climate%20Change.pdf (51%) , http:www.fao.org/newsroom/en/news/2006/1000448/index.html (18%)
Beim Anbau von Futtermittel werden Pestitzide verwendet, die negativen Einfluss auf Insekten und Bodenleben haben.
6. Fiaker in den Städten sollen durch Rickshaws ersetzt werden. (Wie in Wien bereits teilweise vorhanden)
Begründung: Pferde, als Fluchttiere, fühlen durch die dauernde Lärmbelastung Stress und müssen bei Hitze und Kälte stundenlang am Asphalt verbringen. Aber auch den Fiakern soll die Möglichkeit geboten werden, einen anderen (tierfreundlicheren) Beruf auszuüben. 
Tierschutz ist nicht auf die Aktivitäten von Tierschutzvereinen beschränkt, sondern ein globales Thema. Mit meinen Anregungen, auf welche noch mehr folgen werden, möchte ich auch politisches Interesse für Tierschutz wecken.
ironirene
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Beitrag #73019 | 19.09.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Erweiterung des Tierschutzprogramms
Ist der Singvogelfang nicht bundesweit verboten? Meines Wissens nach schon...oder gibt´s für Salzburg etwa Ausnahmen?
Gewissensfreiheit

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Beitrag #73055 | 20.09.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Erweiterung des Tierschutzprogramms
Nein, das ist leider noch nicht bundesweit verboten. OÖ Salzkammergut ist die einzige Gegend in Ö, wo das noch jeden Herbst legal stattfindet.
Dort ist es sogar durch die UNESCO geschützt, weshalb man eine Streichung aus der Liste fordern muss. Dabei kann man zum Beispiel argumentieren, dass Tierschutz seit 2013 Verfassungsrang hat und somit das Tierschutzgesetz (nach dem das Fangen und Austellen von Wildtieren verboten ist) auch für Singvögel zu gelten hat.
Derzeit Anonym
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Beitrag #72981 | 19.09.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Erweiterung des Tierschutzprogramms
(18.09.2013 )Liquid schrieb:  
1. Verlagerung der Subventionen für tierwirtschaftliche Betriebe. Subventionen sollen nach hohen Tierschutzstandards in Betrieben gerichtet sein, bzw. muss die Produktion von Obst und Gemüse mehr gefördert werden.
Begründung: Bisher werden solche Betriebe am meisten subventioniert, die auf Profit und Effizienz auf Kosten von Umwelt, Tiere und Menschen ausgerichtet sind (Vermögende Bauern werden zusätzlich subventioniert). Nur 1% der landwirtschaftlichen Subventionen geht an den Obst und Gemüse Anbau und 80% an die Tierindustrie.

Insbesondere diesen Punkt finde ich unglaublich wichtig. Dass die Tierindustrie mit Tierqual ihre Profite hochhält & sich auch noch auf Kosten aller dafür subventionieren lässt, ist wohl so ziemlich das "unpratischste" was es geben kann.

Gute Liste, stimme voll zu.
Finde das sogar noch zu "moderat". Die Piraten könnten denke ich gut in den Medien Punkten indem mal in deutlichen Worten gefordert wird, was "das Volk wirklich will", statt alles immer so politisch abzuschwächen, dass man SPÖ & FPÖ & Grüne (& ÖVP) auch mit im Boot hat. Wenn wir uns immer den Mächtigeren & Stärkeren zum Steigbügelhalter machen, indem wir unsere Überzeugungen kleinreden, hat doch keiner einen Grund #PIRAT zu wählen.

Wie seht ihr das?
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Beitrag #73309 | 22.09.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Erweiterung des Tierschutzprogramms
(18.09.2013 )Liquid schrieb:  
6. Fiaker in den Städten sollen durch Rickshaws ersetzt werden.
Gibts nicht vielleicht eine Forderung die ein bissl mehr auf den kulturellen Hintergrund der Sache eingeht, als das mit asiatischen Rikschas zu ersetzen?
Gewissensfreiheit

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Beitrag #72839 | 18.09.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Erweiterung des Tierschutzprogramms
Ad 4.
"Zumindest die Hälfte des Angebots in Kantinen soll vegetarisch/vegan sein.
Begründung: So ist ein Veggie-Day hinfällig, da alle Ernährungs-Interessen unterstützt werden."
Update: Ich bin darauf aufmerksam gemacht worden, dass eine sehr ähnliche Forderung bereits vorhanden ist. Damit ist dieser Punkt vorerst hinfällig. Danke für den Hinweis.
Gewissensfreiheit

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Beitrag #73089 | 20.09.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Erweiterung des Tierschutzprogramms
Wie kommt das, dass einige Kommentare einfach ausgeblendet wurden?

Also für alle, die interessiert sind, alle Kommentare zu lesen, müssen auf "Ignorierte Beiträge einblenden" klicken.
Jojo
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Beitrag #74005 | 25.09.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Erweiterung des Tierschutzprogramms
Die angesprochenen Punkte find ich super Smile

Ergänzung:
- Einführung eines unabhängigen Kontrollsystems :Team der Kontrolleur/-innen sollten sich aus unbefangenen Tierschutzexpert/-innen zusammensetzen, die in Zusammenarbeit mit einer neu eingeführten Tierschutzabteilung der Polizei bereits bestehender Tierschutzgesetze kontrolliert.Vielleicht möchte sich auch das Amt für Terrorismusbekämpfung einmal sinnvoll einbringen und die wirklichen Mafiosi bekämpfen Wink falls sich zuwenig Beamte für die Tierschutzabteilung finden. Hm???
Begründung:bisheriges Kontrollsystem völlig unzureichend

- Änderung des Tierschutzparagrafen in der Verfassung (umfassender Tierschutz)
sodass das Wohlbefindens des Lebewesens Tier über tierquälerischen Praktiken in "Kunst", "Kultur", "Tradition" "Wissenschaft" oder "Religion" gestellt wird (hier würd z.B. auch das Verbot des Singvogelfang hineinfallen)
- Förderung von Tierheimen/Gnadenhöfen; Abschaffung der Hundesteuer dafür Steuer auf Tierzucht
Begründung: Überfüllung von Tierheimen

- Einschränkung von Lebendtiertransporten, Fahrtzeitbeschränkungen bis zum nächstgelegenen Schlachthof (max. Stunden Was ist realistisch?)

-Verbot der Hobbyjagd und extrem tierqäulerischer Jagdmethoden wie Baujagd, Gatterjagt, Fasanerien;

- Förderung von jagdfreien Nationalparks; Freie Entscheidung der Waldbesitzer, ob in ihrem Wald gejagd werden darf, oder nicht.

-Bau von Wildübergängen über Straßen/Autobahnen

-Vielleicht nicht gleich die Todesstrafe (siehe Frank) Wink aber doch schärfere Konsequenzen für Tierquälerei (sofortiger Verlust des Waffenscheines etc.)

- Jagd und Tierversuche sollen auch unter das Tierschutzgesetz fallen

- Verbot des Handels mit Tierpelzen
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Beitrag #72859 | 18.09.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Erweiterung des Tierschutzprogramms
Bei der Hälfte der Forderungen geht es eigentlich mehr um Menschenrechte als um Tierschutz: Da die österreichische Tierindustrie 80 (!) mal mehr Subventionen erhält als die Obst- und Gemüsebauern, und aber keine Umweltsteuern zahlen muss sondern teilweise auch noch steuerlich besser gestellt ist (zb halb so viel MwSt auf Kuhmilch als auf Pflanzenmilch), können sich viele Menschen kein tierleidfreies Leben leisten. Es ist aber nicht so, dass Fleisch (Milch, Eier etc) ökonomisch oder gar ökologisch billiger wären als pflanzliche Alternativen. Die Kosten für das billige Fleisch etc werden einfach abgewälzt: auf alle, die mit ihrer Mehrwertsteuer, Einkommenssteuer etc die Subventionen bezahlen; auf zukünftige Generationen, weil sie die Umweltkosten und Klimakosten werden tragen müssen; auf die hungernden Menschen in den Futtermittelexportländern (80% der hungernden Kinder leben in Nahrungsmittelexportländern (Quelle: Vandana Shiva), 65% der Futtermittelimporte stammen aus Entwicklungsländern (Quelle: Landwirtschaftsministerium)). Gleichzeitig findet aber auch eine massive Umverteilung statt, denn derzeit subventionieren drei Arbeiter einen Bauern und 80% aller Landwirtschaftssubventionen gehen an Milliardäre, Adelige, ÖVP-Bauernbundfunktionäre und Großkonzerne (Quelle: Hans Weiss, Schwarzbuch Landwirtschaft).

Bei der anderen Hälfte der Forderungen, ist es eine Frage der Integrität. Wer gegen Ausbeutung und Diskriminierung ist, sollte auch bei jenen Formen von Ausbeutung und Diskriminierung, von denen er nicht betroffen ist, zumindest schrittweise Verbesserungen anstreben.
Bei Singvogelfang und Fiakern, aber auch bei der Jagd handelt es sich um sinnlose Traditionen einer von Herrschaft und Hierachien geprägten Gesellschaft, die in einer modernen Gesellschaft einfach nichts mehr verloren haben. Im Kanton Genf wurden Winterfütterung und Hobbyjagd 1974 per Volksentscheid abgeschafft. Alle Gschichterl der Jäger haben sich als Unsinn erwiesen. Ich würde fürs Parteiprogramm auch noch eine Volksabstimmung über die Abschaffung der Hobbyjagd vorschlagen.
Hansi
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Beitrag #72795 | 18.09.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Erweiterung des Tierschutzprogramms
Eine Erweiterung des Tierschutzprogrammes wäre eigentlich für jede Partei ein Muss.

Da wir gerade auf eine ökologische Krise zusteuern, die durch weltweite Misswirtschaft und Ausbeutung von Land, Tier und Mensch ausgelöst wurde, muss ein intersektionelles Programm geschaffen werden um diese Krise abzuwenden.
Im Bezug auf Tierschutz sollte daher eine erhöhte Sensibilität der Leute im Bezug auf ihren Fleischkonsum geschaffen werden, der in hohem Maße zu CO2 Emissionen beiträgt und einen immensen Wasserverbrauch mit sich zieht. Eine Ausweitung des vegetarischen bzw. veganen Angebotes in Kantinen usw. wäre daher von allgemeinem Interesse.

Weiters ist Tiernutzung nur eine weitere Form der Ausbeutung, bedingt durch unser hirarchisch kapitalistisches System. Parteien gegen Ausbeutung von Menschen sollten also auch gegen Ausbeutung anderer Spezies agieren.




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