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Guter Glaubenserwerb bei CC-Inhalten
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Beitrag #57839 | 30.06.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Guter Glaubenserwerb bei CC-Inhalten
Was mir eingefallen ist:
Könnten wir nicht Guten Glaubenserwerb bei CC-Inhalten fordern?

Als Beispiel:
Derzeitige Gesetzeslage bei Gegenständen: Jemand kauft bei einem Fahrradhändler ein Rad, das zuvor gestohlen wurde. Da es bei eine Händler meist als guter Glaubenserwerb gilt kann er ursprüngliche Besitzer das leider gar nicht zurückfordern und kann höchstens etwas von Dieb einfordern (der meistens kein Geld hat). Das obwohl der Gegenstand weg ist.

Wie schaut das aber zB bei Musik aus?

Als Beispiel: Jemand lädt von einem Portal, das CC-Musik anbietet ein Album herunter (das ev. kommerzielle Nutzung erlaubt) und verwendet das irgendwo. Es stellt sich nun heraus, dass dieses Album nicht unter die CC-Lizenz fallen darf, weil zB
a) der Künstler sich schon bei einer anderen Verwertungsgestellschaft registriert hat, oder
b) die Musikindustrie vielleicht absichtlich als Falle dort selber etwas geschütztes hochgeladen hat.

In dem Fall sehen ich den Schaden weit weniger schlimm als bei einem Diebstahl, weil ja kein Gegenstand fehlt. Dennoch gibt es keinen guten Glaubenserwerb, d.h. die Musikindustrie dürfte hier denjenigen klagen der in gutem Glauben die CC-Musik von diesem Portal runtergeladen und verwendet hat.

Daher finde ich, dass man hier den Guten Glaubenserwerb fordern könnte, das hätte die Vorteile
- Leute könnten sich auf solche Angaben verlassen
- Andere prüfen sorgfältiger ob sie etwas unter CC-Lizenz reinstellen

Wenn wir den Vorschlag so lösen, dass sich diejenigen dann an den wenden müssen der das fälschlich als CC reingestellt hat hätte das eventuell den Nachteil, dass
- Leute sich nicht trauen etwas unter CC-Lizenz zu veröffentlichen
- derartige Portale das genauer prüfen müssen.

Aber vielleicht gibt es auch andere Ideen und Vorschläge dazu - was meint ihr?
MoD
Chef aller Piraten weltweit
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Beitrag #66098 | 12.08.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Guter Glaubenserwerb bei CC-Inhalten
(30.06.2013 )6581 schrieb:  
Was mir eingefallen ist:
Könnten wir nicht Guten Glaubenserwerb bei CC-Inhalten fordern?

Als Beispiel:
Derzeitige Gesetzeslage bei Gegenständen: Jemand kauft bei einem Fahrradhändler ein Rad, das zuvor gestohlen wurde. Da es bei eine Händler meist als guter Glaubenserwerb gilt kann er ursprüngliche Besitzer das leider gar nicht zurückfordern und kann höchstens etwas von Dieb einfordern (der meistens kein Geld hat). Das obwohl der Gegenstand weg ist.

Wie schaut das aber zB bei Musik aus?

Als Beispiel: Jemand lädt von einem Portal, das CC-Musik anbietet ein Album herunter (das ev. kommerzielle Nutzung erlaubt) und verwendet das irgendwo. Es stellt sich nun heraus, dass dieses Album nicht unter die CC-Lizenz fallen darf, weil zB
a) der Künstler sich schon bei einer anderen Verwertungsgestellschaft registriert hat, oder
b) die Musikindustrie vielleicht absichtlich als Falle dort selber etwas geschütztes hochgeladen hat.

In dem Fall sehen ich den Schaden weit weniger schlimm als bei einem Diebstahl, weil ja kein Gegenstand fehlt. Dennoch gibt es keinen guten Glaubenserwerb, d.h. die Musikindustrie dürfte hier denjenigen klagen der in gutem Glauben die CC-Musik von diesem Portal runtergeladen und verwendet hat.

Daher finde ich, dass man hier den Guten Glaubenserwerb fordern könnte, das hätte die Vorteile
- Leute könnten sich auf solche Angaben verlassen
- Andere prüfen sorgfältiger ob sie etwas unter CC-Lizenz reinstellen

Wenn wir den Vorschlag so lösen, dass sich diejenigen dann an den wenden müssen der das fälschlich als CC reingestellt hat hätte das eventuell den Nachteil, dass
- Leute sich nicht trauen etwas unter CC-Lizenz zu veröffentlichen
- derartige Portale das genauer prüfen müssen.

Aber vielleicht gibt es auch andere Ideen und Vorschläge dazu - was meint ihr?

deine argumente können die forderung nach straffreiheit (in Ö sowieso schon), bzw freistellung von etwaigen Schadenersatz- bzw bereicherungsanprüchen stützen. In keinster Weise wird aber dargelegt weshalb es zu einem Eigentumserwerb (bzw Erwerb der Rechtszuständigkeit) des downloaders kommen sollte...(?). Dies würde diesen berechtigen das runtergeladene entgeltlich weiter zu verwerten. Es käme dann dazu, dass unzählige Personen die Rechtszuständigkeit haben können womit das, was man erwerben können soll, auch wieder wertlos wird......
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.08.2013 09:02 von MoD.)
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Beitrag #68720 | 24.08.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Guter Glaubenserwerb bei CC-Inhalten
MoD <MoD@forum.piratenpartei.at>' schrieb:
deine argumente können die forderung nach straffreiheit (in Ö sowieso
schon), bzw freistellung von etwaigen Schadenersatz- bzw
bereicherungsanprüchen stützen. In keinster Weise wird aber dargelegt
weshalb es zu einem Eigentumserwerb (bzw Erwerb der Rechtszuständigkeit)
des downloaders kommen sollte...(?). Dies würde diesen berechtigen das
runtergeladene entgeltlich weiter zu verwerten. Es käme dann dazu, dass
unzählige Personen die Rechtszuständigkeit haben können womit das, was
man erwerben können soll, auch wieder wertlos wird......
Vielleicht sollte man nicht auf den juristischen Begriffen herumreiten sondern mal fordern dass das Prinzip als solches in Angriff genommen bzw. langfristig umgesetzt wird.

Wenn man ein Thema in die Öffentlichkeit bringen will dann denke ich dass das hier leichter gelingt als beim BGE weil man hier mit Ideen und nicht mit Zahlen herumwerfen muss. Insofern glaube ich schon dass wir ins Programm aufnehmen können dass wir das Prinzip gerne in irgendeiner Form umsetzen wollen.

Wenn aber jemand meint, das gehört noch genauer ausformuliert, dann verstehe ich das auch.

Bevor wir aber sagen "Sowas ist sicher nicht durchführbar" würde ich gerne eine Mumble-Runde dazu starten wo Leute ihrer unterschiedlichen Ideen dazu sagen können bzw. ihre Bedenken dazu äußern.
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Beitrag #69655 | 29.08.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Guter Glaubenserwerb bei CC-Inhalten
(12.08.2013 )MoD schrieb:  
In keinster Weise wird aber dargelegt weshalb es zu einem Eigentumserwerb (bzw Erwerb der Rechtszuständigkeit) des downloaders kommen sollte...(?). Dies würde diesen berechtigen das runtergeladene entgeltlich weiter zu verwerten. Es käme dann dazu, dass unzählige Personen die Rechtszuständigkeit haben können womit das, was man erwerben können soll, auch wieder wertlos wird......
Ich verstehe nicht ganz warum sich PiratPapaJoe nicht hier an der Diskussion beteiligt wo sie hingehört, sondern mir über die Argumente-Funktion ausrichtet, dass hier diese Frage noch unbeantwortet ist.

Nun: Prinzipiell sagt der Antrag noch nichts über die Details der Ausarbeitung.

Eine Idee dieses Problem zu lösen wäre die Vergabe von so etwas wie einem "Gütesiegel". Das heisst, es gibt also bestimmte CC-Anbieter, die als Vertrauenswürdig gelten und die solche Inhalte auch wieder löschen wenn es beanstandungen gibt. Selbiges könnte auch für Unternehmen gelten - wie Du ja schon festgestellt hast gilt auch nicht jeder Händler automatisch als vertrauenswürdiger Verkäufer von dem man in gutem Glauben kaufen kann.

Ziel ist es hier auch mal Bewegung in die Idee bzw. die Diskussion zu bringen, im Gegensatz zum BGE ist das nicht nur eine Zahlrechnerei wo jeder neue Zahlen in die Schlacht wirft, sondern man kann sich konkret Modelle ausdenken und durchüberlegen und das ein oder andere Modell wird auch dazu geeignet sein um hier neues anzustoßen.
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Beitrag #133691 | 27.11.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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RE: Guter Glaubenserwerb bei CC-Inhalten
Ok, ich probiere das nochmal aufzugreifen, weil ich nun den rechtliche korrekten Begriff kenne:

Also:
Die Strafe wenn man ein Stück verwendet dass im Internet fälschlich als CC deklariert wurde ist verschuldensunabhängig.

Die Frage ist nun, ob man diese Dinge unter bestimmten Umständen (zB vertrauenswürdiges Portal, etc.) verschuldensabhängig machen könnte.

Wie seht ihr das? Hat da jemand Ideen dazu?
MoD
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Beitrag #133693 | 27.11.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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RE: Guter Glaubenserwerb bei CC-Inhalten
(27.11.2014 )Jemand schrieb:  
Ok, ich probiere das nochmal aufzugreifen, weil ich nun den rechtliche korrekten Begriff kenne:

Also:
Die Strafe wenn man ein Stück verwendet dass im Internet fälschlich als CC deklariert wurde ist verschuldensunabhängig.

Die Frage ist nun, ob man diese Dinge unter bestimmten Umständen (zB vertrauenswürdiges Portal, etc.) verschuldensabhängig machen könnte.

Wie seht ihr das? Hat da jemand Ideen dazu?

Wo steht denn die Strafe? Paragraph?
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Beitrag #133698 | 27.11.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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RE: Guter Glaubenserwerb bei CC-Inhalten
(27.11.2014 )MoD schrieb:  
Wo steht denn die Strafe? Paragraph?

Ich kann Dir den Paragraph nicht so einfach raussuchen, weil ich ja kein Jurist bin. Aber die Information, dass die Strafen in so einem Fall verschuldensunabhängig sind, habe ich von einem Rechtsanwalt der sich hauptsächlich mit dieser Materie beschäftigt. Vielleicht kann ich ja nochmal nachfragen falls Du nichts dazu findest.

Die spannende Frage wäre eben, ob man bestimmte Dinge stattdessen nicht verschuldensabhängig machen könnte, oder ob das rundherum zu viele Baustellen nach sich ziehen würde. Könntest Dir vorstellen dass das generell geht, oder lässt sich das ohne weitere Info nicht einschätzen?
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.11.2014 15:18 von removed_234124.)
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Beitrag #133734 | 27.11.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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RE: Guter Glaubenserwerb bei CC-Inhalten
(27.11.2014 )MoD schrieb:  
Wo steht denn die Strafe? Paragraph?

Ok, wenn man nach "Werknutzungsrecht" und "verschuldensunabhängig" sucht, dann kommt zumindest einiges.

Nehmen wir an man holt sich ein Musikstück dass unter Angabe einer CC-Lizenz auf einem vertrauenswürdigen Portal steht. Jetzt war vielleicht der Uploader jemand aus der Musikindustrie selber um diese Portale zu verwässern und die Leute zu verklagen.

Der könnte dann mit einem anwaltlichen Abmahnschreiben kommen, gegen dass der Beschuldigte nichts machen kann auch wenn er der Meinung war die Lizenz zu haben.

Was im Internet dazu steht, u.a.
http://www.internet4jurists.at/urh-marken/urh01.htm
http://ctl.univie.ac.at/fileadmin/user_u..._final.pdf

In zivilrechtlicher Hinsicht stehen der Urheberin/dem Urheber als Verletztem Ansprüche auf Unterlassung, Beseitigung, Urteilsveröffentlichung und Schadenersatz zu, welche auch über
den Rechtsbehelf der einstweiligen Verfügung, §§ 81ff. UrhG geltend gemacht werden können. Dabei ist die Haftung der Urheberrechtsverletzerin/des Urheberrechtsverletzers grundsätzlich
verschuldensunabhängig. Verschuldensunabhängig bedeutet, dass sich die
Urheberrechtsverletzerin/der Urheberrechtsverletzer in einem möglichen – und im Ergebnis mitunter sehr kostenintensiven – Rechtsstreit nicht darauf berufen kann, fälschlicherweise davon ausgegangen zu sein, dass das betreffende Werk gar nicht urheberrechtlich geschützt sei. Dieses Risiko ist auch deswegen erheblich, weil es im Urheberrecht – anders als beim Eigentum an körperlichen Gegenständen – keinen Gutglaubenserwerb gibt. Erwirbt man also z. B. Verwertungsrechte von jemandem, der über diese Rechte nicht verfügen kann, ist man den
Ansprüchen der Urheberin/des Urhebers weiter in vollem Umfang ausgesetzt. Sollte die Urheberrechtsverletzung darüber hinaus vorsätzlich begangen worden sein, so kann dies eine strafrechtliche Verfolgung und gegebenenfalls eine Verurteilung nach sich ziehen.


Ok, d.h. es gibt ohnehin hier auch den Vorsatz. Dass man nicht einfach sagen kann "ich hab geglaubt das Urheberrecht ist abgelaufen" ist soweit auch klar.

Was aber ein Ziel wäre, wäre ein besserer Schutz bei falschen CC angaben, denn eine Verschuldensunabhängigkeit macht hier das ganze Konzept kaputt. Ob man das mit einer Gesetzesänderung erreichen kann, oder einem staatlichen Gütesiegel dass dann ev. Schadenersatzforderungen aus einem Fond abdeckt der dazu geschaffen wurde CC-Lizenzen zu fördern, etc. da sind der Phantasie ja keine Grenzen gesetzt. Daran ließe sich vielleicht mal zusammen mit Experten arbeiten. Ich kann mir nicht vorstellen dass man die Diskussion darüber mit "das ist ein blödsinn, da lässt sich nichts machen" schon von vornherein unterbinden sollte.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.11.2014 20:38 von removed_234124.)
luxperpetua

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Beitrag #57949 | 30.06.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Guter Glaubenserwerb bei CC-Inhalten
(30.06.2013 )6581 schrieb:  
Als Beispiel: Jemand lädt von einem Portal, das CC-Musik anbietet ein Album herunter (das ev. kommerzielle Nutzung erlaubt) und verwendet das irgendwo. Es stellt sich nun heraus, dass dieses Album nicht unter die CC-Lizenz fallen darf, weil zB
a) der Künstler sich schon bei einer anderen Verwertungsgestellschaft registriert hat, oder
b) die Musikindustrie vielleicht absichtlich als Falle dort selber etwas geschütztes hochgeladen hat.
bei der philosophie, die im hintergrund steckt, geht es darum, dass vorallem die künstlerInnen selbst wieder ihre inhalte per lizenz auf einfachste weise verwalten können. außerdem, wenn der/die künstler/in schon bereits bei einer verwertungsgesellschaft ist, kann er/sie ja den namen umändern und das stück downloaden oder??? schließlich sollte ein/e künstler/in kreativ sein...ein uploaden ist zu 90% immer nachvollziehbar...

"Die Wahrheit ist die Tochter der Zeit, begonnen in einer durch Zufall zufälligen und kurzlebigen Romanze." by Szarlej (Lux perpetua)
Umgezogen nach: <please stand by>
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Beitrag #58011 | 30.06.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Guter Glaubenserwerb bei CC-Inhalten
luxperpetua <luxperpetua@forum.piratenpartei.at>' schrieb:
wenn der/die künstler/in schon bereits bei einer verwertungsgesellschaft ist, kann er/sie ja den namen umändern und das stück downloaden oder???
Den Satz verstehe ich nicht.

1. Was ergibt es für einen Sinn ein eigenes Werk runterzuladen??
2. Wieso sollte irgendein AKM-Künstler das Werk von irgendeinem anderen AKM-Künstler runterladen sollen?

Im Prinzip hat sollte mein Vorschlag auch nur für eine gewisse Sicherheit sorgen, denn derzeit ist CC eigentlich wertlos solange man sich nicht zB eine Jamendo-Lizenz kauft wonach die dann halt irgendwie haften.




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