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Langfristiges Ziel: Bildungs-Politik
Liquid
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Beitrag #45833 | 14.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Langfristiges Ziel: Bildungs-Politik
Bundesweite Themen: Bildung, Wissenschaft, Forschung
Grundsatzprogrammantrag zur Mitgliederversammlung: Thema 1367
Ereignis: Neues Thema
Phase: Neu (13 days 23:59:58 left)
i3016: Langfristiges Ziel: Bildungs-Politik
Zitat:
Im Grundsatzprogramm soll folgender Text aufgenommen werden.
Text
Ziel unserer Bildungsspolitik
Wissen muß ein freies Gut sein. Der Zugang zu Wissen darf keinen Hindernissen .... <TBD: to be defined>
Begründung
Es ist wichtig die Programmarbeit an festen Grundsätzen auszurichten, damit Konsistenz und Stimmigkeit erhalten bleiben. Daher sollten in jedem Bereich Grundsatzpositionen, also langristige Ziele die angestrebt werden , formuliert und abgestimmt werden. Da ich aber wenig Ahnung habe von Bildungspolitik, lade ich alle, besonders aber die Mitglieder der AG-Bildung dazu ein , dieses zu formulieren. Diese Formulierung soll geeignet sein, so sie auch auf der BGV eine Mehrheit findet, für die weitere Arbeit in diesem Programmbereich als Orientierung zu dienen. Ein Absatz der das zusammenfasst, wie wir uns Wirtschaften in Zukunft vorstellen und mit dem möglichst alle Mitglieder leben können.
eest9
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Beitrag #46364 | 17.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Langfristiges Ziel: Bildungs-Politik
(14.05.2013 )Liquid schrieb:  
Die Ausbildung muß sich am Bedarf der Wirtschaft orientieren, damit nicht sehr gute Ausgebildete in weniger qualifizieren Berufen Platz nehmen müssen.

Wie ist das zu Verstehen?
Ich persönlich könnte in diesen Satz sehr viel, meiner Meinung nach, gutes aber auch schlechtes hinein Interpretieren!

lg der verwirrte Ex-BV den man nicht ernst nehmen sollte weil er ja eh nix drauf hat.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.05.2013 10:15 von eest9.)
lava
Pirat
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Beitrag #46359 | 17.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Langfristiges Ziel: Bildungs-Politik
Das steht mal in einigen Punkten eher konträr zu den Positionen die sonst so im Programm stehen O.o
Ger77_gone
Gast
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Beitrag #46474 | 17.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Langfristiges Ziel: Bildungs-Politik
Ich hab gewarnt. Aber es ist ja sonst kene Aktivität erkennbar. Aber ich nehm gern jede in den Initiativen dazu. Machts was draus.
Liquid
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Beitrag #47455 | 22.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Langfristige Zielsetzung in der Bildungspolitik (mit Programm begründet)
Bundesweite Themen: Bildung, Wissenschaft, Forschung
Grundsatzprogrammantrag zur Mitgliederversammlung: Thema 1367
Ereignis: Neue Initiative
Phase: Diskussion (2 days 12:34:42 left)
i3048: Langfristige Zielsetzung in der Bildungspolitik (mit Programm begründet)
Zitat:
Bildungspolitik
Jeder Mensch hat das Recht auf freien Zugang zu Information und Bildung. Dies ist in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft essentiell, um jedem Menschen, unabhängig von seiner sozialen Herkunft, ein größtmögliches Maß an gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen. Mit diesem Ziel ist das Hauptanliegen institutioneller Bildung die Unterstützung bei der Entwicklung zur mündigen, kritischen und sozialen Person. Dabei sollen die Belange des Lernenden im Vordergrund stehen.
Der freie Zugang zu Information und Bildung ist jedoch nicht nur im Hinblick auf die gesellschaftliche Entwicklung notwendig, sondern auch im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung unserer Gesellschaft. Nur durch den Erhalt, die Weitergabe und die Vermehrung von Wissen kann Fortschritt und gesellschaftlicher Wohlstand auf Dauer gesichert werden. Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft.
Der freie Zugang zu Bildungseinrichtungen ist im Interesse aller. Deshalb ist es Aufgabe der gesamten Gesellschaft, in Form des Staates, eine leistungsfähige und ihrem Zwecke angemessene Bildungsinfrastruktur zu finanzieren und frei zur Verfügung zu stellen. Private Finanzierung öffentlicher Bildungseinrichtungen ist grundsätzlich zu begrüßen, solange sie keinen Einfluss auf die bestehenden Lehrinhalte hat. Bildungsgebühren jeglicher Art schränken den Zugang zu Bildung ein und sind deshalb kategorisch abzulehnen.
Jeder Mensch ist ein Individuum mit persönlichen Neigungen, Stärken und Schwächen. Institutionelle Bildung soll daher den Einzelnen unterstützen seine Begabungen zu entfalten, Schwächen abzubauen und neue Interessen und Fähigkeiten zu entdecken. Neben starren Lehr- und Stundenplänen, werden vor allem einige Formen der Leistungsbewertung diesen Forderungen nicht gerecht. Die Leistungsbewertung soll daher stärker individualisiert werden.
Bildungsinhalte haben auf fundierten und belegbaren Erkenntnissen zu basieren und müssen von einem möglichst neutralen Standpunkt aus vermittelt werden. Dies beinhaltet vor allem eine sachliche Darstellung, die Ausgewogenheit der Standpunkte und eine kritische Quellenbewertung.
Begründung
Der andere Grundsatzprogrammantrag zum Thema Bildung ist weit von dem entfernt was wir in unserem Programm fordern.
Absatz 1 enthält unsere grundsätzliche Position. Diese wird auch in https://wiki.piratenpartei.at/wiki/Progr...schenrecht vertreten
Absatz 2 passt genau mit https://wiki.piratenpartei.at/wiki/Progr...sellschaft zusammen
Absatz 3 enthält wieder grundsätzliche Rahmenpositionen (Gesellschaft muss Bildung zahlen, private Investoren dürfen gerne helfen, Zugang muss frei sein)
Absatz 4 bezieht sich großteils auf Schule und deckt die Forderungen aus https://wiki.piratenpartei.at/wiki/Programm#Schule ab
Absatz 5 ist so noch nicht im Programm, allerdings an anderer Stelle https://wiki.piratenpartei.at/wiki/Progr...Humanismus schon. In der Schule darf kein Platz für eine Indoktrination von Kreationismus, Homöopathie, etc. sein.
Dieser Grundsatzprogrammantrag ist teilweise aus dem Grundsatzprogramm der deutschen Piratenpartei: http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm#Bildung
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Beitrag #46559 | 18.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Langfristiges Ziel: Bildungs-Politik
(14.05.2013 )Liquid schrieb:  
...
Die Investionen in die Bildung müssen eine hohen Anteil des Volksvermögens betragen, da die Qualifizierung der nachwachsenden Generation die Basis der Gesamtleistung des Staates darstellt.
...

Welches Volksvermögen ist hier gemeint?

.
Betriebsdirektor
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Beitrag #46561 | 18.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Langfristiges Ziel: Bildungs-Politik
Anregung zum Antrag schrieb:
Ausbildung muss sich nicht am Bedarf der Wirtschaft orientieren.

medienpirat am 17.05.2013 um 12:37 Uhr

Das ist natürlich richtig. Ausbildung muss sich nicht am Bedarf der Wirtschaft (der nichts anderes darstellt als den Bedarf der Gesellschaft) orientieren. Das ist kein Problem. In einer liberalen Gesellschaft, wo sich alle ihre Ausbildung selber zahlen und nicht in ein soziales Netz zurückfallen, wenn sich ihre Wahl als problematisch in Bezug auf einen späteren Arbeitsplatz erweisen sollte, ist das durchaus in Ordnung.

Wenn wir aber den Bürgerinnen und Bürgern von der Volksschule bis zum Universitätsstudium eine durchgängig vom Staat finanzierte, kostenlose Ausbildungsschiene anbieten und zusätzlich eine Arbeitslosenversicherung für die Leute anbieten, die Schwierigkeiten haben einen Arbeitsplatz zu finden bzw. im Arbeitsprozess zu bleiben, dann könnte man das anders sehen.

Diese Forderung ist wie so viele Forderungen hier: Man fordert wieder einmal, dass Steuerzahler (oder "die Reichen" oder sonst irgendwer) ohne weitere Fragen die krudesten Formen der Selbstverwirklichung von Leuten finanzieren soll, die es nicht als ihre Aufgabe ansehen ihr Leben so zu organisieren, um für den eigenen Unterhalt sorgen zu können. Wieso eigentlich?

Wenn man eine Gesellschaft so modelliert, dass die Menschen nicht mehr in der Lage sind ihr Leben selbst so zu organisieren, dass sie für ihre eigenen Unterhalt sorgen können, dann modelliert man eine Gesellschaft von Abhängigen. Das ist die ideale Basis für Unfreiheit und politischer Willkür.

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faithless
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Beitrag #46573 | 18.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Langfristiges Ziel: Bildungs-Politik
also sollte sich hier eine ernsthafte diskussion ohne trolling und beschimpfungen entwickeln bin ich gern dabei 

ich glaube, dass erst einmal zwischen ausbildung und bildung zu unterscheiden ist.
und ja, ausbildung sollte sich an den bedürfnissen der wirtschaft orientieren.

aber ganz grundlegend sollten nicht die schulen und universitäten als ausbildungsstätten verkommen.
diese einrichtungen sollten dazu dienen bildung im weitesten sinne zu vermitteln.
gebildeten menschen fällt es dann auch sehr viel leichter sich für die persönlich geeignetste ausbildung zu entscheiden!

betriebsdirektor schrieb:
Diese Forderung ist wie so viele Forderungen hier: Man fordert wieder einmal, dass Steuerzahler (oder "die Reichen" oder sonst irgendwer) ohne weitere Fragen die krudesten Formen der Selbstverwirklichung von Leuten finanzieren soll, die es nicht als ihre Aufgabe ansehen ihr Leben so zu organisieren, um für den eigenen Unterhalt sorgen zu können. Wieso eigentlich?

du übertreibst natürlich wieder einmal!
aber ich werd versuchen diese frage möglichst vernünftig zu beantworten.
der „irgendwer“ – in meinem verständnis der staat (also wir alle) – haben dafür zu sorgen, dass es innerhalb der gesellschaft zu einem möglichst gerechten und zwangsfreien (zivilisierten) umgang miteinander in freiheit ohne druck (und damit ist auch der ökonomische gemeint) oder freiheitsbeschränkungen kommt.

um diesen (zugegebenermassen utopischen aber anstrebenswerten) zustand zu erreichen ist wohl bildung eine der wesentlichsten voraussetzungen.
und zwar bildung im umfassenden sinn des verstehens von zusammenhängen inklusive der berühmten frage „woher komm ich, wohin geh ich“.

ausbildung wiederum beschränkt sich auf das erreichen von spezifischen qualifikationen um bestimmte tätigkeiten möglichst gut durchzuführen.
ich persönlich bin also daher der meinung, dass bildung sich am wohl der menschen zu orientieren hat und möglichst vielen ein glückliches leben ermöglichen soll (und wenn du so willst auch in den krudesten formen der selbstverwirklichung!)
und diese aufgabe ist meines erachtens vom staat zu finanzieren.

ausbildung wiederum liegt unmittelbar (mittelbar natürlich auch im interesse des staates) im interesse der wirtschaft, die dann mit diesen „ausgebildeten“ in form von arbeitskräften (die sie dzt nicht ausreichend gut entlohnt) gewinne erzielen soll.
daher sollte diese form der ausbildung auch überwiegend von den jeweilig in anspruchnehmenden (also entweder von den auszubildenden bzw. von den an den arbeitskräften interessierten unternehmen) finanziert werden!

eine gesellschaft die ausschliesslich an ausbildung interessiert ist wird zu unfreien manipulierbaren konsumenten mit sehr spezifischen wissen mutieren, die in form von arbeitsplatzdruck der politischen willkür ausgeliefert ist!

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Beitrag #46654 | 18.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Langfristiges Ziel: Bildungs-Politik
(18.05.2013 )faithless schrieb:  
ausbildung wiederum beschränkt sich auf das erreichen von spezifischen qualifikationen um bestimmte tätigkeiten möglichst gut durchzuführen.

Ich sehe im österreichischen Bildungswesen die Ausbildung nach spezifischen Qualifikationen bestenfalls unterrepräsentiert bis fast nicht vorhanden. Es gibt einen etwas stärkeren BHS Sektor und neuerdings gibt es -zusätzlich und nicht als Ersatz- Fachhochulen, die von sich aus den Anspruch haben, auszubilden.

Es stellt sich daher die Frage, ob das Bildungssystem wie wir es hier haben, nicht längst diese Form von "Bildung" erbringt, wie sie hier gefordert wird. Das tut es meiner Ansicht nach längst und dazu muss man nicht mal bis zur Matura kommen. Das Problem, dass wir haben ist, dass wir Leute von der Pflichtschule abgehen lassen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen, Schreiben und Rechnen haben. Meiner Ansicht nach wären das die Grundfertigkeiten, um sich im restlichen Leben Bildung selbst aneignen zu können.


(18.05.2013 )faithless schrieb:  
ich persönlich bin also daher der meinung, dass bildung sich am wohl der menschen zu orientieren hat und möglichst vielen ein glückliches leben ermöglichen soll (und wenn du so willst auch in den krudesten formen der selbstverwirklichung!)
und diese aufgabe ist meines erachtens vom staat zu finanzieren.

Nein, der Staat muss nicht die krudsten Formen der Selbstverwirklichung finanzieren - nicht unser Sozialstaat. Ein Staat, der mit 10% Abgabenquote anstatt 45% Abgabenquote auskommt, der kann das vielleicht tun. Aber nicht, wenn er den Leuten knapp die Hälfte ihres erarbeiteten Einkommens aus der Tasche stiehlt.


(18.05.2013 )faithless schrieb:  
ausbildung wiederum liegt unmittelbar (mittelbar natürlich auch im interesse des staates) im interesse der wirtschaft, die dann mit diesen „ausgebildeten“ in form von arbeitskräften (die sie dzt nicht ausreichend gut entlohnt) gewinne erzielen soll.

Gewinne erzielen ist eine Sache. Aus gesellschaftlicher Sicht ist es wohl wichtiger, dass Steuern und Abgaben erbracht werden. Demnach ist eine Ausbildung, die nachgefragte Fertigkeiten bietet, eine Investition der Gesellschaft in die eigene Grundfinanzierungsbasis. Alle Kunsthistoriker, Religionslehrer und Philosophieabsolventen dieses Landes werden vermutlich nicht unsere Häuser bauen, Autos herstellen und warten sowie die oft als "minder" betrachteten Dienstleistungen des täglichen Lebens erbringen. Ja, sie nehmen sie täglich in Anspruch - das stimmt. Ob aber die Mechaniker, Installateure, Kellner und Köche dieses Landes die Dienste der Kunsthistoriker, Religionslehrer und Philosophen so dringend nötig haben, wie die das vermutlich sehen, sei jetzt mal dahingestellt.


(18.05.2013 )faithless schrieb:  
daher sollte diese form der ausbildung auch überwiegend von den jeweilig in anspruchnehmenden (also entweder von den auszubildenden bzw. von den an den arbeitskräften interessierten unternehmen) finanziert werden!

Ein interessanter Ansatz. Dann solltem Unternehmen und Arbeitnehmer auch keine Abgaben mehr entrichten, wenn da eh alles selbst zu zahlen ist. Die Idee dass ausgerechnet denen, die sich für einen Beruf entscheiden der nachgefragt ist und der Geld in die Kasse bringt, die Finanzierung der Ausbildung vorenthalten wird, während sie den Leuten, die kaum Aussicht auf eine spätere facheinschlägige Arbeit haben, bezahlt werden soll, kann nur von Leuten kommen die der Meinung sind, dass grundsätzlich die anderen für ihren Wohlstand zu arbeiten haben - aber sicher nie sie selbst. Wieso sie aber meinen, dass sie das irgendwie verdient hätten, darüber wird gerne geschwiegen.


(18.05.2013 )faithless schrieb:  
eine gesellschaft die ausschliesslich an ausbildung interessiert ist wird zu unfreien manipulierbaren konsumenten mit sehr spezifischen wissen mutieren, die in form von arbeitsplatzdruck der politischen willkür ausgeliefert ist!

Unfrei wird die Gesellschaft dann, wenn die Leute nicht mehr in der Lage sind, sich selbst auf Basis der eigene Fähigkeiten versorgen zu können. Das ist der Grundstein der Unfreiheit. Denn das bedeutet Abhängigkeit von denen, die nicht nur sich selbst versorgen können, sondern andere noch dazu. Und denen, die mit ihrer bösen facheinschlägigen Ausbildung erst den Wohlstand schaffen der dann von einer abgedrehten, realitätsfernen und unfähigen Politikerkaste so gerne umverteilt wird, treten wir in diesem Land offenbar gerne in den Hintern.


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faithless
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Beitrag #46919 | 20.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Langfristiges Ziel: Bildungs-Politik
(18.05.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
(18.05.2013 )faithless schrieb:  
ausbildung wiederum beschränkt sich auf das erreichen von spezifischen qualifikationen um bestimmte tätigkeiten möglichst gut durchzuführen.

Ich sehe im österreichischen Bildungswesen die Ausbildung nach spezifischen Qualifikationen bestenfalls unterrepräsentiert bis fast nicht vorhanden. Es gibt einen etwas stärkeren BHS Sektor und neuerdings gibt es -zusätzlich und nicht als Ersatz- Fachhochulen, die von sich aus den Anspruch haben, auszubilden.

Es stellt sich daher die Frage, ob das Bildungssystem wie wir es hier haben, nicht längst diese Form von "Bildung" erbringt, wie sie hier gefordert wird. Das tut es meiner Ansicht nach längst und dazu muss man nicht mal bis zur Matura kommen. Das Problem, dass wir haben ist, dass wir Leute von der Pflichtschule abgehen lassen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen, Schreiben und Rechnen haben. Meiner Ansicht nach wären das die Grundfertigkeiten, um sich im restlichen Leben Bildung selbst aneignen zu können.


(18.05.2013 )faithless schrieb:  
ich persönlich bin also daher der meinung, dass bildung sich am wohl der menschen zu orientieren hat und möglichst vielen ein glückliches leben ermöglichen soll (und wenn du so willst auch in den krudesten formen der selbstverwirklichung!)
und diese aufgabe ist meines erachtens vom staat zu finanzieren.

Nein, der Staat muss nicht die krudsten Formen der Selbstverwirklichung finanzieren - nicht unser Sozialstaat. Ein Staat, der mit 10% Abgabenquote anstatt 45% Abgabenquote auskommt, der kann das vielleicht tun. Aber nicht, wenn er den Leuten knapp die Hälfte ihres erarbeiteten Einkommens aus der Tasche stiehlt.


(18.05.2013 )faithless schrieb:  
ausbildung wiederum liegt unmittelbar (mittelbar natürlich auch im interesse des staates) im interesse der wirtschaft, die dann mit diesen „ausgebildeten“ in form von arbeitskräften (die sie dzt nicht ausreichend gut entlohnt) gewinne erzielen soll.

Gewinne erzielen ist eine Sache. Aus gesellschaftlicher Sicht ist es wohl wichtiger, dass Steuern und Abgaben erbracht werden. Demnach ist eine Ausbildung, die nachgefragte Fertigkeiten bietet, eine Investition der Gesellschaft in die eigene Grundfinanzierungsbasis. Alle Kunsthistoriker, Religionslehrer und Philosophieabsolventen dieses Landes werden vermutlich nicht unsere Häuser bauen, Autos herstellen und warten sowie die oft als "minder" betrachteten Dienstleistungen des täglichen Lebens erbringen. Ja, sie nehmen sie täglich in Anspruch - das stimmt. Ob aber die Mechaniker, Installateure, Kellner und Köche dieses Landes die Dienste der Kunsthistoriker, Religionslehrer und Philosophen so dringend nötig haben, wie die das vermutlich sehen, sei jetzt mal dahingestellt.


(18.05.2013 )faithless schrieb:  
daher sollte diese form der ausbildung auch überwiegend von den jeweilig in anspruchnehmenden (also entweder von den auszubildenden bzw. von den an den arbeitskräften interessierten unternehmen) finanziert werden!

Ein interessanter Ansatz. Dann solltem Unternehmen und Arbeitnehmer auch keine Abgaben mehr entrichten, wenn da eh alles selbst zu zahlen ist. Die Idee dass ausgerechnet denen, die sich für einen Beruf entscheiden der nachgefragt ist und der Geld in die Kasse bringt, die Finanzierung der Ausbildung vorenthalten wird, während sie den Leuten, die kaum Aussicht auf eine spätere facheinschlägige Arbeit haben, bezahlt werden soll, kann nur von Leuten kommen die der Meinung sind, dass grundsätzlich die anderen für ihren Wohlstand zu arbeiten haben - aber sicher nie sie selbst. Wieso sie aber meinen, dass sie das irgendwie verdient hätten, darüber wird gerne geschwiegen.


(18.05.2013 )faithless schrieb:  
eine gesellschaft die ausschliesslich an ausbildung interessiert ist wird zu unfreien manipulierbaren konsumenten mit sehr spezifischen wissen mutieren, die in form von arbeitsplatzdruck der politischen willkür ausgeliefert ist!

Unfrei wird die Gesellschaft dann, wenn die Leute nicht mehr in der Lage sind, sich selbst auf Basis der eigene Fähigkeiten versorgen zu können. Das ist der Grundstein der Unfreiheit. Denn das bedeutet Abhängigkeit von denen, die nicht nur sich selbst versorgen können, sondern andere noch dazu. Und denen, die mit ihrer bösen facheinschlägigen Ausbildung erst den Wohlstand schaffen der dann von einer abgedrehten, realitätsfernen und unfähigen Politikerkaste so gerne umverteilt wird, treten wir in diesem Land offenbar gerne in den Hintern.


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vom tablet ausführlich zu antworten ist a bissl mühsam - aber probiers :-)

österreich hat mit dem dualen ausbildungssystem (lehre) einen sehr wesentlichen grundstein in bezug auf berufsspezifische ausbildung.
und soweit ich mich erinnern kann, sind wir uns ohnehin einig darin, dass dieses system verbessert u d erweitert gehört (lehre mit matua usw) - sozusagen den bedürfnissen des 21. jahrhunderts angepasst werden muss!

rein grundsätzlich stell ich fest, dass du die "produktive" arbeit über die der "schöngeistigen" stellst. das halte ich für einen fehler. ich seh das ganzheitlich u d beides für gleich wertvoll. das eine kann nicht ohne das andere.
ich habe meinen diskussionsbeitrag absichtlich so provokant einseitig erstellt, wie du das immer tust!

wo wären wir als gesellschaft ohne platon oder kant?
andererseits hätten die beiden und die vielen anderen schöngeister ohne handwerker, bauern usw nicht existieren können.

eine sich entwickelnde gesellschafft braucht beides!
und da müssen wir uns einen teil "unproduktivität" leisten um nicht alles nur dem schnöden "überleben" unterzuordnen.

letztendlich hat die wirtschaft den menschen zu dienen und nicht umgekehrt.
ich lebe nicht um zu arbeiten, sondern arbeite um mein leben zu sichern.
und ich bilde mich nicht um eine ungeliebte tätigkeit auszuüben, sondern um meinen "horizont zu erweitern" und tätigkeiten auszführen, die mir freude bereiten.

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Beitrag #46572 | 18.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Langfristiges Ziel: Bildungs-Politik
Wie du siehst ist es auch der AG-Bildung egal, was für langfristige Ziele wir haben. Es war als Anstoß gedacht etwas pasendes zu formulieren. Jetzt hab halt ich mal irgendwas geschrieben.

Es sind noch 6 Tage bis zum Ende der Diskussion.
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Beitrag #48443 | 24.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Grundsatzprogrammantrag zur Mitgliederversammlung
Bundesweite Themen: Bildung, Wissenschaft, Forschung
Grundsatzprogrammantrag zur Mitgliederversammlung: Thema 1367
Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht
Phase: Eingefroren (13 days 23:56:26 left)
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Beitrag #52634 | 07.06.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Grundsatzprogrammantrag zur Mitgliederversammlung
Bundesweite Themen: Bildung, Wissenschaft, Forschung
Grundsatzprogrammantrag zur Mitgliederversammlung: Thema 1367
Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht
Phase: Abstimmung (6 days 23:52:59 left)




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