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Managergehälter in Kategorien offenlegen
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Beitrag #44345 | 07.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Managergehälter in Kategorien offenlegen
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales, Konsumentenschutz
Unverbindliches Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 1333
Ereignis: Neue Initiative
Phase: Diskussion (13 days 14:19:18 left)
i2950: Managergehälter in Kategorien offenlegen
Zitat:
Die Managergehälter sämtlicher Firmen sollen in eingeordnete Kategorien offen-gelegt werden.
zb: <100k, 100k-200k, 200k-500k, 500k-1M, 1M-2M, 2M-5M, >5M
_removed_RnVjaHN5
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Beitrag #44629 | 09.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
Nachdem der Antrag i2927 zur Diskussion verwendet wurde, stelle ich meine Thesen hier nochmals zur Kritik:
https://lqfb.piratenpartei.at/initiative/show/2927.html

Problem sind nicht die Wenigen die viel verdienen, sondern die Vielen die nichts verdienen!
Begründung: Explodierende ManagerInnen-Gehälter mögen zwar ein kontroverses (populistisches) Thema sein, decken jedoch die wahren Problem zu:
  • Die Arbeitslosigkeit im Euro-Raum geht steil nach oben: http://derstandard.at/1363709607298/Neue...m-Euroraum
  • Hauptproblem ist die Jugendarbeitslosigkeit: Hier spricht der Economist - normalerweise ein Sprachrohr des freien Marktes - bereits von einer "Lost Generation": http://www.economist.com/news/leaders/21...ion-united
  • Gerade die Jugendarbeitslosigkeit ist eine sehr gefährliche Zeitbombe: Hier wächst eine desillusionierte Generation heran, deren Vertrauen in die Demokratie und sozialen Zusammenhalt stark geschwächt ist - mit möglichen Konsequenzen für die Zukunft.
  • Die größtenteils Aktiengesellschaften, die diese hohen ManagerInnengehälter zahlen, müssen diese eh vor ihren AktionärInnen rechtfertigen. Außerdem erhalten die ManagerInnen größtenteils sowieso nur Aktien, die jetzt nicht 1:1 in Barvermögen umzurechnen sind.
  • Für eine sinnvolle Umsetzung ist mind. eine europäische Regelung notwendig. Als einzelnes Land bringt sowas wenig.

Zusammenfassend:
Gesetzliche Begrenzung der ManagerInnengehälter halte ich für einen falschen Lösungsansatz. Fokussieren lieber auf: Bekämpfung (Jugend)Arbeitslosigkeit, Einforderung Mindestlohn, höhere Steuern auf Vermögen (Abgabenquote auf Arbeitseinkommen liegt jetzt schon sehr/zu hoch), Stärkung der AktionärInnenrechte.


Zur geäußerten Vermutung, eine Begrenzung der ManagerInnengehälter würde Arbeitsplätze schaffen: Das ist eine Illusion. Mit den Dividenden an AktionärInnen könnte man übrigens genau gleich argumentieren. Oder mit vermindeter Steuerbelastung...

Eine freie, offene Gesellschaft soll so wenig Verbote als möglich haben - lieber Steuerungs- & Anreizsysteme schaffen und nicht mit einzelnen Regelungen das Parteiprogramm aufblähen.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.05.2013 00:22 von _removed_RnVjaHN5.)
Heckenbraunelle

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Beitrag #44394 | 08.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
Warum nicht gleich alle Gehaelter offenlegen?
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Beitrag #44410 | 08.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
(08.05.2013 )gigi schrieb:  
Warum nicht gleich alle Gehaelter offenlegen?

Tja. Wieso eigentlich nicht?

Zitat:
Informationelle Selbstbestimmung

Das Recht des Einzelnen, die Nutzung seiner persönlichen Daten zu kontrollieren, muss gestärkt werden. Dazu müssen insbesondere die Datenschutzbeauftragten völlig unabhängig agieren können. Neue Methoden wie das Scoring machen es erforderlich, nicht nur die persönlichen Daten kontrollieren zu können, sondern auch die Nutzung aller Daten, die zu einem Urteil über eine Person herangezogen werden können. Jeder Bürger muss gegenüber den Betreibern zentraler Datenbanken einen durchsetzbaren und wirklich unentgeltlichen Anspruch auf Selbstauskunft und gegebenenfalls auf Korrektur, Sperrung oder Löschung der Daten haben.

Erhebung und Nutzung biometrischer Daten und Gentests erfordern aufgrund des hohen Missbrauchspotenzials eine besonders kritische Bewertung und Kontrolle von unabhängiger Stelle. Der Aufbau zentraler Datenbanken mit solchen Daten muss unterbleiben. Generell müssen die Bestimmungen zum Schutze personenbezogener Daten die Besonderheiten digitaler Daten, wie etwa mögliche Langlebigkeit und schwer kontrollierbare Verbreitung, stärker berücksichtigen.

Gerade weil die Piratenpartei Österreichs für eine stärkere Befreiung von Information, Kultur und Wissen eintritt, fordert sie Datensparsamkeit, Datenvermeidung und unabhängige Kontrolle von personenbezogenen Daten, die für wirtschaftliche oder Verwaltungszwecke genutzt werden und damit geeignet sind, die Freiheit und die informationelle Selbstbestimmung des Bürgers unnötigerweise zu beschränken.

Falls es jemanden interessiert - der obige Absatz ist aus dem Parteiprogramm der Piratenpartei Österreichs herauskopiert.

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Betriebsdirektor
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Beitrag #44418 | 08.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
(08.05.2013 )gigi schrieb:  
Warum nicht gleich alle Gehaelter offenlegen?

Hier noch was, auch gefunden im Programm der Piratenpartei Österreichs:

Zitat:
Onlineüberwachung

Die Freiheit des Einzelnen ist ein in Verfassung und Menschenrechtskonvention verankertes Grundrecht. In den letzten Jahren ist dennoch eine Tendenz zu beobachten, im Namen der Sicherheit die Freiheitsrechte einzuschränken. Dem tatsächlichen Verlust an Freiheit steht allerdings nur ein vermeintlicher Gewinn an Sicherheit gegenüber.

Die Piratenpartei Österreichs lehnt daher eine Ausweitung von Überwachungstätigkeiten im Internet ab. Eine virtuelle Streife, die mehr als die von den Nutzern für das gesamte Internet veröffentlichten Daten einsieht, stellt eine Übertretung der Privatsphäre dar. Das Hausrecht ist auch im Internet zu beachten. Aus diesem Grund lehnt die Piratenpartei Österreichs eine verdachtsunabhängige, nicht durch individuelle richterliche Anordnung zugelassene Beobachtung von Kommunikationsräumen sowie den Einsatz von Überwachungssoftware ab, sofern keine unmittelbare Gefahr für Leib oder Leben von Menschen vorliegt. Die Verwendung von im Internet gesammelten Daten zur Profilbildung außerhalb von Ermittlungstätigkeiten lehnen wir grundsätzlich ab.

Ist das eine Überwachungstätigkeit im Internet, wenn man die Gehaltsdaten aller Österreicherinnen und Österreicher veröffentlicht (ich gehe mal davon aus, dass eine Veröffentlichung im Internet gemeint war)? Liegt im Falle der Gehaltsdaten eine Gefahr für Leib und Leben vor? Oder eine Ermittlungstätigkeit (von der Ermittlungstätigkeit diverser Blockwarte abgesehen)?

Würdest du dich über noch besser profilierte und auf deine Kaufkraft abgestimmte Werbung freuen? Oder über Einbrecherbanden, die sich mit Hilfe solcher Informationen besonders kaufkräftige Gebiete für ihre Einbrüche aussuchen? Gut? Schlecht?

Zählen Transfers und Subventionen eigentlich auch zum Gehalt? Sollen die Nachbarn alle Transfers und Zahlungen, die durch öffentliche Hand erfolgen, auch einsehen können? Wenn nein, wieso nicht? Es handelt sich ja auch um "Einkommen", oder nicht? Soll man sehen dürfen, ob einer schon zwei Jahre stempeln geht oder von der Notstandshilfe lebt? Und was seine Frau beim Dorfwirt verdient (neben dem Trinkgeld)?

Korreliert nicht gerade ein Steuergeheimnis mit unserer Forderung nach Datenschutz und dem Schutz der Privatsphäre? Was erwarten wir uns denn von einer Veröffentlichung dieser Information? Vielleicht Steuerehrlichkeit (Schwarzgeld wir dort eher nicht berücksichtigt sein)? Wenn wir nicht die Einkommen aller veröffentlichen (so wie in Schweden), sondern nur die "reicher" Leute - wie rechtfertigen wir hier eine Ungleichbehandlung? Vor der Verfassung, meine ich.


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Heckenbraunelle

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Beitrag #44802 | 09.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
(08.05.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
...

Big Grin

Ich habe es eher als Gegenrede gemeint.
Warum genau die Gehälter von Managern? Sind diese keine Menschen? Was ist der Unterschied zwischen Ihnen und "uns"?
Betriebsdirektor
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Beitrag #44806 | 09.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
(09.05.2013 )gigi schrieb:  
...
Warum genau die Gehälter von Managern? Sind diese keine Menschen? Was ist der Unterschied zwischen Ihnen und "uns"?

Tja. Das sind eben die Reichen, die Bösen, die viel zu viel Geld kassieren und, wenn man der Meinung hier folgt, Minderleister, die ihr Geld nicht verdienen. Außerdem sind sie eine Minderheit und wir wissen hierzulande ja aus Erfahrung, dass das Eindreschen auf Minderheiten bei Wahlen Mehrheiten sichert...

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Ger77_gone
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Beitrag #44822 | 09.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
(09.05.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Tja. Das sind eben die Reichen, die Bösen, die viel zu viel Geld kassieren und, wenn man der Meinung hier folgt, Minderleister, die ihr Geld nicht verdienen. Außerdem sind sie eine Minderheit und wir wissen hierzulande ja aus Erfahrung, dass das Eindreschen auf Minderheiten bei Wahlen Mehrheiten sichert...
Das größte Problem dabei ist wieder mal die übliche Pauschalierung. DIE Mangerinnnen, DIE Reichen und dann natürlich die besonders "üble Sorte" die Managerinnen von Banken: DIE BANKSTERS
Die sind schuld an allem! Egal ob Bausparkasse, ob Finanzinstitut oder Investmentbanking. Wurscht, alles eine Verbrecherbande.

Man selbst hat vielleicht mit Fremwährungskrediten spekuliert, das Geld bei einer isländischen Bank angelegt, mit den irrr hohen Habenzinsen. Aber hee, das hat doch jede. Ja klar als die Leute meinten, Fremdwährung wäre ein Risiko oder 7% Ertrag sei vermutlich mit viel Gefahr verbunden, da hat man sie ausgelacht. Diese Schisserinnen! Totsichere Sache das, sagt auch die Schwägerin, die macht es auch. Ein Haus komplett auf Kredit finanziert, weil die Wertsteigerung der Immobillie locker die Zinsrate abgedeckt hat?
Das soll was mit der Krise zu tun haben? Man soll selbst eine dieser fießen Spekulantinnen sein? Blos weil man selbst ein wenig von der großen Blase profitieren wollte?


Tja leider ist das die unangenehme Wahrheit! Jede die Erträge von 5%-10% eingestreift hat, hat wissen müssen das dies mit Risiko verbunden ist. Jede die YEN Kredite angenommen hat, mußte wissen, es kann auch wieder auf- oder abwärts gehen mit dem Kurs. Alle die dann gejammert haben als das Geld weg war und den Staat zum Einspringen gezwungen haben (weil ja Wählerinnenstimmen damitverbunden) sind mitschuld, sich dessen aber nicht bewußt oder belügt sich sogar selbst. Statt dessen schafft man ein Feindbild. DIE Spekulantinnen. DIE geldgeilen Bankerinnen. Selber was beigetragen, selber ein Teil des Problems?

Haha Nicht doch! Angel
ausm

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Beitrag #45581 | 13.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
Erinnert mich irgendwie an:
http://www.youtube.com/watch?v=BkZjyJtK81I
Ger77_gone
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Beitrag #46166 | 16.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
(13.05.2013 )ausm schrieb:  
Erinnert mich irgendwie an:
http://www.youtube.com/watch?v=BkZjyJtK81I
Was bitte erinnert dich an meinem Beitrag an diesen Rede von Fekter?
Das wir selbst mit an der Krise schuld sind, so wir ebenfalls spekuliert haben und aufs schnelle Geld auswaren? Oder möchtest du das nicht so gern hören, weil du selbst ebenfalls lustig dabei warst?
Liquid
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Beitrag #44347 | 07.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Max Verhältnis zwischen Gehälter einführen
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales, Konsumentenschutz
Unverbindliches Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 1333
Ereignis: Neue Initiative
Phase: Diskussion (13 days 14:14:43 left)
i2951: Max Verhältnis zwischen Gehälter einführen
Zitat:
Es soll ein max Verhältnis zwischen geringstem und höchstem Gehalt der jeweiligen Firma eingeführt werden und so die utopischen Gehälter eingeschränkt werden. Hierdurch gibt es aber keinen fixen max Wert.
Will ein Manager mehr Gehalt muss er auch das der "Kleinen" erhöhen.
zb: Verhältnis: 1:1000 → Hilfsarbeiter: 1.000€ → Top-Manager/"Chef": 1.000.000
Ger77_gone
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Beitrag #52406 | 07.06.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
Trotzdem es nur ein unverbindliches Meinungsbild war, ist es schön zu sehen dass sich die Vernunft durchgesetzt hat.
i2946: Offenlegung von Managergehältern im öffentlichen Bereich
Ja: 50 (96%) · Enthaltung: 1 · Nein: 2 (4%) · Angenommen

Wie gehts jetzt weiter? Wird das jetzt ein Programmantrag?
Betriebsdirektor
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Beitrag #52423 | 07.06.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
(07.06.2013 )Ger77 schrieb:  
Trotzdem es nur ein unverbindliches Meinungsbild war, ist es schön zu sehen dass sich die Vernunft durchgesetzt hat.
i2946: Offenlegung von Managergehältern im öffentlichen Bereich
Ja: 50 (96%) · Enthaltung: 1 · Nein: 2 (4%) · Angenommen

Wie gehts jetzt weiter? Wird das jetzt ein Programmantrag?

Ein erstaunlich klares Votum. Mal schauen. Ich habe kürzlich eine neue Möglichkeit erfahren, wie man mit den Managergehältern umgehen kann. Das stelle ich auch noch als Antrag ein.

Der Kern ist, dass Managergehälter die Steuerbemessungsgrundlage der Firmen verringern, da sie einen buchhalterischen Aufwand darstellen, der von der Steuer abgesetzt werden kann. Das müsste nicht so sein. Wenn die hohen Boni und Gehälter nicht mehr steuerlich abgesetzt werden können, dann erhöhen sich die Kosten für die Firmen, weil der Staat zweimal kassieren kann (etwas ähnliches ist heute z.B. bereits bei zu teuren Dienstautos der Fall). Einmal bei der Einkommenssteuer und einmal bei der Körperschaftssteuer. Das ergibt eine relativ hohe Gesamtsteuerbelastung für solche Zahlungen von rund 75% - ohne dass man an der Steuerprogression etwas ändern muss. Damit macht man das Problem zu einem Problem der Aktionäre, denn durch die fehlende Absetzbarkeit kostet ihnen das dann richtig viel Geld.

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ausm

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Beitrag #44920 | 10.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
So ich bin mal so frei und mach den Job des Liquid-Bots damit wir über die Initiative auch Diskutieren können.

Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales, Konsumentenschutz
Unverbindliches Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 1333
Ereignis: Neue Initiative
Phase: Diskussion (11 days 05:53:37 left)
i2927: Begrenzung der Managergehälter auf 500.000 Euro
Zitat:
Die Managergehälter bzw. Vorstandsgehälter börsenotierter Konzerne sollen bei Erfüllung gewisser Kriterien (Streubesitz, Kleinaktionärsanteil, ...) auf maximal 500.000 Euro begrenzt werden.

===Zu Anregungen und Kritik===


Zu "Wozu diese Initiative? Wir haben bereits diese Initiative im Programm: Initiative i2273: Kopplung der durchschnittlichen Einkommen der Beschäftigten an die Vorstandseinkommen. Anstatt alles runterzunivellieren, was anscheinend einigen Leuten hier großen Spaß zu machen scheint und oft genug beim BGE für alle endet, sollte man doch eher hinaufnivellieren, oder etwa nicht? Wie soll man denn sonst die Kaufkraft steigern? Denn nur weil man den Vorständen die Bezüge begrenzt, ändert sich nichts am Einkommen der Mitarbeiter. Aber vermutlich viel an den Dividenden. Oder am Firmenwert. Oder an beidem. Vom Eingriff in die freie Vertragsgestaltung jetzt mal abgesehen.":

i2273 sieht keinen Faktor vor, und sie legt nicht fest, welcher Zeitpunkt der Koppelungszeitpunkt sein soll.
Vor 40 Jahren lagen Statistiken zufolge die Managergehälter vielfach um einen Faktor 20 über den Gehältern einfacher Angestellter, während es heute vielfach ein Faktor 50 ist. (Aber ich stimme schon zu, dass das Auseinanderklaffen in anderen Staaten, wie beispielsweise USA, noch größer ist)
Wenn man also die Zeiten von vor 40 Jahren zum Festlegungs- und Koppelungszeitpunkt macht, dann ist das mit einer Begrenzung durchaus vereinbar.
Es hängt auch damit zusammen, ob man das Argument "kauft", dass jemand umso mehr "verdient", je mehr Menschen von seinen Entscheidungen betroffen sind, selbst wenn er dafür wenig Zeit aufwendet, bzw. gleichviel Zeit wie jemand der an Regal steht und Waren einschlichtet.

Das mit dem "Hinaufnivellieren" klingt ja recht gut und schon, nur wie soll das ohne Wirtschaftswachstum gehen, wie soll das gehen, ohne die Umwelt zu zerstören ???? Aus ökologischen Gründen ist das Argument mit dem permanenten Hinaufnivellieren ziemlich zweifelhaft. Gerade der Irrglaube, es gehe immer beliebig weit hinauf, führt zu hohlen Booms, die dann platzen und zu Wirtschaftskrisen führen, in denen es bergab geht.

Man kann durchaus argumentieren, i2273 ist eine schlechte Initiative.

Zu "Problem sind nicht die Wenigen die viel verdienen, sondern die Vielen die nichts verdienen! (Arbeitslosigkeit, etc) Die Arbeitslosigkeit im Euro-Raum geht steil nach oben: http://derstandard.at/1363709607298/Neue...m-Euroraum Hauptproblem ist die Jugendarbeitslosigkeit: Hier spricht der Economist - normalerweise ein Sprachrohr des freien Marktes - bereits von einer "Lost Generation": http://www.economist.com/news/leaders/21...ion-united Gerade die Jugendarbeitslosigkeit ist eine sehr gefährliche Zeitbombe: Hier wächst eine desillusionierte Generation heran, deren Vertrauen in die Demokratie und sozialen Zusammenhalt stark geschwächt ist - mit möglichen Konsequenzen für die Zukunft."

Eben: wenn die Manager und Vorstände weniger verdienen, bleibt mehr Geld, um Arbeitsplätze zu schaffen !!!!!

Zu "die fixe Begrenzung auf 500.000 Euro beschränkt in meinen Augen das freie handeln der Unternehmen, und wenns auch gerecht erscheint hat ein bisschen den faden Planwirtschafts-Beigeschmack. Ich würds besser finden, wenn man die Unternehmen anhand der Einkommensverteilung(Gini-Index, Anzahl der Mitarbeiter zwischen Median u. Durchschnittseinkommen) im Unternehmen zu Ausgleichszahlungen zu verpflichten, so wie z.B. bei der Behindertenquote. Damit wird nicht nur die oberste Manager-Etage zur Zurückhaltung aufgerufen, sondern auch die Manager darunter(da würden die 500.000€ ja auch manchmal schlagend). Das Management und die Aktionäre sind außerdem daran interresiert über möglichst hochbezahltes Personal in den untersten Einkommesschichten ihres Unternehmens zu verfügen, weils ja auch dann im eigenen Geldbeutel besser klingeln darf. Man dürfte dabei hald auch nicht Leasingarbeiter vergessen. Und unverhältnissmäßig hohe Gewinnausschüttungen müssten natürlich auch in die Einkommensverteilungsberechnung einfließen."

Eben ! Es geht hier nicht um Unternehmer, die das Unternehmen, das sie leiten, selbst besitzen, sondern es geht um Manager und Vorstände, die das Unternehmen, das sie leiten, nicht selbst besitzen.
Aktionäre sind nicht daran interessiert, möglichst hochbezahltes Personal im Mittelbau zu haben (das würde u.U. ja auch die Dividende schmälern), sondern möglichst hochqualifiziertes Personal, bzw. Personal, bei dem die Kosten-Nutzen-Rechnung stimmt. Und hier stellt sich die Frage: stimmt die Kosten-Nutzen-Rechnung heute noch ?
ausm

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Beitrag #44922 | 10.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
Ich möcht da zu dem Kontra-Argument "Falscher Ansatz" was zum besten geben:
Ich halte die 500.000€ Deckelung auch für problematisch, und auch aus den aufgezählten Gründen.
Nur bei deinem Ansatz die Lohnnebenkosten zu senken, in dem Punkt muss ich dem Betriebsdirektor recht geben. Die Aktionäre der Konzerne werden sich über das Steuergeschenk freuen, weil wenn auch vielleicht ein Teil bei den Mitarbeitern ankommt, fehlt das Geld in der Staatskasse. Der Teil den die Mitarbeiter u.u. mehr haben genauso wie den Teil den wir den Unternehmensgewinnen überlassen haben. Und das Geld muss wo herkommen, und ganz egal bei welcher Sozialleisung man das jetzt zurückholt, Zahlt der Mitarbeiter dann im Endeffekt doppelt drauf.
Ums kurz zu machen, Lohnnebenkosten senken = Lohn senken.
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Beitrag #45064 | 10.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
(10.05.2013 )ausm schrieb:  
Und das Geld muss wo herkommen, und ganz egal bei welcher Sozialleisung man das jetzt zurückholt, Zahlt der Mitarbeiter dann im Endeffekt doppelt drauf.
Ums kurz zu machen, Lohnnebenkosten senken = Lohn senken.

Um es noch kürzer zu machen, sparen wäre eine verfolgenswerte Idee!
Betriebsdirektor
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Beitrag #45130 | 10.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
(10.05.2013 )Gast schrieb:  
Um es noch kürzer zu machen, sparen wäre eine verfolgenswerte Idee!

Stimmt. Diese ganzen Bankenförderungen mit Steuergeld gehören abgeschafft. Je früher, desto besser.

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Ger77_gone
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Beitrag #49009 | 27.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Managergehälter in Kategorien offenlegen
Bin Produktmangerin, muß ich dann auch mein Gehalt offenlegen? Angel Ach ja, meine Kolleginnen sind auch alle Produktmanagerinnen? Bei uns betreut praktisch jede ein Produkt, müssen wir alle dann unsere Gehälter offenlegen?
Und warum nur Manager? Leitende Persoen? Wieviele Personen? Was ist mit den Expertinnen die oft das mehrfache von Managerinnen verdienen?
Schimmert da bei der Initiative etwas Sozialneid durch?




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