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Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
Gamoder

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Beitrag #24885 | 27.02.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
Ich plädiere für eine Teilabschaffung des Urheberrechts im Bezug auf Privatpersonen, bei der nicht nur die rein private Nutzung (fast) uneingeschränkt möglich sein soll, sondern auch die kommerzielle, wenn sie auf Privatpersonen gerichtet ist. Zum Ausgleich der dadurch entstehenden massiven finanziellen Verluste für die Künstler soll ein solcher Teil des Einkommens für derartige Immaterialgüter zweckgebunden sein.

Ich nehme nicht in Anspruch, dass das ganze so direkt funktionieren kann bzw. dass es keine Verbesserungsmöglichkeiten gibt, deshalb würde ich das gerne diskutieren, ob ich etwas wesentliches übersehen habe bzw. was man besser machen kann.

Ich weiß dass es ein großer, radikaler, Vorschlag ist, was ich eigentlich nicht mag (weil gilt, dass die Fehleranfälligkeit umso stärker steigt je mehr geändert wird), aber ich konnte das ganze leider nicht mehr trennen. Möglicherweise wäre dieser Vorschlag auch sinnvoll bei Unternehmen, da dürfte die Situation aber etwas komplexer sein und ich will "so wenig wie möglich" ändern.

Beobachtungen
  • Wird ein urheberrechtlich geschütztes Material kopiert, entsteht kein Schaden für den Urheber, aber ein Gewinn für den Konsumenten
  • Zahlt jedoch niemand für Immaterialgüter, werden deutlich weniger produziert
Daraus ergibt sich, dass ein gutes Urheberrecht dafür sorgt, dass Künstler für ihre Arbeit fair entlohnt werden, aber andererseits deren Produkte leicht verfügbar sind.

Das heutige Urheberrecht hat einige positive Eigenschaften, die bei einem neuen Urheberrecht erhalten bleiben sollen:
  • Ausnutzung der Schwarmintelligenz: Produkte, die von vielen gemocht werden, werden häufig gekauft und dadurch wird hohe "Qualität" (nicht im Sinne von ausgefeilter Komposition, sondern von größtmöglichem Unterhaltungsgewinn) belohnt
  • Große Freiheit: Jeder kann konsumieren was er will, jeder kann produzieren was er will, jeder kann die Bedingungen frei vorgeben unter denen er ein Werk genutzt haben will

Gleichzeitig gibt es aber Schattenseiten, die Probleme bereiten, seit Inhalte leicht kopierbar geworden sind
  • Die Durchsetzung des Urheberrechts ist nur mit starker Überwachung und Freiheitseinschränkung möglich
  • Die Güterallokation ist suboptimal: Ohne Schaden könnten durch das Kopieren von Inhalten mehr Personen von diesen profitieren

Da die beiden negativen Punkte relativ neu sind, wurden sie beim ursprünglichen Urheberrecht nicht bedacht. Das heißt: Das Urheberrecht, wie es ist, ist nicht schlecht - nur möglicherweise nicht mehr zeitgemäß.
Ich möchte daher die beiden unteren Punkte verbessern, wobei ich die oberen Punkte nicht allzu sehr verschlechtern möchte (es ist illusorisch zu glauben, eine reine Verbesserung in allen Punkten erreichen zu können, die wäre schon längst verwirklicht worden)

Lösungsvorschlag

Die Lösung für die unteren Punkte ist einfach: Wenn man all das, was jetzt verboten ist, für Private erlaubt, können sie profitieren und man benötigt deutlich weniger Überwachung.
Bei einer einfachen Abschaffung des Urheberrechts würde man aber beide obigen positiven Punkte vollkommen verlieren: Künstler hätten keine Freiheit mehr, ihre Werke so anzubieten, wie sie wollen und bekämen auch nicht proportional zur "Güte" der Werke bezahlt.

Ich möchte jeden (jede Privatperson) verpflichten, ein bestimmtes Ausmaß Geld für Immaterialgüter zu verwenden und dafür jedes Urheberrecht, das sich auf Nutzung und Verbreitung im Bezug auf Private bezieht, abschaffen. Das bezieht sich nicht auf die Verschleierung des Urhebers: Die bringt keinen Vorteil für die Nutzer, sondern praktisch nur Nachteile für den Künstler, also soll sie weiterhin verboten bleiben (bzw. man den ursprünglichen Urheber weiterhin angeben müssen).

Das wird sichergestellt, indem eine Zweitwährung, der sog. "Immaterial-Euro" eingeführt wird. Dieser darf ausschließlich zur Bezahlung von Immaterialgütern verwendet werden. Jedes Monat wird dabei von jedem Einkommen ein gewisser Euro-Betrag (z.B. als Steuer oder Abgabe), der je nach Einkommen gestaffelt ist und der erwarteten Ausgabe für Immaterialgüter entsprechen soll abgezweigt und ein betragsgleicher Immaterial-Euro-Betrag auf ein für jeden eingerichtetes spezielles Konto übertragen. Der Immaterial-Euro existiert nicht als Bargeld, es soll aber, ähnlich der Bankomatkarte eine Möglichkeit für leichte Zahlung überall vorhanden sein.
Privatpersonen können mit dem Immaterialeuro beliebig handeln, Unternehmen dürfen ihn aber nur annehmen, wenn er für Immaterialgüter verwendet wird, wobei es egal ist, ob damit ein Immaterialgut vorfinanziert oder für ein bestehendes gezahlt wird, ob man ein konkretes Stück erwirbt oder für eine größere Palette zahlt und ob man es direkt an den Produzenten zahlt oder an einen direkten oder indirekten Verwerter - relevant ist einzig, das keine materielle Leistung dafür erbracht wird.
Gleichsam dürfen Privatpersonen an Unternehmen und Unternehmen untereinander Immaterialeuros nur anbieten, wenn dafür Immaterialgüter gehandelt (direkt/indirekt ... wie vorher) werden.

(Schwach) sichergestellt wird dies dadurch, dass die Umwandlung von Immaterialeuros in "echte" Euros nur über eine staatliche Stelle erfolgen kann, bei der sich Unternehmen zuvor eintragen müssen und sich verpflichten müssen, nur Immaterialeuros, bei denen kein materielles Produkt als Gegenleistung in Euros umzuwandeln - entweder direkt, weil sie selbst die Immaterialeuros für immaterielle Produkte eingenommen haben oder weil sie diese von jemandem haben, der sich dieser Verpflichtung angeschlossen hat.

Falls "unabsichtlich" materielles Gut für Immaterialeuros verkauft wurde, wird darauf ein Mehrwertsteuersatz von 900% eingehoben (d.h. 90% des eingenommenen Geldes gehen an den Staat). Wenn man einem Unternehmen nachweisen kann, dass es wissentlich materielle Güter für Immaterialeuros verkauft (dürfte relativ leicht sein, weil man das ja sehen kann im Internet), muss das Unternehmen Strafe zahlen und kann u.U. sogar wegen Steuerhinterziehung belangt werden.

Durch dieses System kann man (nicht sicher, aber es ist illusorisch anzunehmen ein absolut missbrauchssicheres System schaffen zu können; ich denke, der Missbrauch in diesem System dürfte den kritischen Wert nicht überschreiten) gewährleisten, dass ein gewisser Teil des Einkommens nicht für nicht-Immaterialgüter ausgegeben wird, aber noch nicht, dass das Geld auch tatsächlich bei den Produzenten ankommt, da es ja leicht Personen geben kann, die schlicht nichts kaufen und so Geld anhäufen.

Deshalb soll es eine starke Vermögenssteuer auf Immaterialeuros geben. Im Gegensatz zu der "üblichen" Vermögenssteuer hat diese aber nicht den Zweck eines sozialen Ausgleichs, sondern soll Geld von Personen, die das Geld selten bis nie ausgeben zu jenen verteilen, die es sehr wohl ausgeben.
Ich schlage daher eine variable Freigrenze von z.B. 500€ + 4 Monatsbeträgen vor, ab denen 10% Vermögenssteuer zu zahlen ist. Diese bekommt jedoch nicht der Staat, sondern dient dazu, das Geld, das vom eigenen Einkommen abgezweigt wird zu multiplizieren.
Da es selbstverständlich möglich ist, manchmal extrem teure Immaterialgüter erwerben zu wollen, für die längeres Sparen nötig wäre, sollte es auf den Konten die Möglichkeit einer "langfristigen Reservierung" geben. Dabei wird ein Auftrag mit Immaterialeuros erst in ferner Zukunft ausgeführt, wenn genug Geld vorhanden ist, die Vermögenssteuer aber bis dahin für die Person ausgesetzt. Der Auftrag kann nicht abgebrochen werden.

Unternehmen müssten weiterhin all ihre Immaterialgüter bezahlen wie bisher - außer, die Immaterialgüter werden (fast) ausschließlich dazu verwendet, dass Privatpersonen davon profitieren können. Der Grund dafür ist, dass die Kontrolle doch leichter ist und es viel größere Unterschiede darin gibt, wie viel Interesse die Unternehmen an der Verwendung von Immaterialgütern haben.

In sehr vielen Fällen wird es zu einer "Aufsplittung" in "echte Kosten" und "Immaterialkosten" geben, was durchaus wünschenswert ist. So könnte beispielsweise ein Kino für eine Kinokarte einen gewissen Preis verrechnen, der im Wesentlichen die Kosten für Saalmiete, Personal, Technik usw. enthält und zusätzlich eine leichte Möglichkeit bietet, für den Film an sich z.B. per Bankomatkarte zu zahlen.

Definition Immaterialgut
Das wesentlichste Kriterium für "Immaterialgut" ist die leichte Kopierbarkeit. Es ist dabei egal, welchen Inhalt etwas hat, nur auf die verlustfreie/arme Kopierbarkeit kommt es an: Ein Spiel, das über eine Streamingplattform gespielt werden kann (und man den Stream sichern kann), zählt nicht als Immaterialgut, weil man nur das Video, nicht aber das Spiel kopieren kann. Ein gestreamtes Video dagegen zählt sehrwohl als Immaterialgut. Wenn dasselbe Spiel, das vorher über eine Streamingplattform gespielt wurde, aber DRM-frei lokal läuft zählt es wieder als Immaterialgut.

Es gibt Güter, die in Grauzonen fallen, weil sie zwar kopierbar und nicht kopiergeschützt sind, aber nicht so leicht, vor allem nicht verlustfrei, kopiert werden können und andere, bei denen für das Kopieren signifikante Kosten anfallen. In diesen Bereich fallen beispielsweise Bücher, zukünfig möglicherweise auch Plastikfiguren.
Es soll dabei folgende Unterscheidung getroffen werden:
* Wenn man erwarten kann, dass ein Konsument das Produkt leicht und sehr kostenarm kopieren kann (z.B. eine nicht kopiergeschützte Datei), dann darf der vollständige Wert in Immaterialeuros bemessen sein
* Wenn der einfache Konsument das Produkt nicht leicht kopieren kann, eine Kopie aber von einem Profi leicht herstellbar ist, darf der vollständige Wert abzüglich den Kosten, die dem Kopierprofi bei der Produktion entstehen, verrechnet werden. Zur Rechtssicherheit kann man sagen, dass es jedenfalls erlaubt ist, diese Kosten mit 50% über den Selbstkosten liegend anzunehmen.
* Wenn das Produkt auch von einem Profi nur mit extremen Aufwand oder nicht kopiert werden kann, darf das Produkt nicht mit Immaterialeuros bezahlt werden.

Erwartete/Erhoffte Effekte

Ein sehr bedeutsamer Effekt wäre die Aufsplittung zwischen Kosten für das Immaterialgut und sonstigen Kosten. Dies würde eine wesentliche Förderung der echten Produzenten im Vergleich zu derzeit "illegalen" Filehostern darstellen, da echte Produzenten genau so wie die Filehoster nur Geld für Datentransfer bzw. Inhaltsaufbereitung, nicht aber die Inhalte selbst verlangen würden. Gleichzeitig wären die Kunden aber "näher" bei den Produzenten und würden so das Geld direkter ausgeben.

Das Spannungsfeld zwischen "gutes Konsumerlebnis" und "schauen, dass nicht kopiert wird" könnte verringert werden: Kinos könnten sich darauf konzentrieren, ein gutes Kinoerlebnis zu bringen und müssten nicht darauf achtgeben, die Benutzer zu kontrollieren, ähnliches gilt für Softwareproduzenten.

Unternehmen profitieren indirekt davon, dass Privatpersonen teure Software für den Privatgebrauch kostenlos benutzen können (und tatsächlich ist Software für den Privatgebrauch oft günstiger bzw. wird Piraterie im Privatgebrauch nicht als dermaßen problematisch gesehen).

Die Freiheit für Künstler sinkt massiv, weil ein großer Teil der freien Vertragsgestaltung wegfällt. Sie könnten nicht mehr bestimmen, wer ein Kulturgut nutzen darf. Nur: Diese Freiheit besteht im Moment oftmals auch nur theoretisch, denn praktisch gibt es häufig Schwarzkopien.

Die Freiheit für Privatpersonen sinkt und steigt gleichzeitig. Sie sinkt, weil es eine neue Steuer/Abgabe gibt und sie dadurch nicht mehr so genau steuern können, wofür sie wie viel Geld ausgeben. Sie steigt, weil sie Immaterialgüter freier nützen können.

Arme Leute profitieren überproportional: Während sie zwar weniger Einfluss darauf haben, was produziert wird (haben sie jetzt auch nicht), können sie trotzdem unlimitiert Inhalte nutzen.

Der Wettbewerb sinkt und steigt gleichzeitig: Er sinkt, weil die Freiheit darüber wegfällt, Geld für Immaterialgüter oder andere Güter auszugeben und er steigt, weil Produkte häufiger erst "nach" dem Konsum gekauft werden und so schlechte Produkte mit guter Werbung stärker bestraft werden.

Der Verwaltungsaufwand steigt. Während das in Summe vermutlich zu effektiv keinen Kosten für den Staat führt (die Immaterialeuros sind unverzinst, was einem zinslosen Kredit des dort gelagerten Geldes an den Staat entspricht und die Verwaltungskosten wohl decken kann), gibt es mehr Aufwand zur Überwachung der Vorschriften zur Zahlung (dass nur Immaterialgüter mit Immaterialeuros gezahlt werden). Zu beachten ist aber, dass der Verwaltungsaufwand für Private auch sinkt, da sie selbst weniger Schutzmaßnahmen ergreifen müssen und Verwertungsgesellschaften, die bereits existieren, die Aufgabe, Immaterialeuros in "echte" umzuwandeln leicht übernehmen können.

Abgrenzung zu anderen Vorschlägen
Aktuelle Situation
Schon jetzt gehen einige Elemente durchaus in diese Richtung. Mit Pauschalabgaben wie der Festplattenabgabe wird versucht, die Künstlerfinanzierung sicherzustellen während man in Deutschland schon langsam erkennt, dass Massenabmahnungen nicht zielführend sind (gut, in Österreich will man diese einführen)

Kulturflatrate
In gewisser Weise die aktuelle Situation weiter gedacht: Legalisierung von Privatkopien gegen eine Fixgebühr.
Problematisch aus meiner Sicht ist bei einer Kulturflatrate, dass sie prozentuell sozial schwächere stärker belastet und die Verteilung unklar ist.

Kulturwertmark
Die Kulturwertmark versucht, das Verteilungsproblem zu lösen und hat große Ähnlichkeiten zu meinem Modell (ich habe auch darauf aufgebaut).
Problematisch ist allerdings, dass bei ihr die Besserstellung von "illegalen" Filehostern gegenüber den echten Produzenten nicht aufgehoben wird und z.B. Kinos relativ benachteiligt werden.

Ich habe in meinem Modell versucht, diese drei Probleme, die ich bei den anderen Modellen gesehen habe - Verteilung, Belastung sozial schwächerer und Besserstellung von "illegalen" Filehostern zu mildern.
Ebenso wie die Kulturwertmark gibt es jedoch zusätzlich das Problem einer weiteren Währung.

Negativ bei meinem Punkt ist, dass wiederum eine Überwachung notwendig ist, um einen korrekten Zahlungsablauf zu gewährleisten, was bei den anderen Legalisierungsmodellen nicht der Fall ist.

Schlusswort
Ich bin mir sicher, ich habe etwas wesentliches übersehen. Und ja, ich weiß, der Vorschlag wurde schon einmal heruntergevoted, aber ich habe versucht, ihn zu verbessern und halte ihn immer noch für zumindest "ausprobierenswert"
Gerne bin ich für Kritik & Anregungen offen - der Vorschlag ist lang, aber dafür da, verbessert zu werden.

tl;dr
Das aktuelle Urheberrecht berücksichtigt die leichte Kopierbarkeit vieler Werke nicht, wodurch eine Massenkriminalisierung stattfindet. Gleichzeitig ist der wesentlichste Zweck des Urheberrechts die Künstlerfinanzierung. Diese kann gewährleistet werden, indem Einkommen für Film, Musik und co. zweckgebunden werden, wobei diese Zweckbindung technisch über eine neue Währung realisiert wird, bei der unverbrauchtes Geld an Personen mit hohem Verbrauch ausgeschüttet wird.
Probleme bisheriger Urheberrechtsmodelle waren Belastung sozial schwächerer, Problematik der korrekten Verteilung und dem relativen Schlechterstellen von Firmen, die Immaterialgüter für Konsumenten bereitstellen.

Pro Beiträge bearbeiten für alle: Bessere Beiträge - Fehler gehören korrigiert, Missverstandenes reduziert und Unverständliches erklärt.
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smbs

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Beitrag #26229 | 04.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
(27.02.2013 )Gamoder schrieb:  
Ich möchte jeden (jede Privatperson) verpflichten, ein bestimmtes Ausmaß Geld für Immaterialgüter zu verwenden und dafür jedes Urheberrecht, das sich auf Nutzung und Verbreitung im Bezug auf Private bezieht, abschaffen. Das bezieht sich nicht auf die Verschleierung des Urhebers: Die bringt keinen Vorteil für die Nutzer, sondern praktisch nur Nachteile für den Künstler, also soll sie weiterhin verboten bleiben (bzw. man den ursprünglichen Urheber weiterhin angeben müssen).

Mir stößt es da ein bisserl auf "verpflichten". Was ist, wenn ich überhaupt nichts in diese Richtung nutze? Ich bin der Meinung, dass man nicht für etwas zahlen muss, was man nicht nutzt oder beabsichtigt zu nutzen.

Sozialversicherung zahl ich, weil es sicher dazu kommt, dass ich krank werde.
Pensionsversicherung zahle ich, weil ich in Pension gehen werde (hoffentlich)

Vignette kauf ich mir keine, weil ich die Autobahn nicht nutze.

Warum soll ich für urheber-geschützte Produkte bezahlen, wenn ich nicht beabsichtige sie zu nutzen?
(27.02.2013 )Gamoder schrieb:  
Das wird sichergestellt, indem eine Zweitwährung, der sog. "Immaterial-Euro" eingeführt wird. Dieser darf ausschließlich zur Bezahlung von Immaterialgütern verwendet werden. Jedes Monat wird dabei von jedem Einkommen ein gewisser Euro-Betrag (z.B. als Steuer oder Abgabe), der je nach Einkommen gestaffelt ist und der erwarteten Ausgabe für Immaterialgüter entsprechen soll abgezweigt und ein betragsgleicher Immaterial-Euro-Betrag auf ein für jeden eingerichtetes spezielles Konto übertragen.

Wieviel ist ein "Immaterial-Euro" wert?
Gleich viel wie ein Euro?
Heißt das ich bin dann auch verpflichtet ein weiteres Konto bei einer Bank zu besitzen?
(27.02.2013 )Gamoder schrieb:  
Der Immaterial-Euro existiert nicht als Bargeld, es soll aber, ähnlich der Bankomatkarte eine Möglichkeit für leichte Zahlung überall vorhanden sein.

Ok, ich möchte einen guten Freund ägern und kaufe ihm die neue alte Star Wars Trilogie wo Han Solo nicht zuerst schießt. Die kostet 70€. Ich habe auf meiner Karte mit dem "Immaterial-Euro" 50€ drauf. Kann ich mit der Karte oder mit Bargeld die restlichen 20€ bezahlen?
(27.02.2013 )Gamoder schrieb:  
Privatpersonen können mit dem Immaterialeuro beliebig handeln, Unternehmen dürfen ihn aber nur annehmen, wenn er für Immaterialgüter verwendet wird, wobei es egal ist, ob damit ein Immaterialgut vorfinanziert oder für ein bestehendes gezahlt wird, ob man ein konkretes Stück erwirbt oder für eine größere Palette zahlt und ob man es direkt an den Produzenten zahlt oder an einen direkten oder indirekten Verwerter - relevant ist einzig, das keine materielle Leistung dafür erbracht wird.
Gleichsam dürfen Privatpersonen an Unternehmen und Unternehmen untereinander Immaterialeuros nur anbieten, wenn dafür Immaterialgüter gehandelt (direkt/indirekt ... wie vorher) werden.

Wer/Welche Stelle/Amt/Behörde kontrolliert das?
Was kosten die Personen bzw die Ausstattung die das kontrollieren soll?

(27.02.2013 )Gamoder schrieb:  
(Schwach) sichergestellt wird dies dadurch, dass die Umwandlung von Immaterialeuros in "echte" Euros nur über eine staatliche Stelle
[...]
So könnte beispielsweise ein Kino für eine Kinokarte einen gewissen Preis verrechnen, der im Wesentlichen die Kosten für Saalmiete, Personal, Technik usw. enthält und zusätzlich eine leichte Möglichkeit bietet, für den Film an sich z.B. per Bankomatkarte zu zahlen.

Das klingt gut überlegt, aber es überzeugt mich nicht und (oder weil) ich verstehe es teilweise nicht. Ich stehe schon bei der Frage an... "Warum brauch ich da eine eigene Währung?" an...
(27.02.2013 )Gamoder schrieb:  
Definition Immaterialgut
Das wesentlichste Kriterium für "Immaterialgut" ist die leichte Kopierbarkeit. Es ist dabei egal, welchen Inhalt etwas hat, nur auf die verlustfreie/arme Kopierbarkeit kommt es an:
[...]
Es gibt Güter, die in Grauzonen fallen, weil sie zwar kopierbar und nicht kopiergeschützt sind, aber nicht so leicht, vor allem nicht verlustfrei, kopiert werden können und andere, bei denen für das Kopieren signifikante Kosten anfallen. In diesen Bereich fallen beispielsweise Bücher, zukünfig möglicherweise auch Plastikfiguren.
Es soll dabei folgende Unterscheidung getroffen werden:
[...]

Ich glaube nicht, dass damit jeder Laie zurecht kommt. Wie würde eine verständliche Bürgerinformation dazu aussehen?
(27.02.2013 )Gamoder schrieb:  
[...]

Wirkt sehr gut ausgearbeitet und gut überlegt.

Beschäftigst du dich in deinem Beruf mit dem Thema?

Ich finde, dass es ein guter Ansatz ist...trotzdem schreckt mich der Ein oder Andere Aspekt ab. Teilweise ist es sehr detailliert beschrieben. Teilweise entstehen (bei mir) viele Fragen beim lesen.

Am öftersten habe ich mich in Gedanken dabei gesehen etwas einzukaufen. Mit Bankomat und Immaterial-Euro-Karte bewaffnet auf der Such nach Nicht-Grauzonen, im Geschäft überlegend wie und wann ich etwas kaufe, damit ich auf einer Karte kein Minus mache. Auf der Suche nach Erkenntnis, was nun wie kopierbar sein könnte und/oder ob früher dann nicht doch alles einfacher gewesen sein wird.

Nochmals, großartige Arbeit....jetzt musst dus nur noch ganz simpel Erklären. Bitte ein "Immaterial-Euro für Dummies" schreiben ;o)

Hochachtungsvoll
smbs
Gamoder

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Beitrag #26239 | 04.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
Ganz kurz vorneweg (steht eh noch im Text, aber weil es so wichtig ist trotzdem):
Ich denke, dass man für jedes Produkt, wenn man will, 0 Immaterial-Euros ausgeben kann, wenn man nicht mehr will, weil es einfach nicht mehr notwendig sein wird, weil die Künstler ein gesichertes Einkommen haben - und so dürften die Probleme mit "was wenn ich meine Karte vergessen habe usw." nicht so drastisch sein.
(04.03.2013 )smbs schrieb:  
Mir stößt es da ein bisserl auf "verpflichten". Was ist, wenn ich überhaupt nichts in diese Richtung nutze? Ich bin der Meinung, dass man nicht für etwas zahlen muss, was man nicht nutzt oder beabsichtigt zu nutzen.
Nun - ja, es ist eine Freiheitseinschränkung und nicht für jeden fair.
Schon jetzt zahlt man für vieles, was man vielleicht nutzt oder auch nicht, z.B. für die Wohnbauförderung, die Förderung von öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Straßenbau (gibt es auch abseits der Autobahn :-) ) usw.
Auch die angesprochenen Versicherungen sind nicht "fair": Personen mit gesünderem Lebensstil haben geringere Krankheitskosten, werden also hier benachteiligt. Wenn man im Alter anfängt, trotz des Risikos Extremsport zu betreiben, entlastet man die Pensionskassa usw.

Aber ich denke: Ebenso wie z.B. irgendeine Form von Verkehrsmittel, egal ob Auto oder Bahn von den meisten genutzt wird, wird irgendeine Form von Immaterialgut genutzt. Ich persönlich kenne niemanden, der weder ein Buch noch eine Musik-CD noch einen Film noch einen Fernseher noch ein Computerspiel und auch keine (kostenpflichtige) Software auf seinem PC hat und auch keine Magazine liest.

Natürlich kann es im Einzelfall vorkommen, dass jemand wirklich nichts davon hat, aber ich denke, das ist nicht so häufig. Zudem kann man ja die Immaterialeuros weiterverkaufen um so zumindest nicht alles zu verlieren.
(27.02.2013 )Gamoder schrieb:  
Wieviel ist ein "Immaterial-Euro" wert?
Gleich viel wie ein Euro?
Für den Empfänger ist er fast so viel Wert wie ein Euro, nämlich so viel wert wie ein Euro abzüglich der Verwaltungskosten, die bei den Vermittlerfirmen dafür entstehen. Für den Zahler gilt, dass seine Immaterialeuros pro Monat in Summe beim Produktkauf (=als "Stimmgewicht" bei der Produktfinanzierung/-wertschätzung) ungefähr so viel wert sind wie ihm Geld dafür abgezogen wird (man bekommt ja mehr Immaterialeuros als echte Euros abgezogen werden, weil die nicht verbrauchten weiterverteilt werden), wobei man im Handel mit anderen sicher weniger bekommt als Geld abgezogen wird.

Das heißt: Es kommt stark darauf an, wen man betrachtet, wenn man sich frägt, wie viel der Immaterialeuro wert ist.
smbs schrieb:
Heißt das ich bin dann auch verpflichtet ein weiteres Konto bei einer Bank zu besitzen?
Ja, wobei diese Dienstleistung u.U. auch vom Staat gestellt werden könnte bzw. optional sollte, aber tatsächlich leider eine Identifizierung des Nutzers benötigt - um die Vermögenssteuer einheben zu können.
Wenn es eine andere Möglichkeit gibt, die Vermögenssteuer auf die Immaterialeuros einzuheben, benötigt man das ganze nicht - und dieser Punkt stört mich selbst ein wenig, also wäre ich froh darüber.
Um die Privatsphäre ein wenig zu wahren, könnte man Bezahlungsanonymisierung explizit erlauben: Die Empfänger sind sowieso nicht anonym, wenn sie das Geld ausbezahlt bekommen, aber man kann ja seine Immaterialeuros an einen oder mehrere Mittelsmänner bezahlen (mit Code, funktionierend ähnlich wie TOR, wobei auch eine Automatisierung möglich wäre), um die Privatsphäre ein wenig zu wahren.
smbs schrieb:
Ok, ich möchte einen guten Freund ägern und kaufe ihm die neue alte Star Wars Trilogie wo Han Solo nicht zuerst schießt. Die kostet 70€. Ich habe auf meiner Karte mit dem "Immaterial-Euro" 50€ drauf. Kann ich mit der Karte oder mit Bargeld die restlichen 20€ bezahlen?
Vermutlich schon, das entscheidet das Geschäft. Ein echter Euro ist immer mehr wert als ein Immaterial-Euro, folgedessen wäre das für das Geschäft kein Problem.
Vermutlich würde das ganze aber anders ablaufen: Du zahlst nicht mehr fix 70€ für die Star Wars Trilogie, sondern z.B. 15€ für Material, Verpackung, Logistik usw. an den Media-Markt oder wohin auch immer und kannst dann zusätzlich so viel Immaterial-Geld wie du willst "spenden" - das Problem würde also mMn gar nicht erst auftreten.
Denn der Media-Markt (oder Filmgeschäft ...) zahlt ja, wenn du die Star-Wars-Trilogie kaufst, gar nichts für den Inhalt, sondern nur für die Verpackung, muss es dir also nicht weiterverrechnen.
(27.02.2013 )Gamoder schrieb:  
Privatpersonen können mit dem Immaterialeuro beliebig handeln, Unternehmen dürfen ihn aber nur annehmen, wenn er für Immaterialgüter verwendet wird, wobei es egal ist, ob damit ein Immaterialgut vorfinanziert oder für ein bestehendes gezahlt wird, ob man ein konkretes Stück erwirbt oder für eine größere Palette zahlt und ob man es direkt an den Produzenten zahlt oder an einen direkten oder indirekten Verwerter - relevant ist einzig, das keine materielle Leistung dafür erbracht wird.
Gleichsam dürfen Privatpersonen an Unternehmen und Unternehmen untereinander Immaterialeuros nur anbieten, wenn dafür Immaterialgüter gehandelt (direkt/indirekt ... wie vorher) werden.
smbs schrieb:
Wer/Welche Stelle/Amt/Behörde kontrolliert das?
Was kosten die Personen bzw die Ausstattung die das kontrollieren soll?
Puh - schwierig. Obwohl ich es nicht mag ist das wohl ein klassicher Fall für Abmahnungen: Wenn so ein Produkt offen falsch angeboten wird, dann ist das sehr leicht ersichtlich und kann abgemahnt werden, von jedem (Rechtsanwalt, u.U. im Auftrag von Mitbewerbern).
Dadurch müssen Private es nicht kontrollieren. Man hat hier ja folgendes: Die "falschen" Angebote müssen immer irgendwie zu den Konsumenten kommen, können also von genau diesen auch unkompliziert gemeldet werden und Wettbewerber werden das auch tun.
Aktive Kontrolle ist mMn nicht notwendig.
smbs schrieb:
Das klingt gut überlegt, aber es überzeugt mich nicht und (oder weil) ich verstehe es teilweise nicht. Ich stehe schon bei der Frage an... "Warum brauch ich da eine eigene Währung?" an...
Also prinzipiell ist es folgendermaßen: Durch die eigene Währung + Vermögenssteuer kannst du sicherstellen, dass ein gewisser Geldbetrag bei den Produzenten ankommt, das geht ohne eigene Währung nicht.
Denn wie erreicht man, dass die Leute wirklich den Betrag für Immaterialgüter ausgeben, der notwendig ist?
smbs schrieb:
Ich glaube nicht, dass damit jeder Laie zurecht kommt. Wie würde eine verständliche Bürgerinformation dazu aussehen?
Der Laie muss nicht damit zurechtkommen, da es ja in der Pflicht des Unternehmers liegt, das richtig kennzuzeichnen.
Wie genau eine Information dazu aussehen müsste, weiß ich nicht, werde ich mir vielleicht später überlegen.
smbs schrieb:
Beschäftigst du dich in deinem Beruf mit dem Thema?
Nein
smbs schrieb:
Ich finde, dass es ein guter Ansatz ist...trotzdem schreckt mich der Ein oder Andere Aspekt ab.
Ja klar - besonders das mit der Verpflichtung zu zahlen kann man kritisch sehen. Nur: Ich sehe das Problem, dass der Freiheitsverlust, der entsteht, weil man immer stärker eingeschränkt wird, um das aktuelle Urheberrecht zu überwachen, größer ist als der, wenn man hierzu zwangsverpflichtet wird - und es könnten dann auch viel mehr die Kulturgüter nutzen, weil sie ja frei kopierbar wären.
smbs schrieb:
Teilweise ist es sehr detailliert beschrieben. Teilweise entstehen (bei mir) viele Fragen beim lesen.
Klar - liegt an Schwächen des Vorschlags selbst, liegt an Schwächen bei meiner Erklärung.
smbs schrieb:
Am öftersten habe ich mich in Gedanken dabei gesehen etwas einzukaufen. Mit Bankomat und Immaterial-Euro-Karte bewaffnet auf der Such nach Nicht-Grauzonen, im Geschäft überlegend wie und wann ich etwas kaufe, damit ich auf einer Karte kein Minus mache. Auf der Suche nach Erkenntnis, was nun wie kopierbar sein könnte und/oder ob früher dann nicht doch alles einfacher gewesen sein wird.
Ich verstehe deine Bedenken. Nur wie gesagt: Du kümmerst dich nicht um Grauzonen, das Unternehmen bekommt ein Problem wenn es etwas falsch kennzeichnet.
Auf deiner Karte kannst du dann vermutlich gar kein Minus machen, weil du häufig einfach so viel zahlen kannst wie du willst - und wenn du nichts zahlen willst, wirst du vermutlich auch nichts zahlen müssen. Dadurch, dass die Künstler nämlich ein garantiertes Einkommen haben, fällt die Notwendigkeit weg, das direkt beim Kauf erzielen zu müssen - sie bekommen genauso viel, wenn die Leute erst viel später dafür Geld ausgeben. Normalerweise ist das ja nicht so, weil die Leute "vergessen", etwas dafür zu zahlen wenn sie es schon haben, aber hier müssen sie es ausgeben also würden sie vermutlich ein paar Mal im Monat überlegen "hey, welches Produkt/welcher Hersteller hat mir in den letzten Wochen viel Freude bereitet" - und dem dann etwas zukommen lassen (z.B. online).
smbs schrieb:
Nochmals, großartige Arbeit....jetzt musst dus nur noch ganz simpel Erklären. Bitte ein "Immaterial-Euro für Dummies" schreiben ;o)
Ja, werde ich versuchen, leider bin ich da nicht so gut darin.

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Gamoder

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Beitrag #26461 | 05.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
Ich bin draufgekommen: Ich habe ja ganz darauf vergessen, was passiert, wenn Privatpersonen Immaterialgüter produzieren und vermarkten wollen, ohne bei einem Unternehmen angestellt zu sein - das wäre in meinem Modell nicht möglich.

Deshalb noch dieser Punkt:

Privatpersonen als Kunstproduzenten
Eine Person kann sich selbst als Künstler registrieren und erhält damit einen Status, der zwischen Unternehmen und Privatperson liegt.
Dabei geschieht folgendes: Es wird kein Geld für Einnahmen abgezogen, das aus Immaterialeuros resultiert (logisch: Jeder normale, "egoistische" Künstler würde das sofort in seine eigenen Produkte investieren, was das ganze zu einem Nullsummenspiel machen würde), von allen sonstigen Einnahmen jedoch schon, allerdings bekommt er keine Immaterialeuros dafür (die werden auf alle aufgeteilt).

Für einen hauptberuflichen Künstler macht das kaum einen Unterschied, weil er seine Einnahmen ja hauptsächlich aus Immaterialgütern bezieht. Bei hobbyberuflichen Künstlern ist dies nun zunächst ein Nachteil - man darf aber nicht vergessen, dass diese vermutlich auch in höherem Ausmaß Immaterialeuros bekommen würden, da sie ja z.B. Freunde, Bekannte etc. bitten werden, ihnen ein paar Immaterialeuros zu geben, weil diese ja für die Bekannten deutlich weniger wert sind als für die hobbyberuflichen Künstler.
Das dürfte sich wohl ungefähr ausgleichen bzw. sogar trotzdem einen Vorteil für hobbyberufliche Künstler darstellen.

Ich halte das für notwendig, da es sonst leicht zu folgendem Missbrauchsszenario kommen kann: Eine Privatperson registriert sich als Künstler, lädt ein Musikstück "Stille" hinauf und gibt all seine Immaterialeuros für dieses Musikstück aus. Dadurch bekommt es seine Immaterialeuros, abzüglich ein paar Verwaltungskosten für das Unternehmen, das einen Vermittlungsdienst anbietet, zurück.

Dieses Problem lässt sich meiner Meinung nach nicht durch gesetzliche Definitionen, sondern nur durch vollständige Trennung der Personen in solche, die Immaterialeuros für Immaterialgüter ausgeben und solche, die echte Euros für Immaterialgüter bekommen, erreichen.

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Gamoder

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Beitrag #27090 | 07.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
Hier eine Grafik, mit der ich versuche, das Grundkonzept zu erläutern bzw. den Unterschied zwischen aktuellem Zustand und meinem Konzept.

Viele Feinheiten des Konzeptes sind natürlich nicht abgebildet, ebenso wie viele Feinheiten der "Realität", z.B. die Möglichkeit, dass das Geld mehrere Sprünge macht usw., das ist nur das Prinzip
[Bild: immaterialeuro4h3unb.png]

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Ogloc

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Beitrag #27333 | 08.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
Das ganze ziehlt sehr auf Musik ab... Daher würde ich auch nur von Musiker sprechen. Probleme von Künstlern im Allgemeinen... speziell finanzieller Natur löst das ganze nämlich nicht.

nochmal angemerkt: Schauspieler, Maler, Bildhauer, Fotografen... alles Künstler... Penner gelten sogar ÜberlebenslünstlerWink
Gamoder

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Beitrag #27341 | 08.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
Zusammengefasst: Der Vorschlag zielt nicht nur auf Musik ab, aber auch nicht auf Künstler allgemein - das Hauptaugenmerk liegt eher darin, freies Kopieren im Internet zu erlauben, um dort keine Überwachung dafür einrichten zu müssen und den Personen, die durch das Kopieren Schaden erleiden, diesen Schaden abzugelten.

Es geht um Musik/Ton, Film, Text, Bild/Grafik, Software und ähnliches.
(08.03.2013 )Ogloc schrieb:  
Das ganze ziehlt sehr auf Musik ab... Daher würde ich auch nur von Musiker sprechen.
Eigentlich ist das nicht so gedacht.
Ogloc schrieb:
Probleme von Künstlern im Allgemeinen... speziell finanzieller Natur löst das ganze nämlich nicht.
Also - eigentlich geht es mir nicht um Künstler, sondern um Produzenten von leicht kopierbaren Gütern. Beispielsweise sind Anwendungsentwickler (wie z.B. die Leute, die das Forum geschrieben haben) wohl eher keine Künstler, aber trotzdem wären sie betroffen.

Dies deshalb, weil man - vor allem im Internet, aber auch sonst, in geringerem Rahmen - das Kopieren leicht kopierbarer Güter nur mit großer Überwachung verhindern kann, wobei Überwachung aber im Bezug auf Demokratie etc. gefährlich ist.
Ogloc schrieb:
nochmal angemerkt: Schauspieler, Maler, Bildhauer, Fotografen... alles Künstler... Penner gelten sogar ÜberlebenslünstlerWink
Was ich mir zu den einzelnen denke:
  • Schauspieler: Prinzipiell bekommen die AFIK meist eine Gage für den Film. Der Filmproduzent würde aber sehr wohl Immaterialeuros bekommen, die er dann in normale Euros umwandeln kann
  • Maler: Deren Güter sind nur teilweise kopierbar - ein Foto eines Gemäldes hat nicht dieselbe Qualität wie das Gemälde selbst. Insofern ist es richtig, dass der Vorschlag sie nur teilweise berücksichtigt, aber das ist durchaus so gedacht (werden ja im Internet selten getauscht, s.o.)
  • Bildhauer: Wie Maler, nur noch stärker
  • Fotographen: Die Güter sind wiederum recht gut kopierbar - allerdings werden die Güter von Privatpersonen kaum genutzt, warum denkst du, dass sie von meinem Vorschlag nicht berücksichtigt werden
  • Penner: Naja ... deren (Überlebens)kunst ist nicht leicht kopierbar.

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Beitrag #27350 | 08.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
Bargeld

Da viele Bargeld sinnvoll finden: Immaterialeuros als Bargeld sind vom Modell her kein Problem: Jeder kann Immaterialeuros wie normale Euros vom Konto abbuchen, mit ihnen zahlen etc; es kommt ja prinzipiell nicht darauf an, ob etwas per Bankomatkarte oder in Bar gezahlt wird.

Inzwischen denke ich sogar, dass Immaterialeuro-Bargeld doch sinnvoll wäre, da damit die umständlichen "Reservierungen" entfallen würden. In diesem Sinne bin ich also für ein Immaterialeuro-Bargeld.

Auch dass es die Vermögenssteuer-Sache beeinträchtigt dürfte so nicht sehr relevant sein: Die Vermögenssteuer dient ja einzig und allein dazu, das Geld derer, die es einfach nicht ausgeben wollen, zu verteilen. Wer sein Geld aber bar abhebt, der will irgendetwas damit machen bzw. sieht zumindest, dass er es hat.

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Beitrag #27354 | 08.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
Missbrauchspotential

Wie bei fast allem, was es so gibt, kann man natürlich auch dieses System umgehen. Ich werde eine einfache Möglichkeit dazu vorstellen, erklären, warum diese Möglichkeit verboten wäre.

Eine Person könnte sich einfach als Künstler registrieren und dann bei irgendeinem Musikverwaltungsunternehmen ein einfaches Musikstück, z.B. erstellt in einem einfachen Mid-Editor in 5 Minuten Arbeit, heraufladen. Dann "kaufen" andere Leute dieses "Musikstück" mit all ihren Immaterialeuros, die die Person als Künstler ja in echte Euros umwandeln kann. Diese echten Euros werden dann - abzüglich eines "Verwaltungsentgeltes" - an die anderen Personen rückbezahlt.

Auf diese Weise würden Immaterialeuros in Euros umgewandelt werden, ohne dass ein echter Künstler profitieren würde.

Dies ist verboten, da ein registrierter Künstler Immaterialeuros nur gegen Immaterialgüter annehmen darf (da er ja im Wesentlichen wie ein Unternehmen behandelt wird). Ein möglicher Vertrag, echte Euros zusätzlich zum Immaterialgut zurückzuliefern wäre so illegal (damit könnten sich die "Käufer" auch keinesfalls sicher sein, das Geld zu erhalten).

Wird das in größerem Maße gemacht, kann man das (natürlich nicht sicher) erkennen, indem Künstler, bei denen keiner weiß welche Immaterialgüter sie produzieren, relativ viel Geld umtauschen. Ähnlich wie bei Schwarzarbeit ist es aber nicht komplett zu verhindern.

In Summe halte ich mein System trotz dieser Missbrauchsmöglichkeit noch immer für besser als das aktuelle, insbesondere, weil es ja auch im aktuellen noch viel leichter als im neuen System möglich ist, kein Geld für Immaterialgüter auszugeben.

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Beitrag #32022 | 24.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
Umsetzung ohne neue Währung

Da die Kritik kam, dass eine neue Währung zu komplex ist, schlage ich eine alternative ohne neue Währung unter Einführung neuer, spezieller Kontotypen vor.
Ohne neue Währung kann es selbstverständlich kein Bargeld geben - nachträglich ließe sich aber auch hier Bargeld einführen.

Um zu garantieren, dass immer eine bestimmte Geldmenge bei Künstlern ankommen, werden 3+4 neue Kontotypen gesetzlich eingeführt. In keinem Fall werden eingehende Zahlungen beschränkt, ausgehende jedoch schon. Dies stellt sicher, dass nur die Bank, bei der das entsprechende Konto vorliegt, das System implementieren muss, nicht jedoch andere Banken.

Kontoarten
Output-Konten: Diese Konten können ganz normal verwendet werden.
Transfer-Konten: Ausgehende Zahlungen können nur an Transfer-Konten oder Output-Konten erfolgen
Input-Konten: Ausgehende Zahlungen können nur an Transfer-Konten oder Output-Konten erfolgen

Der Unterschied zwischen Output-Konten und "normalen" Konten besteht nun darin, dass Output-Konten als Ziel für Zahlungen von Transfer- oder Input-Konten verwendet werden können, normale Konten jedoch nicht.
Ebenso liegt der Unterschied zwischen Input-Konten und Transfer-Konten darin, dass eine Überweisung von Input- auf Input-Konten nicht möglich ist, während eine Überweisung von Transfer- zu Transferkonten möglich ist.

Kontotypen
Eine "Weisheit" der Informatik besagt, dass man Probleme löst, indem man eine Stufe der Indirektion einfügt. Genau das mache ich hier - prinzipiell ist sie unnötig, ermöglicht es aber, zukünftig Änderungen hoffentlich leichter durchführen zu können
Immaterialgut-Privat-Konten: Konten, die von Privatpersonen angelegt werden können. Jeder Person kann ihr Privatkonto dem Staat (u.U. auch nur dem Unternehmen, je nach genauer Implementierung) mitteilen, damit der für Immaterialgüter vorgesehene Anteil auf dieses Konto überwiesen wird. Je nachdem, ob ein Handel zwischen Privatpersonen möglich sein soll oder nicht sind das Input-Konten oder Transfer-Konten

Immaterialgut-Unternehmens-Konten: Konten, von Unternehmen (die irgendwie an der Immaterialgüterproduktion/-finanzierung beteiligt sind). Unternehmen müssen sich dazu verpflichten, jegliches Geld auf diesem Konto ausschließlich für die Immaterialgüterproduktion/-finanzierung zu verwenden. Entsprechen Output-Konten

Immaterialgut-Zwischen-Unternehmens-Konten: Konten, von Unternehmen, die in irgendeiner Weise Immaterialgüterprodukte an Konsumenten verteilen und dazu dienen, von Konsumenten eingesammeltes Geld direkt oder indirekt an die Immaterialgüterproduzenten weiterzuleiten. Entsprechen Transfer-Konten

Immaterialgut-Privatunternehmens-Konten: Konten, die von Privatpersonen angelegt sind, die selbst Immaterialgüter produzieren. Diese Personen können/dürfen kein weiteres Privatkonto haben (verlieren daher das sonst darauf eingehende Geld) und müssen sich ebenso dazu verpflichten, jegliches Geld aus diesem Konto ausschließlich für die Immaterialgüterproduktion/-finanzierung von Immaterialgütern zu verwenden, an denen sie selbst beteiligt sind. Entsprechen Output-Konten

Implementierung
Die Implementierung kann z.B. erfolgen, indem an die Kontonummer ein Buchstabe hinzugefügt wird, der den Kontotyp beschreibt (z.B. 1234P = Privatkonto mit Kontonummer 1234P, 4711U = Immaterialgut-Unternehmenskonto mit der Nummer 4711). Dies ist IBAN-mäßig kein größeres Problem, da eine Stelle in allen Ländern angefügt werden kann.
Die Infrastruktur muss zwar umgestellt werden, dies stellt aber kein Problem für die Funktionsweise des Systems da, da es auch funktioniert, wenn es nur teilweise implementiert ist:
* Transfers zwischen verschiedenen Konten (außer vom Output-Konto weg) können immer nur zwischen Banken durchgeführt werden, die beide das System unterstützen, hier tritt also kein potentielles Problem auf. Beim Outputkonto kann die Bank sicherstellen, dass es zu keinen Problemen kommt indem z.B. nur eine Auszahlung auf ein bankeigenes Konto möglich ist.
* Zahlungen an beliebige Konten sind immer möglich

Die Implementierung erfolgt so, dass das Überweisungssystem überprüft, dass eine Zahlung zum angegebenen Kontotyp laut den obigen Regeln erlaubt ist und sie nur in diesem Fall durchführt.

Graphische Veranschaulichung
[Bild: visualisierungkontotyz4arr.png]

Zusammenfassung
Das hier vorgeschlagene System ermöglicht es, ohne neue Währung alle wesentlichen notwendigen Eigenschaften zu erfüllen und ist inkrementell einführbar.

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LeChuck

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Beitrag #25888 | 03.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
erstmal danke für deine arbeit, war sicher nicht leicht sich das alles zu überlegen.

ein paar dinge:

1) wie du selber schon sagst ist das ähnlich wieeine kulturwertmark - ich würde darauf verzichten, eine eigener währung dafür zu schaffen und es bei "credits" belassen um zb spekulation oder handel mitder neuen währung zu unterbinden.

2) dieses model wäre ja nur in Ö durchsetzbar - hast du eine idee, wie das eu-weit oder gar weltweitgehen könnte?

3) solen die leute sich IMgüter noch immer "kaufen" oder sollen sie die künstler "belohnen"? was ich mein: wenn man im monat ein bestimmten betrag an IMwährung bekommt/einem zugewisen wird vom einkommen, hat man nur diesen betrag frei im monat?

Ich bitte darum, jegliche Behauptungen/Meinungen/Darstellungen mit seriösen Quellen zu belegen!

Chat http://piratenpartei.at/mitmachen/chat/
TF Reform des SMG TF:SMG
Landesvorstand Wien https://wiki.piratenpartei.at/wiki/Lande...tion_Wien/
Gamoder

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Beitrag #25890 | 03.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
Danke für das Feedback.
(03.03.2013 )LeChuck schrieb:  
1) wie du selber schon sagst ist das ähnlich wieeine kulturwertmark - ich würde darauf verzichten, eine eigener währung dafür zu schaffen und es bei "credits" belassen um zb spekulation oder handel mitder neuen währung zu unterbinden.
Ich sehe jetzt Spekulation bzw. Handel nicht als Problem (fast im Gegenteil) - warum denkst du ist das problematisch?

Welche Eigenschaften hätten die Credits, also: Wie kämen die Künstler dann zu ihrem Geld?
LeChuck schrieb:
2) dieses model wäre ja nur in Ö durchsetzbar - hast du eine idee, wie das eu-weit oder gar weltweitgehen könnte?
Wenn die Piratenpartei nur in Österreich das Modell durchsetzen kann, dann geht das nur in Österreich. Prinzipiell funktioniert aber das Konzept überall, ich sehe jetzt keine Probleme, das EU-weit oder gar weltweit einzuführen: Jeder Staat macht das unabhängig für seine Bürger, die die Immaterialeuros bekommen, das "echte" Geld wird zusammengepoolt und man kann sich das Geld von dort holen.
Was natürlich passieren kann ist, dass manche Staaten ein "Dumping" bezüglich der Abgaben betreiben können, also z.B. einen besonders geringen Betrag zweckwidmen können. Aber schon jetzt kann der Staat entscheiden, wie restriktiv er das Urheberrecht handhabt - im Iran gibt es z.B. von der Regierung verbreitete gecrackte kommerzielle Software aus den USA kostenlos, wäre also nichts neues.

Oder siehst du da ein anderes Problem?
LeChuck schrieb:
3) solen die leute sich IMgüter noch immer "kaufen" oder sollen sie die künstler "belohnen"? was ich mein: wenn man im monat ein bestimmten betrag an IMwährung bekommt/einem zugewisen wird vom einkommen, hat man nur diesen betrag frei im monat?
Prinzipiell wird beides möglich sein, praktisch wird es eher auf das "belohnen" herauskommen.
Man hat an Immaterialwährung zwar nur das, was man bekommt bzw. einem zugewiesen bekommt (plus das "gesparte" und - gehandelte) und kann so nur das ausgeben, aber man kann ja legal alle anderen Inhalte auch herunterladen.

Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied zum aktuellen System: Im Moment bezahlt man, bevor man die Ware kennt - nach meinem System würde man erst im Nachhinein bezahlen.

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LeChuck

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Beitrag #25889 | 03.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
4) wie wird zw "persönhlichem" und "gewerblichen" / anderem gebrauch unterschieden, wie wird das festgestellt/überwacht?

Ich bitte darum, jegliche Behauptungen/Meinungen/Darstellungen mit seriösen Quellen zu belegen!

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Beitrag #25893 | 03.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
(03.03.2013 )LeChuck schrieb:  
4) wie wird zw "persönhlichem" und "gewerblichen" / anderem gebrauch unterschieden, wie wird das festgestellt/überwacht?
Genau so wie jetzt zwischen Firmeneigentum und Privateigentum unterschieden wird - da gibt es natürlich Probleme und die werden auch hier vorkommen.

Wenn eine Firma irgendetwas organisiert, dann ist es gewerblich (außer es sind Geschenke an die Mitarbeiter, die nicht zum Betriebserfolg dienen) und alles was dort gemacht wird muss lizenziert werden. Auch im Falle eines z.B. gemeinsamen Kinobesuches wäre dieser "gewerblich", wenn ihn die Firma organisiert, weil man vermuten kann, dass die Firma da irgendeinen Vorteil hat.

Wenn ein Produkt bzw. Inhalt in der Firma verwendet wird, dann ist es eine gewerbliche Verwendung, wenn er zu Hause verwendet wird, dann ist es auch gewerblich, wenn damit Firmentätigkeiten geschehen.
Das wird nicht besonders überwacht, aber wenn man - im Rahmen der tlw. üblichen Lizenzprüfungen - draufkommt, dass da etwas nicht passt wird halt ordentlich Strafe fällig, genauso wie jetzt Urheberrechtsverletzungen in Firmen bestraft werden - technisch verhindern lassen sie sich jetzt nicht und werden sich in meinem Modell auch nicht verhindern lassen.

Das ganze wird natürlich nicht technisch unterschieden.

Ich denke, dass man in den meisten Fällen schon recht gut unterscheiden kann, ob eine Verwendung privat oder gewerblich ist.

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Gamoder

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Beitrag #37452 | 12.04.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
So, noch ein letzter Punkt bevor ich ein Meinungsbild reinstellen werde:

Behandlung von aufbauenden Werken

Sehr oft kommt vor, dass Immaterialgüter zur Schaffung neuer Immaterialgüter verwendet werden (z.B. Coverversionen von Musiktitel, Blogs, die Nachrichten kommentieren, ausführliche Filmrezensionen usw.).

Dies muss bei der Bezahlung berücksichtigt werden: Hat jemand Immaterialgüter zur Produktion der eigenen Immaterialgüter verwendet, sollte vom Prinzip her immer genau jener Anteil an die Produzenten der verwendeten Immaterialgüter weitergeleitet werden, der zur Produktion des neuen Immaterialgutes notwendig war.

Da das natürlich praktisch nicht immer bestimmbar ist, muss die Regelung anders aussehen. Mein erster Vorschlag dazu wäre:
Wann immer für Immaterialgüter gezahlt wird, muss durch einen Mechanismus sichergestellt werden, dass das Geld in der entsprechenden Aufteilung an die Produzenten der benötigten Immaterialgüter geht. Dabei muss klar ersichtlich und überprüfbar sein, in welchem Verhältnis das Geld an welche (direkten) Empfänger geht.
Technisch kann das beispielsweise realisiert werden, indem der Verwendungszweck bei Zahlungen an Transfer- oder Output-Konten ausgewertet wird. Der Kontoinhaber definiert Regeln, bei welchem Verwendungszweck(anfang) welche Weiterleitung auf welche Konten erfolgt.
Banken verpflichten sich, eine öffentlich zugängliche Schnittstelle bereitzustellen, mit der überprüft werden kann, an welche Konten wieviel Geld bei welchem Verwendungszweck bei einem bestimmten Konto weitergeleitet wird.
Kann der Verwendungszweck nicht ausgewertet werden, fließt das Geld an ein staatliches Konto, das nichts anderes macht als das Geld wieder an die Bürger weiterzuverteilen.

Gesetzliche Regeln für den Verteilungsschlüssel könnten so aussehen:
Ist das verwendete Immaterialgut im Vergleich zum eigenen Immaterialgut so irrelevant, dass es unter das Zitierrecht fällt, beträgt der minimale Weiterleitungsanteil 0%.
Ist die Schöpfungshöhe des eigenen Immaterialgutes im Vergleich zum verwendeten Immaterialgut so gering, dass sie praktisch nicht ins Gewicht fällt (in einem Maß wie beim Zitierrecht, nur umgekehrt), beträgt der minimale Weiterleitungsanteil 100%.
Besteht der eigene Immaterialanteil ausschließlich im Aufbereiten von anderem Material (z.B. Streamingseite, die Videos rezensiert und klassifiziert), so beträgt der minimale Weiterleitungsanteil 90%. Wurde für die Aufbereitung jedoch bereits eine andere Aufbereitung verwendet, beträgt der minimale Weiterleitungsanteil 100%.
Sind sowohl eigene wie verwendete Immaterialgutanteile relevant, beträgt der minimale Weiterleitungsanteil 30%.

30% statt 50% wurden gewählt, damit die Leute "mehr" als "relevant" klassifizieren können, wenn sie sich nicht sicher sind, ob das als relevant zählt und trotzdem auf 50% kommen.

Es ist dabei erlaubt, das Geld "unspezifischer" zu verteilen, d.h. das Geld so zu verteilen, dass nicht nur der eigentliche Urheber profitiert, sondern das Geld an Transfer-Konto geht, von dem aus ein Teil an den eigentlichen Urheber geht.
Dies ist sinnvoll, damit nicht für jedes eigene kleine Immaterialgut eine Regel definiert werden muss - und, weil es, insbesondere im Fall von z.B. Bargeld praktisch unmöglich sein kann, alles exakt zuzuordnen.

Wird ein Verwendungszweck für mehrere Immaterialgüter (mit unterschiedlichen verwendeten Immaterialgütern) verwendet, so muss sich der Verteilungsanteil "in Summe" ausgehen.

EDIT: Das Transfer-Konto kann prinzipiell auch ein spezielles Konto sein, das auch dem Kontoinhaber gehört, der selbst von diesem Konto aus das Geld weiterverteilt - er darf von diesem Konto aber nichts auf sein eigenes überweisen und es wird für dieses Konto transparent=öffentlich gemacht, wohin das Geld geht. (Das geht nicht gegen die Privatsphäre, weil ja eine Forderung war, dass ersichtlich sein muss, wohin das Geld weiterverteilt wird, wenn auf Immaterialgüter aufgebaut wird)

Da der Kontoinhaber bekannt ist, sollte es nicht allzu schwierig sein, Sanktionen im Falle von Zuwiderhandeln zu verhängen - auch z.B. Kontosperren.

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.04.2013 10:13 von Gamoder.)
smbs

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Beitrag #37456 | 12.04.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
(12.04.2013 )Gamoder schrieb:  
...ein Meinungsbild
...

*daumen hoch* Smile
Gamoder

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Beitrag #46102 | 15.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
Tja, war wohl nichts.

Wie auch immer.

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lava
Pirat
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Beitrag #46109 | 15.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
hmm da war wenig beteiligung - viel weniger als bei programmanträgen...
Gamoder

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Beitrag #46112 | 15.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
(15.05.2013 )lava schrieb:  
hmm da war wenig beteiligung - viel weniger als bei programmanträgen...
Ja. Das Thema interessiert halt niemanden.
Um ehrlich zu sein bin ich schon ein bisschen enttäuscht - nicht so sehr wegen des Ergebnisses, das kann man auf die Delegationen schieben, sondern wegen der praktisch nicht vorhandenen Diskussion davor und dem großen Desinteresse auch bei der Abstimmung.

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lava
Pirat
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Beitrag #46113 | 15.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
wir hatten eh mal kurz diskutiert. aber ich konnt eh nicht mitstimmen Wink
Gamoder

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Beitrag #46116 | 15.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
(15.05.2013 )lava schrieb:  
wir hatten eh mal kurz diskutiert. aber ich konnt eh nicht mitstimmen Wink
Ups, das habe ich wieder rausgelöscht. Ja, die Diskussion mit dir war noch die ergiebigste Undecided

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smbs

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Beitrag #46124 | 15.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
(15.05.2013 )Gamoder schrieb:  
Tja, war wohl nichts.

Wie auch immer.

hm...da Vilinthril hats ins Negative gestürzt...mach nochmal ein (kurzes) Meinungsbild mit weniger Text und ergänze nur bei Anregungen.

Nicht aufgeben, du hast dir viel Arbeit gemacht und die Idee is gar ned so blöd. Wenn du es nicht nochmal versuchst....darf ich deine Idee noch einmal rein stellen?
Gamoder

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Beitrag #46165 | 16.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
(15.05.2013 )smbs schrieb:  
hm...da Vilinthril hats ins Negative gestürzt...mach nochmal ein (kurzes) Meinungsbild mit weniger Text und ergänze nur bei Anregungen.

Nicht aufgeben, du hast dir viel Arbeit gemacht und die Idee is gar ned so blöd. Wenn du es nicht nochmal versuchst....darf ich deine Idee noch einmal rein stellen?
Ich werd mal überlegen, was ich jetzt mache ... dieses "wiederholt abstimmen bis es passt" habe ich einmal schon kritisiert.

Wenn ich dann zum Entschluss komme, das ganze nicht mehr weiter zu verfolgen dann kannst du es natürlich gerne reinstellen.

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lava
Pirat
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Beitrag #46173 | 16.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
vielleicht eine simplere formulierung?
Vilinthril
Pirat
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Beitrag #46418 | 17.05.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
(16.05.2013 )lava schrieb:  
vielleicht eine simplere formulierung?
Ja, mir war es – wie im Kommentar geschrieben – schlicht zu komplex. Erst mal nur die Grundsätze abstimmen?
Gamoder

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Beitrag #67891 | 20.08.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
(16.05.2013 )lava schrieb:  
vielleicht eine simplere formulierung?
So, ich glaube ich bin zum Entschluss gekommen es noch einmal zu probieren.

Was genau ist mit "simplere Formulierung" gemeint?
Das Basiskonzept, die Kulturwertmark, wurde ja bereits einmal positiv abgestimmt, das ist ein konkretes Modell, eine "Implementierung" davon.

Ziemlich viel in dem Text handelt ja auch nicht vom Vorschlag an sich, sondern von Überlegungen rund um den Vorschlag - soll ich die auch weglassen und nur den Vorschlag an sich reinschreiben oder wie genau?

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Gamoder

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Beitrag #81661 | 20.10.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
So, nach ein paar Monaten wieder ein Push.

Ich wäre wirklich für jeden Kommentar dankbar, also insbesondere auch Begründungen, was daran schlecht ist aber auch, warum es irrelevant ist bzw. was besser geeignet wäre, um das Problem (Durchsetzbarkeit von Urheberrechten mMn nur mit Überwachung/starker Freiheitseinschränkung gegeben) zu beheben.

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Beitrag #93224 | 05.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Vorschlag: Teilabschaffung Urheberrecht im Bezug auf Private
Wieder eine andere Idee, das ganze umgekehrt und hoffentlich etwas einfacher:

Idee

Es wird eine neue Währung, der "Immaterial-Euro" eingeführt. Bei dieser Währung gibt es zwei Eigenschaften:
Natürliche Personen erhalten nach geleisteter Immaterial-Abgabe Zertifikate, mit denen eine bestimmte Menge Immaterialeuros in "echte" Euros (von einer staatlichen Stelle) umgewandelt werden können.

Unternehmen, die Immaterialgüter produzieren, erhalten einen gewissen Anteil ihrer Einnahmen (Euros) durch Immaterialgüter in Immaterialeuros zurück und zwar prozentuell nach der Formel (Summe der Immaterial-Abgaben)/(Summe der Einnahmen durch Immaterialgüter).

Es gibt weder Einschränkungen, wie die Zertifikate noch wie die Immaterialeuros verwendet werden dürfen.

Ziel

Das Ziel ist ein ähnliches wie im vorhergehenden Vorschlag, hier aber eine Neuformulierung:
Der Zweck des Urheberrechts ist, dass die Geschäftsmodelle, die sich aus den exklusiven Rechten (hier insb. Vervielfältigungsrecht) ergeben, geschützt werden. Derzeit wird dies erreicht, indem Tätigkeiten, die diesen Rechten widersprechen möglichst schlechter gestellt werden (z.B. durch Verbote, die mit Abmahnungen durchgesetzt werden). Mit diesem Vorschlag sollen dagegen nicht Tätigkeiten schlechter, sondern Tätigkeiten besser gestellt werden. Tätigkeiten, die sich aus der rechtmäßigen Verwertung von Urheberrechten ergeben werden durch den Erhalt der Immaterialeuros besser gestellt.

Dahinterstehende Überlegung

Unternehmen, die Immaterialgüter produzieren haben nun folgende Herausforderung: Sie haben durch die Einnahmen viele Immaterialeuros, aber kaum Zertifikate, diese in "echte" Euros umzuwandeln.
Natürliche Personen dagegen haben viele Zertifikate, aber wenige Immaterialeuros, die sie umwandeln können.

Daher müssen Anstrengungen (um die muss sich aber der Staat nicht mehr kümmern) unternommen werden, damit es einen Ausgleich gibt: Unternehmen bekommen Euros für ihre Immaterialeuros, natürliche Personen Immaterialeuros, die sie umwandeln können.

Das System ist verglichen mit dem umgekehrten System, bei der die Immaterialgut-Unternehmen Immaterialeuros umwandeln einfacher, da kaum Anstrengungen erforderlich sind, die korrekte Verwendung von Immaterialeuros sicherzustellen. Unternehmen werden im Rahmen der Steuerprüfung ohnehin kontrolliert, hier ist also kaum zusätzliche Kontrolle notwendig.

Es entfällt auch die Notwendigkeit, irgendwo ein spezielles staatliches Konto zu haben.

Beispiel

Hier ein Beispiel für eine möglichen Benutzung des Systems in der Praxis:
Eine Bank bietet ein Konto an, bei dem man Immaterial-Euros einzahlen und Euros herausholen kann. Dieses Konto hat aber ein Abhebelimit, das sich erhöhen kann, indem man der Bank Zertifikate gibt und diese sich darum kümmert, intern die eingegangenen Immaterial-Euros in echte Euros umzuwandeln.

Wenn ein Kunde zum Media-Markt geht, und sich eine CD kauft, dann erhält er zusätzlich zu dieser CD eine gewisse Menge Immaterialeuros. Diese kann er dann auf sein Konto tragen und sie so in echte Euros umwandeln; hat er bereits sein Abhebelimit erreicht, kann er sie auch weiterverkaufen.
Der Media-Markt wiederum erhält von den CD-Produzenten für jede CD, die er kauft, einen entsprechenden Immaterialeurobetrag. Diese haben ihre Immaterialeuros vom Staat, indem sie ihre CD-Verkäufe vorweisen.

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