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Steuerliche Gleichstellung von Eigenkapitalfinanzierung mit Fremdkapitalfinanzier
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Beitrag #14465 | 15.01.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Steuerliche Gleichstellung von Eigenkapitalfinanzierung mit Fremdkapitalfinanzier
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales, Konsumentenschutz
Programmantrag direkt: Thema 970
Ereignis: Neues Thema
Phase: Neu (14 days 23:59:45 left)
i1974: Steuerliche Gleichstellung von Eigenkapitalfinanzierung mit Fremdkapitalfinanzierung
Zitat:
Der folgende Text möge an geeigneter Stelle (Überschrift, Sub-Überschrift) ins Programm aufgenommen werden:
Text
Wirtschaft und Soziales
Unternehmensfinanzierung
Steuerliche Gleichstellung von Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung
Das aktuelle Steuersystem fördert Fremdfinanzierungen durch die steuerliche Absetzbarkeit von Fremdkapitalkosten (Zins ist steuermindernder Aufwand) im Vergleich zu Eigenkapitalfinanzierungen (Dividende ist nicht steuermindernd im Sinne der KöSt). Im Sinne der Verbesserung der Eigenkapitalstrukturen tritt die Piratenpartei Österreichs für eine Gleichstellung der beiden Finanzierungsvarianten ein. 
Begründung
Um ihren Unternehmenswert zu maximieren, versuchen die Unternehmen, die Kapitalkosten so niedrig wie möglich zu halten. Das bedeutet, dass sie diejenige Finanzierungsform auswählen, die die geringste Steuerbelastung mit sich bringt. In Österreich ist die Unternehmensbesteuerung nicht finanzierungsneutral ausgestaltet. Die Unternehmensverschuldung wird gegenüber der Eigenkapitalbildung bevorzugt, indem die Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalzinsen vom Gewinn steuerlich vorgesehen ist.
Dadurch wird für das Unternehmen die steuerliche Bemessungsgrundlage geschmälert und gleichzeitig die Steuerbelastung reduziert.Eine entsprechende Regelung für das Eigenkapital gibt es nicht. Dividenden und zurückbehaltene Gewinneschmälern die Steuerbasis nicht und führen dadurch zu höheren Steuerzahlungen des Unternehmens.
Die Tabelle auf Seite 73 in {1} zeigt, dass es optimal ist, Investitionen über Verschuldung zu finanzieren. Während die Steuerbelastung einer Fremdfinanzierung bei ca. 22,6% liegt, liegt die Steuerbelastung einer Eigenkapitalfinanzierung bei ca. 30,7%.
Es sollten Schritte zur Gleichstellung unternommen werden, damit es zu einer nachhaltigen Stärkung der Eigenkapitalbasis in den Unternehmen kommt und keine weiteren steuerlichen Anreize zur Überschuldung bestehen {3}. Der Gesetzgeber hat bereits erste Schritt in Richtung Gleichstellung unternommen, jedoch mit nur geringem Erfolg {3}. 
Quellen
{1} OeNB: Institutionelle Determinanten der Eigenkapitalbildung in O‹sterreich
{2} DerStandard: Steuerliche Anreize zur Überschuldung streichen (IHS)
{3} Die optimale Kapitalstruktur österreichischer Kapitalgesellschaften nach der Steuerreform 2000 unter besonderer Berücksichtigung der Eigenkapitalzuwachsverzinsung (WU Wien) 
Historie
15-JAN-2013: Angelegt
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Beitrag #14470 | 15.01.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Programmantrag direkt
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales, Konsumentenschutz
Programmantrag direkt: Thema 970
Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht
Phase: Diskussion (29 days 23:59:33 left)
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Beitrag #22094 | 14.02.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Programmantrag direkt
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales, Konsumentenschutz
Programmantrag direkt: Thema 970
Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht
Phase: Eingefroren (14 days 23:59:42 left)
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Beitrag #25672 | 01.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Programmantrag direkt
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales, Konsumentenschutz
Programmantrag direkt: Thema 970
Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht
Phase: Abstimmung (14 days 23:59:13 left)
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Beitrag #25696 | 02.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Steuerliche Gleichstellung von Eigenkapitalfinanzierung mit Fremdkapitalfinanzier
Was schwebt Dir da vor? Wenn auf das Eigenkapital ein kalkulatorischer Zins angewandt wird, der absetzbar ist, dann erhöht das den Gewinn. Meinst Du das?
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Beitrag #25752 | 02.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Steuerliche Gleichstellung von Eigenkapitalfinanzierung mit Fremdkapitalfinanzier
(02.03.2013 )p1p schrieb:  
Was schwebt Dir da vor? Wenn auf das Eigenkapital ein kalkulatorischer Zins angewandt wird, der absetzbar ist, dann erhöht das den Gewinn. Meinst Du das?

Ich würde sagen, dass eine Absetzposition den Gewinn senkt und nicht erhöht. Aber es kann auch so ausgestaltet sein, dass der Fremdkapitalzins nicht mehr absetzbar ist (das wissen die heute eh alle schon: Das "BI" in EBIT). Einfach eine Gleichbehandlung.

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Beitrag #25831 | 02.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Steuerliche Gleichstellung von Eigenkapitalfinanzierung mit Fremdkapitalfinanzier
(02.03.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Ich würde sagen, dass eine Absetzposition den Gewinn senkt und nicht erhöht.

Das ist jetzt aber nicht Dein Ernst!? Gesenkt würde ja nur der zu versteuernde Gewinn, damit die Steuer reduziert und der effektive Gewinn nach Steuern erhöht.

PS: Dein neues Bild gefällt mir. Idea
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Beitrag #25832 | 02.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Steuerliche Gleichstellung von Eigenkapitalfinanzierung mit Fremdkapitalfinanzier
(02.03.2013 )p1p schrieb:  
(02.03.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Ich würde sagen, dass eine Absetzposition den Gewinn senkt und nicht erhöht.

Das ist jetzt aber nicht Dein Ernst!? Gesenkt würde ja nur der zu versteuernde Gewinn, damit die Steuer reduziert und der effektive Gewinn nach Steuern erhöht.

Ja sicher der steuerrechtliche Gewinn, der nach der Mehr/Weniger Rechnung die Basis für die Besteuerung bildet. Wie der handelsrechtliche Gewinn aussieht, steht eh auf einem anderen Blatt. Aber der Satz "Steuerliche Gleichstellung..." kann sich wohl nur auf den steuerrechtlichen Gewinn beziehen, oder?

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Beitrag #25838 | 02.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Steuerliche Gleichstellung von Eigenkapitalfinanzierung mit Fremdkapitalfinanzier
(02.03.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Ja sicher der steuerrechtliche Gewinn, der nach der Mehr/Weniger Rechnung die Basis für die Besteuerung bildet. Wie der handelsrechtliche Gewinn aussieht, steht eh auf einem anderen Blatt. Aber der Satz "Steuerliche Gleichstellung..." kann sich wohl nur auf den steuerrechtlichen Gewinn beziehen, oder?

Dass sich die Steuer auf die BMGL bezieht ist klar. Das brauchen wir nicht weiter zu besprechen. Es geht um die Auswirkungen. Und dort macht es natürlich einen großen Unterschied.

Bitte präzisiere die Initiative dahingehend, ob Du die steuerliche Absetzbarkeit von Zinsen abschaffen, oder einen kalkulatorischen Zins fürs Eigenkapital absetzbar machen willst.

LG
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Beitrag #25844 | 03.03.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Steuerliche Gleichstellung von Eigenkapitalfinanzierung mit Fremdkapitalfinanzier
(02.03.2013 )p1p schrieb:  
Bitte präzisiere die Initiative dahingehend, ob Du die steuerliche Absetzbarkeit von Zinsen abschaffen, oder einen kalkulatorischen Zins fürs Eigenkapital absetzbar machen willst.

Prinzipiell kann das offen bleiben. Die Offenheit ist Absicht. Ich bin für das -von Fachexperten ermittelte- bessere Konzept. Die von mir verlinkten Dokumente in der Initiative sagen einerseits, dass das ansetzen von kalkulatorischen Zinsen nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat (siehe 3), andererseits will der Keuschnigg vom IHS das sehr wohl weiter so handhaben (siehe 2). Es gibt hier einen Expertenstreit - der aber offenbar bislang eine Möglichkeit ausklammert: Dass der Fremdkapitalzins nicht mehr absetzbar ist.

Das Wifo meint dazu, dass es keinen Unterschied mache, ob der Fremdkapital (FK) Zins absetzbar ist, während der Eigenkapital (EK) Zins nicht absetzbar ist, weil sich das en groß im Privaten eh wieder ausgleichen würde - stimmt sicher, bringt aber keinen Anreiz zu stärkerer EK Bildung bzw. Reduktion des FK zugunsten des EK. Und das wäre das erklärte Ziel des Antrages: Eine Besserstellung des EK gegenüber dem FK.

Also: Ich lasse das offen. Wie die Experten das erreichen wollen, ist mir eigentlich egal. Ziel ist, dass es gleichbehandelt wird. Und zwar aus Unternehmenssicht, nicht aus einer Sicht von außerhalb des Unternehmens (wie im WIFO Dokument).

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