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Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
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Beitrag #105178 | 21.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
Bundesweite Themen: Umwelt, Tierschutz, Verkehr, Energie
Unverbindliches Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 1975
Ereignis: Neues Thema
Phase: Neu (noch 7 Tage 23:59:22)
i4517: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
Zitat:
Antrag
Die Piratenpartei Österreichs steht einer grundsätzlichen Ablehnung von "Grüner Gentechnik" kritisch gegenüber. Gentechnologisch veränderte Pflanzen können verschiedene Vorteile mit sich bringen, welche den damit verbundenen Aufwand bei weitem überwiegen – so bieten beispielsweise sich gerade im ökologischen Landbau auf diese Weise neue Möglichkeiten und Chancen. Dabei dürfen jedoch potentielle Gefahren weder negiert noch ignoriert werden. Anbau und Erzeugung müssen unter strenger Kontrolle stattfinden, eine mögliche Ausbreitung der Geninformation auf Wildvegetation muss verhindert werden. Dennoch unterstützt die Piratenpartei unter strengen Voraussetzungen, einer gründlichen Technologiefolgenabschätzung sowie einer klaren und eindeutigen Kennzeichnung die Verwendung von gentechnologisch veränderten Organismen in der Landwirtschaft.
Begründung
Gentechnologische Maßnahmen sind seit mittlerweile Jahrzehnten verbreitet, angewandt und inzwischen auch ausgereift. Wir alle nehmen seit Jahren in Form von Nahrungsmittelzusätzen, Medikamenten sowie anderen Stoffen gentechnologisch produzierte Stoffe zu uns. Fast jeder Österreicher verspeist wöchentlich über den Fleischkonsum indirekt gentechnologisch verändertes Soja. Ebenso trägt fast jede Person gentechnologisch veränderte Baumwolle an sich. Eine strikte und kompromisslose Ablehnung der grünen Technologie ist nicht mehr zeitgemäß, schadet den Möglichkeiten des ökologischen Anbaus und ist darüber hinausgehend eine Farce, angesichts der bereits vorhandenen Durchdringung unserer Lebenswelt.
Definition
Die Grüne Gentechnik oder Agrogentechnik ist die Anwendung gentechnischer Verfahren im Bereich der Pflanzenzüchtung, deren Ergebnisse transgene Pflanzen oder gentechnisch veränderte Pflanzen genannt werden. Insbesondere bezeichnet der Begriff Verfahren zur Herstellung von pflanzlichen gentechnisch veränderten Organismen (GVO), in deren Erbgut gezielt einzelne Gene eingeschleust werden. Die Grüne Gentechnik ist somit Bestandteil der Grünen Biotechnologie, wobei sich die Bezeichnung „grün“ in Abgrenzung zur „roten“ Biotechnologie und „weißen“ Biotechnologie auf die Anwendung an Pflanzen bezieht. Derzeit werden als gentechnisch veränderte Pflanzen insbesondere herbizid- und insektenresistente Pflanzensorten vermarktet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCne_Gentechnik
Grundwert Offenheit
Es kommt der Gemeinschaft zugute, wenn Ideen, Wissen, Meinungen, Kulturgüter und Werkzeuge möglichst uneingeschränkt ausgetauscht und geteilt werden können. In einer offenen Gesellschaft sichern Vielfalt und Heterogenität Fortschritt und Widerstandsfähigkeit – neuen Blickwinkeln und Dissens wird Platz gegeben.
Grundwert Innovation
Technologische und soziale Bedingungen ändern sich schneller als Gesetze und Institutionen. Staatliche Leistungen und Einrichtungen müssen regelmäßig im Lichte geänderter Umstände neu durchdacht und Gesetze auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Eventuelle negative soziale Effekte müssen abgefedert werden, ohne deswegen Veränderung an sich aufzuhalten zu versuchen.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.02.2014 19:40 von Gamoder.)
illionas
Pirat
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Beitrag #106029 | 24.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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AW: Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(23.01.2014 )Enterhaken schrieb:  
Ob du davon in dreißig Jahren Alzheimer oder Parkinson bekommst, ist dem Pressesprecher des GenFood-Konzerns völlig egal

Gibt es da konkrete Studien, die darauf hindeuten? Ich meine Alzheimer und Parkinson.
jokersteve

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Beitrag #106041 | 24.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: AW: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(24.01.2014 )illionas schrieb:  
(23.01.2014 )Enterhaken schrieb:  
Ob du davon in dreißig Jahren Alzheimer oder Parkinson bekommst, ist dem Pressesprecher des GenFood-Konzerns völlig egal

Gibt es da konkrete Studien, die darauf hindeuten? Ich meine Alzheimer und Parkinson.


Er hat diesen Artikel http://www.huffingtonpost.com/2013/04/25...56575.html
und dieses paper http://www.mdpi.com/1099-4300/15/4/1416 verlinkt.
Heckenbraunelle

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Beitrag #106050 | 24.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: AW: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
Zitat:
(24.01.2014 )jokersteve schrieb:  
Gibt es da konkrete Studien, die darauf hindeuten? Ich meine Alzheimer und Parkinson.


Er hat diesen Artikel http://www.huffingtonpost.com/2013/04/25...56575.html
und dieses paper http://www.mdpi.com/1099-4300/15/4/1416 verlinkt.


Dazu unbedingt lesen: http://www.huffingtonpost.com/tamar-hasp...62694.html
Zitat:
There's real danger in bad science like this. Industrial agriculture has created a lot of environmental problems. We have to find ways to reform our food system, but shoddy research only helps Monsanto. If we base our objections on papers like this one, we won't -- and we shouldn't -- be taken seriously.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.01.2014 09:44 von Heckenbraunelle.)
Enterhaken

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Beitrag #106103 | 24.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: AW: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Dazu unbedingt lesen: http://www.huffingtonpost.com/tamar-hasp...62694.html
Zitat:
There's real danger in bad science like this. Industrial agriculture has created a lot of environmental problems. We have to find ways to reform our food system, but shoddy research only helps Monsanto. If we base our objections on papers like this one, we won't -- and we shouldn't -- be taken seriously.

Tamar Haspel, der Autor deines zitierten Artikels, berichtet in diesem Artikel, dass er einen Begriff aus der Studie googlet. Er findet mit dieser, seiner Lieblings-Suchmaschine aber keine Seiten außer die Studie und schlussfolgert haarscharf daraus, die Autoren hätten das alles nur erfunden. Das halte ich für absolut idiotischen, miesesten Journalismus. Lächerlicher gehts kaum. Dieser Artikel kam übrigens exakt einen Tag nach diesem Monsanto-Blog-Eintrag zur Studie heraus: http://monsantoblog.com/2013/04/25/another-bogus-study/

Die Kritik saugt sich Haspel, der keinerlei Ausbildung in diesem Feld hat, komplett aus den Fingern. Im Detail: "CYP enzymes disrupts gut bacteria, which are susceptible to its mechanism, even though humans are not" Also, diese Enzyme beeinträchtigen die Darmbakterien, aber nicht den Rest des Menschen. Unsere Darmbakterien können uns also wurscht sein? Vielleicht brauchen wir sie gar nicht? Was für ein Journalismus. Warscheinlich hat Haspel wieder ein paar Seiten zusammengegoogelt, die ihm ganz gut ins Ohr gehen: "That sounds serious". Wissenschaftliches Papier dazu: http://www.researchgate.net/publication/...e2d8a1.pdf Zur Bedeutung der Darmbakterien vielleicht ein bisschen leichter zu lesen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensc...09472.html

Aber die Welt der Wissenschaft war seit dem letzten Jahr nicht faul. Dazu bitte unbedingt lesen: http://www.greenmedinfo.com/blog/new-stu...ty-concern
Die eigentliche Studie: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24434723

Zitat:
New Study Renews Roundup 'Weedkiller' Toxicity Concern: Glyphosate Commercial Formulation Causes Cytotoxicity, Oxidative Effects, and Apoptosis on Human Cells: Differences With its Active Ingredient.

Die Kernthemen der Piratenpartei liegen etwas im Dornröschenschlaf. Hilf mit, die Piratenpartei wieder zur Digital-Koryphäe zu erheben, die von den Medien stets um Rat und Beistand verzweifelt angerufen wird, wenn der nächste Netz-Skandal um die Ecke lugt.

Bitte mehr Netzpolitik in die Piratenpartei!
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.01.2014 11:57 von Enterhaken.)
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Beitrag #106108 | 24.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: AW: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(24.01.2014 )Enterhaken schrieb:  
Aber die Welt der Wissenschaft war seit dem letzten Jahr nicht faul. Dazu bitte unbedingt lesen: http://www.greenmedinfo.com/blog/new-stu...ty-concern
Die eigentliche Studie: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24434723


New Study Renews Roundup 'Weedkiller' Toxicity Concern: Glyphosate Commercial Formulation Causes Cytotoxicity, Oxidative Effects, and Apoptosis on Human Cells: Differences With its Active Ingredient.

Aus der Conclusion des Papers:
Zitat:
Taking into account the great deal of controvery about the risk of glyphosate-containing herbicide exposure, more investigation on this area should be necessary to understand the effect of chronic exposure to human health. The effects oberves by G formulation on HepG2 cells may provide evidence of cytotoxicity related to oxidative stress and cellular end points.

Ich bin kein Verteidiger von Glyphosat und bin mir sicher, dass das Zeug in Massen negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

Aber angesichts solcher wirklich nicht eindeutiger Erkenntnisse gleich mit "Die bekommen alle Alzheimer, sterben aber sowieso vorher daran" zu kommen halte ich für nicht angebracht.

Und deshalb eine ganze Technologie abzulehnen schon gar nicht.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.01.2014 12:08 von Heckenbraunelle.)
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Beitrag #106110 | 24.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: AW: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
Und ohne Frage haben Darmbakterien eine entscheidende Rolle für die Gesundheit der Menschen, das bestreite ich keinesfalls.

Die Schlüsse die in dieser Studie gezogen werden halte ich jedoch eindeutig für zu vage.
Enterhaken

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Beitrag #106306 | 25.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: AW: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Die Schlüsse die in dieser Studie gezogen werden halte ich jedoch eindeutig für zu vage.

Du bist also der Meinung, man sollte die Biozide nur dann nicht mehr anwenden, wenn hieb und stichfest bewiesen ist, dass sie negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben? Die wirtschaftlichen Interessen des Konzerns haben also Priorität vor der Gesundheit der Bevölkerung, solange es Zweifel in die eine oder andere Richtung gibt?

Da bin ich ganz klar anderer Meinung. Zwei Studien geben deutliche Hinweise darauf, dass Glyphosat für Menschen verheerende Krankheiten erzeugt. Das ist für mich Grund genug, es nicht mehr zu konsumieren und konsumieren zu lassen, bis das Gegenteil bewiesen ist oder sein sollte. Das Unkrautvernichtungsmittel kann man in den geernteten Pflanzen bzw. Produkten im Supermarkt nämlich eindeutig nachweisen.

Monsanto ist in diesem Punkt - oh Wunder - auf deiner Seite. Im Zweifel für das Roundup.

Ach ja: In Frankreich ist Parkinson übrigens als Berufskrankheit von Landwirten anerkannt. Siehe da.

Die Kernthemen der Piratenpartei liegen etwas im Dornröschenschlaf. Hilf mit, die Piratenpartei wieder zur Digital-Koryphäe zu erheben, die von den Medien stets um Rat und Beistand verzweifelt angerufen wird, wenn der nächste Netz-Skandal um die Ecke lugt.

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.01.2014 09:11 von Enterhaken.)
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Beitrag #106396 | 25.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: AW: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(25.01.2014 )Enterhaken schrieb:  
Du bist also der Meinung, man sollte die Biozide nur dann nicht mehr anwenden, wenn hieb und stichfest bewiesen ist, dass sie negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben? Die wirtschaftlichen Interessen des Konzerns haben also Priorität vor der Gesundheit der Bevölkerung, solange es Zweifel in die eine oder andere Richtung gibt?

Da bin ich ganz klar anderer Meinung. Zwei Studien geben deutliche Hinweise darauf, dass Glyphosat für Menschen verheerende Krankheiten erzeugt. Das ist für mich Grund genug, es nicht mehr zu konsumieren und konsumieren zu lassen, bis das Gegenteil bewiesen ist oder sein sollte. Das Unkrautvernichtungsmittel kann man in den geernteten Pflanzen bzw. Produkten im Supermarkt nämlich eindeutig nachweisen.

Monsanto ist in diesem Punkt - oh Wunder - auf deiner Seite. Im Zweifel für das Roundup.

Ach ja: In Frankreich ist Parkinson übrigens als Berufskrankheit von Landwirten anerkannt. Siehe da.

Ich verstehe hier deinen Angriff gegen mich nicht:
Zitat:
Ich bin kein Verteidiger von Glyphosat und bin mir sicher, dass das Zeug in Massen negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

Ich spreche mich nur gegen den Schluss aus, dass wegen der negativen Wirkung eines Pflanzenschutzmittels die komplette Gentechnik evil ist.

Und bezüglich der Studie wundert es mich einfach etwas, dass ein einzelnen Mittel Schuld an so einer Anzahl an bereits vor Zulassung bestehenden massiven Krankheiten der Menschheit sein soll.
Enterhaken

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Beitrag #106423 | 25.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: AW: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(25.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
(25.01.2014 )Enterhaken schrieb:  
Du bist also der Meinung, man sollte die Biozide nur dann nicht mehr anwenden, wenn hieb und stichfest bewiesen ist, dass sie negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben? Die wirtschaftlichen Interessen des Konzerns haben also Priorität vor der Gesundheit der Bevölkerung, solange es Zweifel in die eine oder andere Richtung gibt?

Da bin ich ganz klar anderer Meinung. Zwei Studien geben deutliche Hinweise darauf, dass Glyphosat für Menschen verheerende Krankheiten erzeugt. Das ist für mich Grund genug, es nicht mehr zu konsumieren und konsumieren zu lassen, bis das Gegenteil bewiesen ist oder sein sollte. Das Unkrautvernichtungsmittel kann man in den geernteten Pflanzen bzw. Produkten im Supermarkt nämlich eindeutig nachweisen.

Monsanto ist in diesem Punkt - oh Wunder - auf deiner Seite. Im Zweifel für das Roundup.

Ach ja: In Frankreich ist Parkinson übrigens als Berufskrankheit von Landwirten anerkannt. Siehe da.

Ich verstehe hier deinen Angriff gegen mich nicht:

Ich hab nicht dich angegriffen, sondern deinen Standpunkt, für den die Gesundheit im Lichte von Profitinteressen ein handelbares Gut sein kann. Ich finde so einen Standpunkt unverantwortlich und bin überzeugt, dass er der Grund für so viel Leid in der Welt ist.

(25.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Zitat:
Ich bin kein Verteidiger von Glyphosat und bin mir sicher, dass das Zeug in Massen negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

Das ist schön, dass du das behauptest. Deine Argumentationslinie des Relativierens übertrifft hier allerdings in seiner direkten Ignoranz den nicht wieder gut zu machenden Langzeitwirkungen der (möglichen) Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung gegenüber jedoch sogar noch die Monsantos.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Die Schlüsse die in dieser Studie gezogen werden halte ich jedoch eindeutig für zu vage.
Jerry Steiner, Monsanto schrieb:
We are very confident in the long track record that glyphosate has.

Hey, wenn man ein bisschen sucht, kann man durchaus noch mehr lustige Studien zum Roundup finden:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23756170

Chulabhorn Graduate Institute schrieb:
Glyphosate induces human breast cancer cells growth via estrogen receptors.

Gehe ich richtig in der Annahme, dass dir das auch zu 'vage' ist?

(25.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Ich spreche mich nur gegen den Schluss aus, dass wegen der negativen Wirkung eines Pflanzenschutzmittels die komplette Gentechnik evil ist.

Es geht hier nicht um die gesamte Gentechnik, sondern um den Informationskrieg eines mittlerweile enorm mächtigen Konzerns gegen Vernunft, Wissenschaft, Aufklärung und die Natur. Das Papier Ammanns, das als Motivation für dein Meinungsbild hier dient, entstammt genau diesem Krieg. Die Vermarktung der Genmanipulation an Pflanzen ist fest in der Hand der wirtschaftlichen Supermacht Monsanto. Dieser Thread handelt von Glyphosat und jenes Glyphosat ist Anlass und Waffe dieses Krieges. Diese Waffe schädigt nicht nur uns Menschen direkt, sondern erzeugt auch die verbrannte Erde, auf der schlussendlich nur mehr die Genpflanzen überleben können sollen. Diese Genpflanzen breiten sich über natürliche Vorgänge und Wirkungskreisläufe weiter in die Natur aus und schädigen nicht nur aufgrund ihrer vererbten Glyphosatabhängigkeit alle natürlichen Pflanzen zum Beispiel auch im biologischen Anbau. Und diese Glyphosatabhängigkeit ist nur die direkteste Schädigung. Sekundäre oder gar völlig indirekte Schädigungen bemerkt man erst, wenn es viel zu spät ist. Stichwort auch Bienensterben. Schlimme Fehler und Katastrophen, die in die freie Natur entwischen, kann man nicht mehr wieder gut machen. Das hat man schon oft und immer wieder erlebt. Wenn man da erst zuwartet, bis die Schädigung eindeutig und zweifelsfrei nachgewiesen wird, können wir das Leben auf der Oberfläche dieses Planeten ohne Schutzanzug bald vergessen. Allergien sind jetzt schon galoppierend im Vormarsch. Möglichkeiten, um unsere Umwelt für den Profit auszubeuten, gibt es sehr viele. Wiedergutmachen kann man leider nur die wenigsten, und wenn, dann dauert das sehr viel länger, als du und ich leben.

(25.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Und bezüglich der Studie wundert es mich einfach etwas, dass ein einzelnen Mittel Schuld an so einer Anzahl an bereits vor Zulassung bestehenden massiven Krankheiten der Menschheit sein soll.

Monsanto steckt seine Millionen nicht nur in Korruption, indem direkt Politiker bestochen (siehe dazu http://www.veoh.com/tv/watch/v19106446tNYSsfS3 ) oder Untersuchungen gefälscht werden. Es werden auch eine Unmenge an Falschinformationen und Propagandamittel finanziert.

Hier ein Beispiel wie Monsanto mit Journalisten verfährt: http://www.youtube.com/watch?v=JL1pKlnhvg0

Nur so nebenbei gehts da auch um ein längst zugelassenes Mittel und wie Monsanto seine Studien durchführt, mit der sie sich die Zulassungen holen.

Bitte sieh dir diesen Beitrag komplett an! Er dauert auch nur zehn Minuten.

Natürlich hat es die Krankheiten schon vorher gegeben. Nur so kann sich Monsanto hinter vagem Abwiegeln und Ablenken verstecken. Würde Glyphosat solche Auswirkungen wie beispielsweise Contergan erzeugen, wo den auf die Welt gekommenen Kindern die Arme und teilweise die Beine komplett fehlen, wäre das Aus-Dem-Verkehr-Ziehen des Glyphosats schon längst passiert. Doch die Auswirkungen des Glyphosat sind offensichtlich besonders langsam und perfide. Ein echter Glücksfall für die Shareholder.

Die Kernthemen der Piratenpartei liegen etwas im Dornröschenschlaf. Hilf mit, die Piratenpartei wieder zur Digital-Koryphäe zu erheben, die von den Medien stets um Rat und Beistand verzweifelt angerufen wird, wenn der nächste Netz-Skandal um die Ecke lugt.

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Beitrag #109075 | 08.02.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: AW: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
Die Diskussion zu diesem Meinungsbild hat im Bereich Allgemeines auch einen wichtigen Ast:
https://forum.piratenpartei.at/thread-11...#pid108939

Die Kernthemen der Piratenpartei liegen etwas im Dornröschenschlaf. Hilf mit, die Piratenpartei wieder zur Digital-Koryphäe zu erheben, die von den Medien stets um Rat und Beistand verzweifelt angerufen wird, wenn der nächste Netz-Skandal um die Ecke lugt.

Bitte mehr Netzpolitik in die Piratenpartei!
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.02.2014 23:16 von Enterhaken.)
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Beitrag #105272 | 21.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: kein solcher Programmpunkt
Bundesweite Themen: Umwelt, Tierschutz, Verkehr, Energie
Unverbindliches Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 1975
Ereignis: Neue Initiative
Phase: Diskussion (noch 14 Tage 21:07:12)
i4525: kein solcher Programmpunkt
Zitat:
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Beitrag #109564 | 11.02.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Netzwerk gentechnikfreier Regionen (Programmpunkt der PPde angepasst)
Bundesweite Themen: Umwelt, Tierschutz, Verkehr, Energie
Unverbindliches Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 1975
Ereignis: Neue Initiative
Phase: Eingefroren (noch 2 Tage 00:03:54)
i4701: Netzwerk gentechnikfreier Regionen (Programmpunkt der PPde angepasst)
Zitat:
Antrag
Landwirtschaft
Netzwerk gentechnikfreier Regionen
In der Charta von Florenz bekennen sich Regionen verschiedener europäischer Staaten dazu, gentechnisch veränderte Pflanzen nicht für den Anbau im Freiland zuzulassen und für die Landwirtschaft insgesamt abzulehnen.
Wir befürworten die erfolgte Unterzeichnung der Charta von Florenz durch alle österreichischen Bundesländer und fordern die Stärkung und den Ausbau dieser und weiterer gentechnikfreier Regionen über unsere Grenzen hinaus.
Beeinträchtigungen der natürlichen Umwelt durch gentechnisch veränderte Organismen sind – einmal im Freiland ausgebracht – irreversibel und unvermeidbar. Es ist erwiesen, dass die Erträge durch konventionelle Zuchtverfahren stärker gesteigert werden konnten als durch die Gentechnik, dies bestätigt auch regelmäßig der Weltagrarbericht. Niemand müsste hungern, wenn Ressourcen, Wissen und die Möglichkeiten Lebensmittel zu erzeugen, gerecht verteilt würde.
Begründung
Der Antrag bezieht sich ausschließlich auf so genannte "Grüne Gentechnik", also die zu Produktionszwecken durchgeführte Kultur von genetisch veränderten Pflanzen im Freiland. Er bezieht sich ausdrücklich nicht auf die Forschung an genetisch veränderten Organismen etwa in der Medizin (rote Gentechnik).
Genetisch veränderte Pflanzen dürfen nicht ins Freiland gelangen, da sie auch das Erbmaterial anderer Pflanzen zwangsläufig verändern würden. Einmal in die Umwelt entlassen, ist der Prozess nicht mehr umkehrbar.
Pflanzen werden artübergreifend genetisch verändert, vor allem, damit sie resistent gegen Herbizide werden. Der Anbau genetisch veränderten Pflanzen gefährdet nicht nur die biologische Vielfalt, er führt auch zu einem vermehrten Herbizideinsatz, durch den sogenannte Superunkräuter entstehen, welche die heimische Flora verdrängen.
Es wird immer wieder behauptet, Gentechnik würde als einzige Lösung das Problem des hohen Nahrungsbedarfs einer wachsenden Weltbevölkerung lösen. Es ist erwiesen, dass die Erträge durch konventionelle Zuchtverfahren stärker gesteigert werden konnten als durch die Gentechnik. Ebenso bestätigt der Weltagrarbericht (Synthesebericht, IAASTD 2009), dass die Ernährung der Weltbevölkerung auch mittels nachhaltiger Landwirtschaft ohne "grüne Gentechnik" möglich ist. Niemand müsste hungern, wenn Ressourcen, Wissen und die Möglichkeiten Lebensmittel zu erzeugen, gerecht verteilt würde.
Hintergrund
Programmpunkt der Piratenpartei Deutschland (+Begründung) zu diesem Thema übernommen und an österreichische Verhältnisse angepasst (da bereits alle österreichischen Bundesländer die Charta von Florenz unterzeichnet haben).
Wird bei positivem Meinungsbild als Programmantrag eingebracht und ev. noch verfeinert und erweitert.
rotzbub
Pirat
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Beitrag #109650 | 11.02.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
So wird meinung gemacht.
Gerade gab die gentechnikexpertin von global 2000 einen kommentar zum neuen mais ab und warnte davor dass er für bienen schädlich sein könnte.

Dann such ich die im google weil ich wissen will was sie zur expertin macht.
Konnte nix in die richtung finden, allerdings eine ernährungsberaterin die vor kurzem noch germanistik studiert hat. Hrm

Sind das wirklich die experten der antigentech ngos?
Enterhaken

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Beitrag #105240 | 21.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(21.01.2014 )Liquid schrieb:  
Bundesweite Themen: Umwelt, Tierschutz, Verkehr, Energie
Unverbindliches Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 1975
Ereignis: Neues Thema
Phase: Neu (noch 7 Tage 23:59:22)
i4517: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"

Sorry, aber ich halte die Begründung des Antrags für eine Farce. Sie ist nichts weiter, als einerseits eine Bankrott- und Kapitulationserklärung und außerdem natürlich eine Augenauswischerei. Missstände gehören beseitigt und nicht einbetoniert, "weils halt schon so ist".

Das Wort "Grün" in der "Günen Gentechnik" bezieht sich rein darauf, dass es eben nur von Gentechnik an Pflanzen handelt, im Gegensatz zur Gentechnik an Tieren oder Bakterien. Hier wird in der Überschrift und sogar im Text ("ökologischer Landbau") mit dem Wort "Grün" suggeriert, dass es irgend etwas mit "Biologisch kontrolliert" oder dergleichen zu tun haben könnte, was definitiv falsch ist. Auch mit dem Wort "Grün" bleibt es diejenige Gentechnik, mit der Monsanto seine Milliarden scheffelt und die Monsanto über das Freihandelsabkommen auf unsere Teller klagen will.

Dieser Antrag ist also nichts weiter, als das Reinschmuggeln der Monsanto-Technologie ins Piratenprogramm mittels dem Buzz-Word "Grün".

Wie es um den Grad der Reifung der Gentechnik steht, kann man übrigens beispielsweise hier nachlesen. Hier auch der Link zur Studie, der den Zusammenhang von Glyphosat mit Parkinson, Autismus, Alzheimer und weiteren solch angenehmer Krankheiten, aufzeigt. Glyphosat ist übrigens Hauptbestandteil des "Roundup" - dem Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto, gegen das das Gengemüse weitgehend immun manipuliert wurde.

Die Kernthemen der Piratenpartei liegen etwas im Dornröschenschlaf. Hilf mit, die Piratenpartei wieder zur Digital-Koryphäe zu erheben, die von den Medien stets um Rat und Beistand verzweifelt angerufen wird, wenn der nächste Netz-Skandal um die Ecke lugt.

Bitte mehr Netzpolitik in die Piratenpartei!
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.01.2014 15:56 von Enterhaken.)
Vilinthril
Pirat
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Beitrag #105267 | 21.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
Den Vorwurf mit dem Buzzword verstehe ich echt nicht. „Grüne“ Gentechnik ist der übliche Begriff dafür, zur Abgrenzung von „Weißer“ und „Roter“ – und es ist extra in scare quotes, um zu unterstreichen, dass es deswegen eben nicht gleich „umweltpolitisch super“ bedeutet.
Enterhaken

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Beitrag #105292 | 21.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(21.01.2014 )Vilinthril schrieb:  
Den Vorwurf mit dem Buzzword verstehe ich echt nicht. „Grüne“ Gentechnik ist der übliche Begriff dafür, ...

Es mag schon sein, dass es sich mittlerweile in der einschlägigen Lebensmittel-Genindustrie-Szene um einen "üblichen Begriff" handelt, das tut es aber mit "Raubkopierer" und "Geistiges Eigentum" bei den Rechteverwertern auch, trotzdem ist es eine Verblendung und Irreführung durch die absichtlich gegensätzliche Verwendung in der Öffentlichkeit bereits weitgehend besetzter Begriffe.

Eine "grüne" und "ökologische" Position ist nun mal in der derzeitigen politischen Auffassung vehement gegen Gentechnik, da die Auswirkung dieser Technik auf die Umwelt desaströs ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass beispielsweise irgend ein Mitglied der Grünen Partei für den Einsatz von Gentechnik ausgerechnet in der Lebensmittelindustrie ist, eben ganz besonders nicht für einen Einsatz der hier vorgebrachten "Grünen" Gentechnik.

Wenn man nun ausgerechnet dem Wort Gentechnik das Wort "Grün" beistellt, muss man schon auf die völlig konträre und irreführende Bedeutung im Kontext mit Lebensmitteln und Landwirtschaft hinweisen, um sich nicht den Vorwurf einhandeln zu können, ein Buzzwort aus der sogenannten Ökoszene zu verwenden. Einfach nur den meines Erachtens gebügelten Absatz von Wikipedia herein zu kopieren, erscheint mir viel zu wenig als Klarstellung.

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Bitte mehr Netzpolitik in die Piratenpartei!
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.01.2014 17:10 von Enterhaken.)
Ohm

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Beitrag #105334 | 21.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(21.01.2014 )Enterhaken schrieb:  
Es mag schon sein, dass es sich mittlerweile in der einschlägigen Lebensmittel-Genindustrie-Szene um einen "üblichen Begriff" handelt, das tut es aber mit "Raubkopierer" und "Geistiges Eigentum" bei den Rechteverwertern auch, trotzdem ist es eine Verblendung und Irreführung durch die absichtlich gegensätzliche Verwendung in der Öffentlichkeit bereits weitgehend besetzter Begriffe.
Das ist kein Begiff der "einschlägigen Lebensmittel-Genindustrie-Szene". Die Gentechnik wird je nach Anwendungsgebiet in grüne, rote, weiße und graue G. eingeteilt.
BTW: Im Elektrohandel gibt es auch Weiß- und Braunware, wobei letztere nichts mit Nazis zu tun hat.

Aber ab heut könnts mi vergessen,
i spü des, was mi grad gfreut:
Domino oder Pfitschigoggerln ganz alla,
weil ab heute hab i Zeit.

[W.Ambros - "I drah zua"]
extranjero

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Beitrag #105538 | 22.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(21.01.2014 )Ohm schrieb:  
(21.01.2014 )Enterhaken schrieb:  
Es mag schon sein, dass es sich mittlerweile in der einschlägigen Lebensmittel-Genindustrie-Szene um einen "üblichen Begriff" handelt, das tut es aber mit "Raubkopierer" und "Geistiges Eigentum" bei den Rechteverwertern auch, trotzdem ist es eine Verblendung und Irreführung durch die absichtlich gegensätzliche Verwendung in der Öffentlichkeit bereits weitgehend besetzter Begriffe.
Das ist kein Begiff der "einschlägigen Lebensmittel-Genindustrie-Szene". Die Gentechnik wird je nach Anwendungsgebiet in grüne, rote, weiße und graue G. eingeteilt.
BTW: Im Elektrohandel gibt es auch Weiß- und Braunware, wobei letztere nichts mit Nazis zu tun hat.

OT Braunware kommt vom damals gebräuchlichen Holz für das Gehäuse.

Demokratie nimmt keine Rücksicht auf den Einzelnen!
Heckenbraunelle

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Beitrag #105452 | 22.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(21.01.2014 )Enterhaken schrieb:  
Sorry, aber ich halte die Begründung des Antrags für eine Farce. Sie ist nichts weiter, als einerseits eine Bankrott- und Kapitulationserklärung und außerdem natürlich eine Augenauswischerei. Missstände gehören beseitigt und nicht einbetoniert, "weils halt schon so ist".

Das würde bedeuten, dass die Forschung in diesem Bereich an sich ein MIssstand ist und eine Nutzung der neuen technologischen Möglichkeiten eine Niederlage. Dieser Meinung bin ich nicht - ich glaube es bieten sich neue Chancen.

Die Begründung ist natürlich nicht in Stein gemeißelt, auf sachliche Hinweise auf Fehler möchte ich gerne eingehen. Auf ein schlichtes: "Das ist schlecht!" kann ich sehr schwer reagieren.
Zitat:
Das Wort "Grün" in der "Günen Gentechnik" bezieht sich rein darauf, dass es eben nur von Gentechnik an Pflanzen handelt, im Gegensatz zur Gentechnik an Tieren oder Bakterien. Hier wird in der Überschrift und sogar im Text ("ökologischer Landbau") mit dem Wort "Grün" suggeriert, dass es irgend etwas mit "Biologisch kontrolliert" oder dergleichen zu tun haben könnte, was definitiv falsch ist. Auch mit dem Wort "Grün" bleibt es diejenige Gentechnik, mit der Monsanto seine Milliarden scheffelt und die Monsanto über das Freihandelsabkommen auf unsere Teller klagen will.

Das Wort "Grün" bezieht sich rein auf die allgemeine Einteilung der verschiedenen Arten von Gentechnologie und ist weit gebräuchlich. Es ist keinesfalls als Beschönigung gemeint. Wenn dir eine alternative und geeignetere Wortwohl bekannt ist, baue ich sie gerne ein.

Den Konnex zur ökologischen Landwirtschaft ziehe ich aus Artikeln wie diesem: http://www.fbae.org/2009/FBAE/website/im...8.publ.pdf - Warum transgene Pflanzen sinnvoll für ökologische LW sind.

Sehr interessant auch: http://www.globalchange.umich.edu/global...202010.pdf - Über die Möglichkeiten, Vorteile und notwendigen Sicherheitsmaßnahmen.

Die Dominanz von Großkonzernen ist ein bestehendes Übel und nicht unterstützenswert. Hat aber in direkter Hinsicht nicht sehr viel mit transgenen Pflanzen an sich zu tun.
Zitat:
Dieser Antrag ist also nichts weiter, als das Reinschmuggeln der Monsanto-Technologie ins Piratenprogramm mittels dem Buzz-Word "Grün".

Wie gesagt, das Wort "Grün" ist nicht taktisch gewählt und bei besseren Vorschlägen gerne ersetzbar.
Zitat:
Wie es um den Grad der Reifung der Gentechnik steht, kann man übrigens beispielsweise hier nachlesen. Hier auch der Link zur Studie, der den Zusammenhang von Glyphosat mit Parkinson, Autismus, Alzheimer und weiteren solch angenehmer Krankheiten, aufzeigt. Glyphosat ist übrigens Hauptbestandteil des "Roundup" - dem Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto, gegen das das Gengemüse weitgehend immun manipuliert wurde.

Glyphosat?

Du meinst das Spritzmittel das derzeit weltweit dominiert und von praktischem jedem Landwirt, Gärtner und Hobbysalatpflanzer angewandt wird? Das Spritzmittel, das in der konventionellen Landwirtschaft das täglich Brot des Landwirten bedeutet? Auch das hat in erster Linie nichts mit Gentechnik zu tun. Roundup dominiert einfach überall. Und die exzessive Nutzung ist natürlich abzulehnen und schlecht.

Fun fact ist der, dass die aufzuwendende Menge an Glyphosat bei gentechnisch veränderten Pflanzen geringer ist, da der Anwendungszeitpunkt besser geplant und die Menge geringer gehalten werden kann - Immunität sei Dank.

Ebenso kann der extrem schadhafte Einsatz synthetischer Pestizide zur Insektenabwehr durch BT-Pflanzen minimiert werden.
Enterhaken

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Beitrag #105586 | 22.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(22.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
(21.01.2014 )Enterhaken schrieb:  
Sorry, aber ich halte die Begründung des Antrags für eine Farce. Sie ist nichts weiter, als einerseits eine Bankrott- und Kapitulationserklärung und außerdem natürlich eine Augenauswischerei. Missstände gehören beseitigt und nicht einbetoniert, "weils halt schon so ist".

Das würde bedeuten, dass die Forschung in diesem Bereich an sich ein MIssstand ist und eine Nutzung der neuen technologischen Möglichkeiten eine Niederlage. Dieser Meinung bin ich nicht - ich glaube es bieten sich neue Chancen.

Die Begründung ist natürlich nicht in Stein gemeißelt, auf sachliche Hinweise auf Fehler möchte ich gerne eingehen. Auf ein schlichtes: "Das ist schlecht!" kann ich sehr schwer reagieren.

Ähm, ich habe mehr geschrieben, als "Das ist schlecht!". In der Begründung steht nichts von Forschung. Zusammengefasst steht da, dass wir ohnehin schon mit den Genpflanzen leben, daher sollen wir uns damit gleich abfinden.

Nennenswerte Forschung auf diesem Gebiet findet praktisch nur zur Profitmaximierung statt. Tatsächlich gibt es kaum einen anderen Anlass, denn zur ergebnisorientierten Forschung auf diesem Gebiet sind enorme Ressourcen notwendig, die sich in großem Umfang praktisch nur einschlägige Konzerne leisten.

(22.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Zitat:
Das Wort "Grün" in der "Günen Gentechnik" bezieht sich rein darauf, dass es eben nur von Gentechnik an Pflanzen handelt, im Gegensatz zur Gentechnik an Tieren oder Bakterien. Hier wird in der Überschrift und sogar im Text ("ökologischer Landbau") mit dem Wort "Grün" suggeriert, dass es irgend etwas mit "Biologisch kontrolliert" oder dergleichen zu tun haben könnte, was definitiv falsch ist. Auch mit dem Wort "Grün" bleibt es diejenige Gentechnik, mit der Monsanto seine Milliarden scheffelt und die Monsanto über das Freihandelsabkommen auf unsere Teller klagen will.

Das Wort "Grün" bezieht sich rein auf die allgemeine Einteilung der verschiedenen Arten von Gentechnologie und ist weit gebräuchlich. Es ist keinesfalls als Beschönigung gemeint. Wenn dir eine alternative und geeignetere Wortwohl bekannt ist, baue ich sie gerne ein.

Das Wort "Grün" hat seit den Siebzigern die Bedeutung von Naturbelassenheit. Sie als näheres, technisches Unterscheidungsmerkmal einer Variante der Gentechnik einzusetzen, ist ein Propagandatrick und schafft beim unbedarften Bürger Klarstellungsbedarf, der nun den Eindruck haben könnte, es gibt auch Gentechnik, die auf Naturbelassenheit hinaus läuft.

(22.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Den Konnex zur ökologischen Landwirtschaft ziehe ich aus Artikeln wie diesem: http://www.fbae.org/2009/FBAE/website/im...8.publ.pdf - Warum transgene Pflanzen sinnvoll für ökologische LW sind.

Und da haben wir es schon. Klaus Ammann, von dem dieser Text stammt, ist einer der Lobbyisten auf der Gehaltsliste von Monsanto. Nachzuschlagen hier: http://www.lobbywatch.org/profile1.asp?PrId=8 Dass er auf einer Universität gelehrt hat (und vielleicht noch lehrt), tut in diesem Zusammenhang nichts zur Sache. Letzteres hat ihn natürlich für Monsanto erst interessant gemacht und damit sein Honorar definiert. Spin control.

Nona versucht er, die Gentechnik fälschlich als grüne, biologisch kontrollierte Möglichkeit erscheinen zu lassen, unser Essen zu "verbessern". Der Text ist ein einziges Propagandapamphlet, mit dem der (kleine) Biobauer als abergläubisches Sektenmitglied diskreditiert und die Ablehnung der Biologischen Landwirtschaft gegenüber der Gentechnik neutralisiert und eben sogar negiert werden soll und nur Gentechnik und Biotechnologie als fähig erachtet werden, den Nahrungspflanzen das Überleben zu sichern. Sollte der Essensgenmanipulationskrieg in den Supermarktregalen gewonnen werden, dann handelt es sich um eine selbst erfüllende Prophezeiung, da mittels dem massiven Einsatz von Schädlingsbekämpfung die durch eine reichhaltige Diversität an Mikroorganismen sichergestellte, natürliche Widerstandsfähigkeit des Bodens nachhaltig gestört und geschädigt wird und in weiterer Folge nur mehr Pflanzen gedeihen können, die massiv chemisch "pflanzengeschützt" werden.

(22.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Sehr interessant auch: http://www.globalchange.umich.edu/global...202010.pdf - Über die Möglichkeiten, Vorteile und notwendigen Sicherheitsmaßnahmen.

Ja, diese Gegenüberstellung von GenFood mit Biologischer Landwirtschaft ist durchaus interessant zu lesen. Jedoch werden die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen beim Anbau von GenFood nicht konkret in Machbarkeit und Effizienz untersucht, sondern als Bedingung für GM (GenFood) erwähnt.

In diesem Artikel aus 2009 wird unter anderem versucht, die ökonomischen Vorteile von genmanipulierten Anbau mit den gesundheitlichen und ökologischen Vorteilen von organischem Anbau im Unterschied zum konventionellen Anbau gegenüber zu stellen, indem verschiedene Papiere ausgewertet werden. Als Anmerkung halte ich es bei der Herangehensweise einer solchen Gegenüberstellung ökonomische Vorteile <-> Gesundheitliche/Ökologische Nachteile der Gentechnik für mehr als zynisch, zu meinen, durch die Ausbeutung der Menschen und des Bodens wächst erst mal sowieso nichts anderes mehr, als schädlingsbekämpfte Genpflanzen, und da die da unten eh alle an Hunger krepieren, erleben sie den Parkinson auch schon gar nicht mehr. Nicht, dass ich dir das unterstelle, aber gelegentlich hört man bei Befürwortern der Gentechnik dieses Argument und ich habe den Eindruck, jene Analyse entspringt einem entsprechenden Gedanken.

As a fun fact kommt die angesprochene Analyse unter anderem zu der Erkenntnis, dass der ökologische Anbau, richtig implementiert, tatsächlich weitreichende ökonomische Vorteile gegenüber dem GenFood-Anbau haben dürfte, vor allem langfristig.

Weiter relativiert das Papier viele behauptete Vorteile der GM-Landwirtschaft wie Ertragssicherheit, Erhöhung der Produktivität und Effizienz sowie Erhöhung der Nahrungsmittelvielfalt durch die Analyse der bereits stattgefundenen Vorgänge und spricht diese Vorteile eher der organischen Landwirtschaft zu. Durch die Verdrängung von kleinen, effizienten Bauern, beispielsweise mittels für das Genfood nötiger teurer Geräte, die sich nur in größeren Betrieben rentieren, bilden sich Strukturen heraus, die durch eine Orientierung am Welthandel Abhängigkeiten und Armut erzeugen und längst bestehende Abhängigkeiten zementieren, sodass die örtliche Bevölkerung durch die dadurch geförderte Wahl an Produkten und Vertriebswegen noch mehr an Hunger leidet. Auch die Nord-Süd-Problematik wird durch die Aktivitäten der GenFood-Konzerne massiv verschärft, da der reiche Norden mittels Investitionen die nördlichen Bedürfnisse im Süden fördert und nicht die örtlichen. Zusätzlich kosten die "Schutz"mittel selbst nicht wenig Geld, das den ökonomischen Ertrag des GenFood-Bauern signifikant mindert, wenn nicht gar auffrisst oder übersteigt. Oft finden sich die Bauern in einer Schuldenspirale wieder: http://www.fr-online.de/wirtschaft/gente...76756.html Ganz wichtig auch verlieren die örtlichen Bauern durch die Anwendung von Chemie das Wissen, wie der Boden dort organisch überhaupt noch/wieder bestellt werden kann. Der Abbau der Fruchtbarkeit, der durch das Einbringen der Gifte und das Auslaugen des Bodens durch die einseitige Nutzung von Genpflanzen noch weiter vorangetrieben wird, ist in vielen Studien der Hauptgrund für den Hunger in Afrika und Asien.

Ein wichtiger, angesprochener Punkt ist die Sicherheit der organischen und auch konventionellen Produktion vor der Kontamination aus den genmanipulierten Feldern. Nicht nur werden die Nachbarpflanzen durch die eingesetzten Biozide schwer beeinträchtigt, sondern es kommt auch zu krankhaften Kreuzungen, mit dem die nächsten Generationen mehr oder weniger natürlichen Feinden ohne "Pflanzenschutz" viel leichter zum Opfer fallen können. Die noch aktiven GenFood-Bauern trifft das Problem nicht, da sie ihre Samen aus patentrechtlichen Gründen ohnehin immer wieder vom Konzern beziehen müssen, jedoch ist es in der biologischen Landwirtschaft üblich und notwendig, die Samen aus der letzten Ernte wieder auszusäen.

In diesem Zusammenhang empfehle ich dir diese Studie:
http://www.nabu.de/imperia/md/content/na...ik_fin.pdf

(22.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Die Dominanz von Großkonzernen ist ein bestehendes Übel und nicht unterstützenswert. Hat aber in direkter Hinsicht nicht sehr viel mit transgenen Pflanzen an sich zu tun.

Das ist falsch. Es sind praktisch nur die Großkonzerne, die ein massives Interesse an der Erlaubnis haben, diese transgenen Pflanzen vertreiben zu dürfen und auf unsere Teller zu bekommen, denn damit wird die Natur am Herstellungsort unbrauchbar und die Bauern werden von den patentierten Samen und den dazu gehörigen Vernichtungsmitteln abhängig gemacht.

(22.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Zitat:
Dieser Antrag ist also nichts weiter, als das Reinschmuggeln der Monsanto-Technologie ins Piratenprogramm mittels dem Buzz-Word "Grün".

Wie gesagt, das Wort "Grün" ist nicht taktisch gewählt und bei besseren Vorschlägen gerne ersetzbar.

Das Wort "Grün" ist nicht von dir taktisch gewählt, sondern von hoch dotierten Linguistikern und Psychologen, die ihren Salär von internationalen Konzernen aufbessern lassen. Sollte ich den Eindruck erweckt haben, dass ich dir böse Absichten unterstelle, dann tut mir das Leid. Es war nicht meine Intention. Das Reinschmuggeln passierte schon weit früher versteckt kognitiv in den Sprachgebrauch durch die Spin Doktoren, genau wie beim "Raubkopierer".

(22.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Zitat:
Wie es um den Grad der Reifung der Gentechnik steht, kann man übrigens beispielsweise hier nachlesen. Hier auch der Link zur Studie, der den Zusammenhang von Glyphosat mit Parkinson, Autismus, Alzheimer und weiteren solch angenehmer Krankheiten, aufzeigt. Glyphosat ist übrigens Hauptbestandteil des "Roundup" - dem Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto, gegen das das Gengemüse weitgehend immun manipuliert wurde.

Glyphosat?

Du meinst das Spritzmittel das derzeit weltweit dominiert und von praktischem jedem Landwirt, Gärtner und Hobbysalatpflanzer angewandt wird? Das Spritzmittel, das in der konventionellen Landwirtschaft das täglich Brot des Landwirten bedeutet? Auch das hat in erster Linie nichts mit Gentechnik zu tun. Roundup dominiert einfach überall. Und die exzessive Nutzung ist natürlich abzulehnen und schlecht.

Fun fact ist der, dass die aufzuwendende Menge an Glyphosat bei gentechnisch veränderten Pflanzen geringer ist, da der Anwendungszeitpunkt besser geplant und die Menge geringer gehalten werden kann - Immunität sei Dank.

Nein! Kein Fact und schon gar nicht Fun. Das Gegenteil ist der Fall. Durch die einseitige und breite Verwendung von Glyphosat, die durch die Genpflanzen weiter zementiert wird, kommt es zu Resistenzen, sodass immer mehr Glyphosat aufgebracht werden muss. Eben mit den Genpflanzen würde dieses Problem weiter massiv an Bedeutung gewinnen. Weiters kann im Boden adsorbiertes Glyphosat die Nährstoffaufnahme bei glyphosat-resistenten Pflanzen beeinträchtigen und damit zu höherer Schädlingsanfälligkeit führen, was wiederum noch mehr Glyphosat erfordert.

(22.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Ebenso kann der extrem schadhafte Einsatz synthetischer Pestizide zur Insektenabwehr durch BT-Pflanzen minimiert werden.

Nein, die richtige Alternative, die Pestizide zu vermeiden, ist die in dem von dir und in dem von mir verlinkten Dokumenten angesprochene, organische Landwirtschaft, die vollständig ohne chemische Insektenabwehr auskommt, indem sie die Natur versteht, fördert und nützt, anstatt sie zu bekämpfen.

Die Kernthemen der Piratenpartei liegen etwas im Dornröschenschlaf. Hilf mit, die Piratenpartei wieder zur Digital-Koryphäe zu erheben, die von den Medien stets um Rat und Beistand verzweifelt angerufen wird, wenn der nächste Netz-Skandal um die Ecke lugt.

Bitte mehr Netzpolitik in die Piratenpartei!
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.01.2014 15:39 von Enterhaken.)
rotzbub
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Beitrag #105600 | 22.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
Ich möcht mal kurz was zu meinem hintergrund sagen. Ich lebe auf einer bauernhof wg. Wir bewirtschaften unsere selbstversorgung auf die art, die die bio sektierer oder betrüger wie sepp holzer (lieber moderator. 2008 wurde durch zwei instanzen bestätigt dass es legal ist holzer einen betrüger und lügner zu nennen) gerne als permakultur benennen. Das ist ein begriff der vor allem kommerziell sehr ausgeschlachtet wird, und auch gewissen patenten unterliegt.
Wir machen das so weil das für uns selbst funktioniert, mit zeit, arbeit und ertrag. Vor allem machts halt mehr spass. Als hobby ist das also in ordnung. Aber die probleme in dritte welt ländern lassen sich mit so einem westlichen wohlstand luxus nicht lösen. Die lassen sich natürlich auch nicht mit teuren gentech patenten lösen. Jedoch schon mit zielgerichteter freier modifikation.

Was ist dein hintergrund? Hast du schon mal einen acker per hand bewirtschaftet? Bei den alternativen ist wirklich viel handarbeit nötig.


Generell weiß ich gern genau wie dinge funktionieren. Unter den öko priestern herrscht ja oft bloße blinde dogma gläubigkeit. Da muss man nur in ein paar lehrbücher schauen. Da steht dann oft dass schachtelhalme sich gut in mischkultur zur pilz bekämpfung eignen. Dass das durch die oxalsäure so wirkt, interessiert dann kaum jemanden. Wenn ich das aber weiß, kann ich mir auch einfach einen schachtelhalmextrakt ansetzen und bei bedarf meine pflanzen damit einnebeln. Da wirds dann wieder die geben die sagen: pfui chemie.

Alles so genau wie möglich zu wissen ist ein segen und kein fluch.
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Beitrag #105845 | 23.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
rotzbub <rotzbub@forum.piratenpartei.at>' schrieb:
Aber die probleme in dritte welt ländern lassen sich mit so einem westlichen wohlstand luxus nicht lösen. Die lassen sich natürlich auch nicht mit teuren gentech patenten lösen. Jedoch schon mit zielgerichteter freier modifikation.
Sorry, aber das ist ein Märchen.
Da musst Du schon genauer begründen warum sich das Verteilungsproblem gerade mit Gentechnik lösen lassen sollte.

Siehe:
http://umweltinstitut.org/gentechnik/irr...t-177.html
Enterhaken

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Beitrag #105868 | 23.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(22.01.2014 )rotzbub schrieb:  
Ich möcht mal kurz was zu meinem hintergrund sagen. Ich lebe auf einer bauernhof wg. Wir bewirtschaften unsere selbstversorgung auf die art, die die bio sektierer oder betrüger wie sepp holzer (lieber moderator. 2008 wurde durch zwei instanzen bestätigt dass es legal ist holzer einen betrüger und lügner zu nennen) gerne als permakultur benennen. Das ist ein begriff der vor allem kommerziell sehr ausgeschlachtet wird, und auch gewissen patenten unterliegt.
Wir machen das so weil das für uns selbst funktioniert, mit zeit, arbeit und ertrag. Vor allem machts halt mehr spass. Als hobby ist das also in ordnung. Aber die probleme in dritte welt ländern lassen sich mit so einem westlichen wohlstand luxus nicht lösen. Die lassen sich natürlich auch nicht mit teuren gentech patenten lösen. Jedoch schon mit zielgerichteter freier modifikation.

Das ist mmn. ein extrem unguter Beitrags-Post. Du mischst hier einen vorgeblichen Praxisbericht mit erbärmlichsten Beschimpfungen von ökologisch bewussten Bauern. Du nennst hier einen Namen und versuchst die gesamte grüne Bewegung über diese Person zu diskreditieren. Dieses Posting hat in seinem Gehalt für mich ungefähr den Stellenwert wie der verlinkte PR-Beitrag des Monsanto-Lobbyisten Ammann.

Nur um das nebenbei klarzustellen: Ich nehme es dir nicht ab, dass du am Bauernhof dieses "Permakultur" anwendest. Aber das ist mir auch egal, denn was mir dazu sauer aufstößt, ist, dass du diese Behauptung als Grundlage für einen mmn. sehr schäbigen persönlichen Angriff nimmst, nämlich:

(22.01.2014 )rotzbub schrieb:  
Was ist dein hintergrund? Hast du schon mal einen acker per hand bewirtschaftet? Bei den alternativen ist wirklich viel handarbeit nötig.

Was geht dich in diesem Zusammenhang mein Hintergrund an? Sind hier nur sogenannte Experten an der Diskussion zugelassen? Oder vielleicht gar nur Bauern, wie du vorgibst, einer zu sein? Wenn ich kein Bauer bin, soll ich dann den Mund halten, oder wie soll ich diese persönliche Frage verstehen? Wischt es meine Argumente weg, von denen du nur so nebenbei nicht einen aufgegriffen hast, wenn ich kein Bauer bin?

(22.01.2014 )rotzbub schrieb:  
Generell weiß ich gern genau wie dinge funktionieren. Unter den öko priestern herrscht ja oft bloße blinde dogma gläubigkeit. Da muss man nur in ein paar lehrbücher schauen. Da steht dann oft dass schachtelhalme sich gut in mischkultur zur pilz bekämpfung eignen. Dass das durch die oxalsäure so wirkt, interessiert dann kaum jemanden. Wenn ich das aber weiß, kann ich mir auch einfach einen schachtelhalmextrakt ansetzen und bei bedarf meine pflanzen damit einnebeln. Da wirds dann wieder die geben die sagen: pfui chemie.

Alles so genau wie möglich zu wissen ist ein segen und kein fluch.

Ja, wer weiß nicht gerne, wie Dinge funktionieren. Aber wenn das bei dir so sein soll, dann informier dich bitte einmal, was das Wort "Nachhaltigkeit" bedeutet. Aber bevor du wieder zu einem Wortvomitus a la "öko priester" ansetzt, könntest du vorher mal mit Suchen nach dem Begriff "Diskussionskultur" anfangen. Dein Nick "rotzbub" gibt dir nicht unbedingt Sonderstatus.

Die Kernthemen der Piratenpartei liegen etwas im Dornröschenschlaf. Hilf mit, die Piratenpartei wieder zur Digital-Koryphäe zu erheben, die von den Medien stets um Rat und Beistand verzweifelt angerufen wird, wenn der nächste Netz-Skandal um die Ecke lugt.

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Beitrag #106014 | 24.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
Vorneweg: Danke für das konstruktive Diskutieren. Ich hoffe, dass wir das im Thread weiter so halten können.
(22.01.2014 )Enterhaken schrieb:  
Ähm, ich habe mehr geschrieben, als "Das ist schlecht!". In der Begründung steht nichts von Forschung. Zusammengefasst steht da, dass wir ohnehin schon mit den Genpflanzen leben, daher sollen wir uns damit gleich abfinden.

Nennenswerte Forschung auf diesem Gebiet findet praktisch nur zur Profitmaximierung statt. Tatsächlich gibt es kaum einen anderen Anlass, denn zur ergebnisorientierten Forschung auf diesem Gebiet sind enorme Ressourcen notwendig, die sich in großem Umfang praktisch nur einschlägige Konzerne leisten.

Der erste Absatz der Begründung soll die meiner Meinung bizarre Haltung zur Gentechnologie in Österreich darstellen. Diese wäre natürlich durch konkrete Forschungsziele ausbaubar - ich habe öfters darauf hingewiesen, dass sie nicht in Stein gemeißelt ist. Mir geht es jedoch primär wirklich nur um die Kritik an der strikten Ablehnung.

Und ja, natürlich findet Forschung auf diesem Gebiet zur Profit- und Ertragsmaximierung statt. Das bestreite ich keinesfalls. Ich sehe darin jedoch kein Verbrechen oder etwas per se Negatives.
Zitat:
Das Wort "Grün" hat seit den Siebzigern die Bedeutung von Naturbelassenheit. Sie als näheres, technisches Unterscheidungsmerkmal einer Variante der Gentechnik einzusetzen, ist ein Propagandatrick und schafft beim unbedarften Bürger Klarstellungsbedarf, der nun den Eindruck haben könnte, es gibt auch Gentechnik, die auf Naturbelassenheit hinaus läuft.

Und "Rot" und "Weiß" ist ebenso ein Marketingtrick?
Simple farbliche Unterscheidungen werden zur leichteren Einteilung gebracht, vgl. zum Beispiel die "Weiße" und "Gelbe" Linie bei Milchprodukten.

Auch hier möchte ich dich gerne bitten Gegenvorschläge für eine bessere Nomenklatur zu liefern. Ich habe mich an die mir von der Universität sowie Quellen bekannte Namensgebung gehalten.


Zitat:
Und da haben wir es schon. Klaus Ammann, von dem dieser Text stammt, ist einer der Lobbyisten auf der Gehaltsliste von Monsanto. Nachzuschlagen hier: http://www.lobbywatch.org/profile1.asp?PrId=8 Dass er auf einer Universität gelehrt hat (und vielleicht noch lehrt), tut in diesem Zusammenhang nichts zur Sache. Letzteres hat ihn natürlich für Monsanto erst interessant gemacht und damit sein Honorar definiert. Spin control.

Ihn auf die Rolle als Monsanto-Angestellten zu reduzieren halte ich für unangemessen und unangebracht. Auch wenn er in einer von Monsanto unterstützen Gruppe sitzt – sehr inkompetent und willenlos erscheint er mir nicht. Besser als mit einem reinen Verweis auf die Person zu antworten fände ich inhaltlich darauf einzugehen.
Zitat:
Nona versucht er, die Gentechnik fälschlich als grüne, biologisch kontrollierte Möglichkeit erscheinen zu lassen, unser Essen zu "verbessern". Der Text ist ein einziges Propagandapamphlet, mit dem der (kleine) Biobauer als abergläubisches Sektenmitglied diskreditiert und die Ablehnung der Biologischen Landwirtschaft gegenüber der Gentechnik neutralisiert und eben sogar negiert werden soll und nur Gentechnik und Biotechnologie als fähig erachtet werden, den Nahrungspflanzen das Überleben zu sichern. Sollte der Essensgenmanipulationskrieg in den Supermarktregalen gewonnen werden, dann handelt es sich um eine selbst erfüllende Prophezeiung, da mittels dem massiven Einsatz von Schädlingsbekämpfung die durch eine reichhaltige Diversität an Mikroorganismen sichergestellte, natürliche Widerstandsfähigkeit des Bodens nachhaltig gestört und geschädigt wird und in weiterer Folge nur mehr Pflanzen gedeihen können, die massiv chemisch "pflanzengeschützt" werden.

Welche Punkte des Textes siehst du als dezidiert falsch und unwissenschaftlich?
So weit ich es lese schreibt er von der Gentechnologie als Ergänzung zu den klassischen Methoden. Ich sehe keine wie von dir behauptete Beschränkung auf Biotechnologie.
Er weißt darauf hin, dass viele der tradierten Ablehnungen von gentechnologischen Veränderungen scheinbar ursprüngliches und natürliches Pflanzenmaterial in den Mittelpunkt stellen – nur um dabei zu vergessen, dass diese Erbinformationen bereits in extrem starker Form durch den Menschen beeinflusst sind. Er kritisiert die komplette und starre Ablehnung der neuen Technologie.

Wer ist für dich "der" Biobauer?
Was ist "die" biologische Landwirtschaft?

Die, die Subsistenzwirtschaft und Liebhaberei die den kleinen ökologischen Personenkreis erreicht oder die ökologische Landwirtschaft, die laut Berechnungen von Optimisten in Zukunft den Erdball ernähren soll?

Zitat:
Ja, diese Gegenüberstellung von GenFood mit Biologischer Landwirtschaft ist durchaus interessant zu lesen. Jedoch werden die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen beim Anbau von GenFood nicht konkret in Machbarkeit und Effizienz untersucht, sondern als Bedingung für GM (GenFood) erwähnt.

Sind dir Texte bekannt in denen die Möglichkeit der Sicherheitsmaßnahmen konkret wissenschaftlich untersucht wird?
Zitat:
In diesem Artikel aus 2009 wird unter anderem versucht, die ökonomischen Vorteile von genmanipulierten Anbau mit den gesundheitlichen und ökologischen Vorteilen von organischem Anbau im Unterschied zum konventionellen Anbau gegenüber zu stellen, indem verschiedene Papiere ausgewertet werden. Als Anmerkung halte ich es bei der Herangehensweise einer solchen Gegenüberstellung ökonomische Vorteile <-> Gesundheitliche/Ökologische Nachteile der Gentechnik für mehr als zynisch, zu meinen, durch die Ausbeutung der Menschen und des Bodens wächst erst mal sowieso nichts anderes mehr, als schädlingsbekämpfte Genpflanzen, und da die da unten eh alle an Hunger krepieren, erleben sie den Parkinson auch schon gar nicht mehr. Nicht, dass ich dir das unterstelle, aber gelegentlich hört man bei Befürwortern der Gentechnik dieses Argument und ich habe den Eindruck, jene Analyse entspringt einem entsprechenden Gedanken.

Ich habe das Gefühl, dass du hier sehr viel auf einmal vermischt.

Grundsätzlich lassen sich ökonomische und gesundheitliche Merkmale natürlich nicht 1:1 gegeneinander aufwiegen. Jedoch haben beide ihre Relevanz und müssen betrachtet werden. Jeglicher ökonomischen Betrachtung die Legitimation abzusprechen halte ich nicht für richtig.

Dem letzten Teil des Absatzes kann ich nicht ganz folgen.
Zitat:
As a fun fact kommt die angesprochene Analyse unter anderem zu der Erkenntnis, dass der ökologische Anbau, richtig implementiert, tatsächlich weitreichende ökonomische Vorteile gegenüber dem GenFood-Anbau haben dürfte, vor allem langfristig.


Warum wird er dann nicht von allen angewandt?
Wenn er langfristige ökonomische Vorteile hat, müssten sich doch langfristig alle Bauern umstellen. Naiv gefragt: warum tun sie das nicht?
Warum sind in Österreich die meisten Biobauern in Randgebieten wo keine Intensivierung möglich ist und auf eher finanzschwachen Betrieben?

Ich kenne Statistiken aus Indien die zeigen, dass ökologische Produktion auf Dauer ein ähnliches Produktionsniveau erreicht wie BT-Baumwolle. Mit allen Vor- und Nachteilen (wie massiv erhöhter Personalaufwand) die sich damit ergeben.
Wäre die ökologische LW jedoch ausreichend und sogar überlegen, müsste sie sich doch klar durchsetzen.

Oder gibst du die Schuld Monsanto? Oder der EU?
Zitat:
Weiter relativiert das Papier viele behauptete Vorteile der GM-Landwirtschaft wie Ertragssicherheit, Erhöhung der Produktivität und Effizienz sowie Erhöhung der Nahrungsmittelvielfalt durch die Analyse der bereits stattgefundenen Vorgänge und spricht diese Vorteile eher der organischen Landwirtschaft zu. Durch die Verdrängung von kleinen, effizienten Bauern, beispielsweise mittels für das Genfood nötiger teurer Geräte, die sich nur in größeren Betrieben rentieren, bilden sich Strukturen heraus, die durch eine Orientierung am Welthandel Abhängigkeiten und Armut erzeugen und längst bestehende Abhängigkeiten zementieren, sodass die örtliche Bevölkerung durch die dadurch geförderte Wahl an Produkten und Vertriebswegen noch mehr an Hunger leidet. Auch die Nord-Süd-Problematik wird durch die Aktivitäten der GenFood-Konzerne massiv verschärft, da der reiche Norden mittels Investitionen die nördlichen Bedürfnisse im Süden fördert und nicht die örtlichen. Zusätzlich kosten die "Schutz"mittel selbst nicht wenig Geld, das den ökonomischen Ertrag des GenFood-Bauern signifikant mindert, wenn nicht gar auffrisst oder übersteigt. Oft finden sich die Bauern in einer Schuldenspirale wieder: http://www.fr-online.de/wirtschaft/gente...76756.html Ganz wichtig auch verlieren die örtlichen Bauern durch die Anwendung von Chemie das Wissen, wie der Boden dort organisch überhaupt noch/wieder bestellt werden kann. Der Abbau der Fruchtbarkeit, der durch das Einbringen der Gifte und das Auslaugen des Bodens durch die einseitige Nutzung von Genpflanzen noch weiter vorangetrieben wird, ist in vielen Studien der Hauptgrund für den Hunger in Afrika und Asien.

Ich bin sicherlich niemand, der GM-Landwirtschaft über alles lobt und behauptet, dass die Vorteile nun alles niederreißen. Es hat Gründe, warum sich die paar zugelassenen Sorten in der EU nicht durchsetzen – die Vorteile überwiegen einfach nicht die Nachteile.

Das was du hier kritisierst ist jedoch eine allgemeine Entwicklung. Weltweit werden kleinere, Subsistenzbetriebe unter Druck gesetzt und durch Großbetriebe verdrängt. Das hat jedoch in erster Linie nichts mit Gentechnologie zu tun! Das ist eine Entwicklung die auf der ganzen Welt von sich geht und in unseren Breiten vor Jahrzehnten stattgefunden hat und sich weiter fortsetzt – ganz ohne gentechnisch modifiziertes Saatgut. Ich heiße das natürlich nicht gut, sehe jedoch darin keine ausreichende Begründung eine Technologie vollkommen abzulehnen.

Der Einsatz von internationalem Hybrid- oder GM-Saatgut in Entwicklungsländern auf Kosten regionaler einheimischer Varietäten welche die enormen Unterschiede und die Ausbeutung verstärken sind natürlich abzulehnen.

Zitat:
Ein wichtiger, angesprochener Punkt ist die Sicherheit der organischen und auch konventionellen Produktion vor der Kontamination aus den genmanipulierten Feldern. Nicht nur werden die Nachbarpflanzen durch die eingesetzten Biozide schwer beeinträchtigt, sondern es kommt auch zu krankhaften Kreuzungen, mit dem die nächsten Generationen mehr oder weniger natürlichen Feinden ohne "Pflanzenschutz" viel leichter zum Opfer fallen können. Die noch aktiven GenFood-Bauern trifft das Problem nicht, da sie ihre Samen aus patentrechtlichen Gründen ohnehin immer wieder vom Konzern beziehen müssen, jedoch ist es in der biologischen Landwirtschaft üblich und notwendig, die Samen aus der letzten Ernte wieder auszusäen.

Die Auskreuzungen betreffen primär die Cruciferae. So einfach und naiv wie das jetzt klingen mag: bei einer Familie welche so variabel ist und zwischenartlich zu Kreuzungen neigt darf ich einfach kein gentechnologisches Saatgut ausbringen.

Die ganze Problematik mit dem Raps in Kanada ist natürlich eine absolute Mahnung. So etwas darf nicht vorkommen.
Zitat:
Das ist falsch. Es sind praktisch nur die Großkonzerne, die ein massives Interesse an der Erlaubnis haben, diese transgenen Pflanzen vertreiben zu dürfen und auf unsere Teller zu bekommen, denn damit wird die Natur am Herstellungsort unbrauchbar und die Bauern werden von den patentierten Samen und den dazu gehörigen Vernichtungsmitteln abhängig gemacht.

Du machst hier einen falschen Rückschluss.

Natürlich sind Großkonzerne durch ihre finanzielle und strukturelle Position am meisten daran interessiert gentechnologische Forschung in Geld umzusetzen.
Aber in ihre dominante Stellung sind sie nicht durch gentechnisch veränderte Organismen gekommen – das ist der Punkt auf den ich hinaus will.

Das macht die Sache an sich jedoch nicht automatisch komplett schlecht.

Zitat:
Das Wort "Grün" ist nicht von dir taktisch gewählt, sondern von hoch dotierten Linguistikern und Psychologen, die ihren Salär von internationalen Konzernen aufbessern lassen. Sollte ich den Eindruck erweckt haben, dass ich dir böse Absichten unterstelle, dann tut mir das Leid. Es war nicht meine Intention. Das Reinschmuggeln passierte schon weit früher versteckt kognitiv in den Sprachgebrauch durch die Spin Doktoren, genau wie beim "Raubkopierer".

Wieder die Bitte: schlag etwas anderes vor.

Zitat:
Nein! Kein Fact und schon gar nicht Fun. Das Gegenteil ist der Fall. Durch die einseitige und breite Verwendung von Glyphosat, die durch die Genpflanzen weiter zementiert wird, kommt es zu Resistenzen, sodass immer mehr Glyphosat aufgebracht werden muss. Eben mit den Genpflanzen würde dieses Problem weiter massiv an Bedeutung gewinnen. Weiters kann im Boden adsorbiertes Glyphosat die Nährstoffaufnahme bei glyphosat-resistenten Pflanzen beeinträchtigen und damit zu höherer Schädlingsanfälligkeit führen, was wiederum noch mehr Glyphosat erfordert.

Show me statistics plz!

Ich bin selbst nicht unbedingt ein großer Fan der glyphosatresistenten Arten. Du hast natürlich recht, dass die intensivere Ausbringung nur eines synthetischen Mittels schneller zu Resistenzen führt.
Das gleiche Problem hast du aber eben wiederum bereits bei derzeitiger konventioneller Landwirtschaft.

Hier müssten die gentechnologischen Forschungen ausgebaut und neue Resistenzen in die Kulturpflanzen eingebaut werden, um für eine größere Vielfalt bei den Pflanzenschutzmitteln sorgen zu können. Wink

Zitat:
Nein, die richtige Alternative, die Pestizide zu vermeiden, ist die in dem von dir und in dem von mir verlinkten Dokumenten angesprochene, organische Landwirtschaft, die vollständig ohne chemische Insektenabwehr auskommt, indem sie die Natur versteht, fördert und nützt, anstatt sie zu bekämpfen.

Woher kommt diese Verherrlichung der organischen Landwirtschaft?

Weißt du wie in Österreich die Betriebe "biologisch" wirtschaften? Zumindest jene, die am Ende in ausreichenden Mengen einen Markt mit hoher Nachfrage beliefern wollen einen gewissen Anteil an der Gesamtproduktion haben?

Da wird genauso gespritzt wie in der konventionellen Landwirtschaft. Nur, dass die Mittel halt schön öko sind. Niemand erwähnt, dass Mittel wie Neem in Entwicklungsländern großflächig auf Plantagen angebaut werden, die vorher Regenwald waren; dann mit Schiffen nach Europa gebracht werden, nur damit wir uns unser Bio-Pickerl auf Ja-Natürlich geben können.
Dass die Böden der Obstbetriebe mit Kupfer verseucht sind und da auch keine Organismen mehr leben können. Aber Kupfer ist ja als Metall nicht synthetisch und damit super.

Ganz zu schweigen davon, dass du mit ökologischer Landwirtschaft einfach nicht die erforderliche Produktionsmenge erreichst und die Landwirte vom Umstieg nicht profitieren – sonst hätten es die meisten schon lange gemacht.



Der Punkt ist der: natürlich könnte man es sich nun einfach machen und mit diesen Argumenten Bio-Landwirtschaft verteufeln, ähnlich wie es viele "Ökologische" mit der Gentechnologie machen.
Das halte ich jedoch nicht für sinnvoll.
Das Ziel muss eine effektive und nachhaltige Landwirtschaft unter einer zeitgemäßen und angebrachten Nutzung der verschiedenen Techniken und Möglichkeiten sein.
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Beitrag #109127 | 09.02.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Vorneweg: Danke für das konstruktive Diskutieren. Ich hoffe, dass wir das im Thread weiter so halten können.

Vollständiges Beipflichten meinerseits!

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Und ja, natürlich findet Forschung auf diesem Gebiet zur Profit- und Ertragsmaximierung statt. Das bestreite ich keinesfalls. Ich sehe darin jedoch kein Verbrechen oder etwas per se Negatives.

Darin vielleicht nicht direkt, aber in den Begleitumständen, die davon nicht getrennt werden können. Gerade diese Profitmaximierung ist für sehr viel Leid und Hunger auf diesem Planeten verantwortlich.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Zitat:
Und da haben wir es schon. Klaus Ammann, von dem dieser Text stammt, ist einer der Lobbyisten auf der Gehaltsliste von Monsanto. Nachzuschlagen hier: http://www.lobbywatch.org/profile1.asp?PrId=8 Dass er auf einer Universität gelehrt hat (und vielleicht noch lehrt), tut in diesem Zusammenhang nichts zur Sache. Letzteres hat ihn natürlich für Monsanto erst interessant gemacht und damit sein Honorar definiert. Spin control.

Ihn auf die Rolle als Monsanto-Angestellten zu reduzieren halte ich für unangemessen und unangebracht. Auch wenn er in einer von Monsanto unterstützen Gruppe sitzt – sehr inkompetent und willenlos erscheint er mir nicht. Besser als mit einem reinen Verweis auf die Person zu antworten fände ich inhaltlich darauf einzugehen.

Die inhaltliche Kritik befindet sich im nachfolgenden Absatz:

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Zitat:
Nona versucht er, die Gentechnik fälschlich als grüne, biologisch kontrollierte Möglichkeit erscheinen zu lassen, unser Essen zu "verbessern". Der Text ist ein einziges Propagandapamphlet, mit dem der (kleine) Biobauer als abergläubisches Sektenmitglied diskreditiert und die Ablehnung der Biologischen Landwirtschaft gegenüber der Gentechnik neutralisiert und eben sogar negiert werden soll und nur Gentechnik und Biotechnologie als fähig erachtet werden, den Nahrungspflanzen das Überleben zu sichern. Sollte der Essensgenmanipulationskrieg in den Supermarktregalen gewonnen werden, dann handelt es sich um eine selbst erfüllende Prophezeiung, da mittels dem massiven Einsatz von Schädlingsbekämpfung die durch eine reichhaltige Diversität an Mikroorganismen sichergestellte, natürliche Widerstandsfähigkeit des Bodens nachhaltig gestört und geschädigt wird und in weiterer Folge nur mehr Pflanzen gedeihen können, die massiv chemisch "pflanzengeschützt" werden.

Welche Punkte des Textes siehst du als dezidiert falsch und unwissenschaftlich?
So weit ich es lese schreibt er von der Gentechnologie als Ergänzung zu den klassischen Methoden. Ich sehe keine wie von dir behauptete Beschränkung auf Biotechnologie.
Er weißt darauf hin, dass viele der tradierten Ablehnungen von gentechnologischen Veränderungen scheinbar ursprüngliches und natürliches Pflanzenmaterial in den Mittelpunkt stellen – nur um dabei zu vergessen, dass diese Erbinformationen bereits in extrem starker Form durch den Menschen beeinflusst sind. Er kritisiert die komplette und starre Ablehnung der neuen Technologie.

Wer ist für dich "der" Biobauer?
Was ist "die" biologische Landwirtschaft?

Die, die Subsistenzwirtschaft und Liebhaberei die den kleinen ökologischen Personenkreis erreicht oder die ökologische Landwirtschaft, die laut Berechnungen von Optimisten in Zukunft den Erdball ernähren soll?

Falsch und unwissenschaftlich ist es, die Gentechnik als mögliche Variante im ökologischen Landbau anzusehen. Der Herr Ammann hat damit bewiesen, dass er vom ökologischen Landbau entweder nicht das geringste versteht oder, und das halte ich für viel wahrscheinlicher, dass er den Leser absichtlich für dumm verkauft.

Ökologischer Landbau ist das Arbeiten mit der Natur, nicht gegen sie. Das Einbringen von pestizitsüchtigen, verkrüppelten Zombiepflanzen in die Natur ist sicherlich kein wertvoller und nachhaltiger Beitrag zur Diversität und Widerstandskraft der Nahrungspflanzen. Ganz im Gegenteil werden durch natürliche Kreuzungen alle verwandten Pflanzen mit krankhaften Genen verseucht und aufgrund der natürlichen Vermehrungsvorgänge für alle möglichen Schädlinge und Krankheiten anfällig, die hauptsächlich durch das Glyphosat abgetötet werden können sollen.

Die biologische Landwirtschaft setzt besonders robuste und durch Jahrtausende gewachsene, auf regionale Verhältnisse bestens angepasste Sorten ein. Als Methode dieser Landwirtschaft wird ein Teil der Ernte wieder ausgesät. Wenn hier nun die Genpflanzen dazwischenfunken und ihre krankhaften Gene durch natürliche Vermehrung einbringen, wird dieser natürliche Kreislauf zur tödlichen Spirale. Dazu kommt, dass ein Genbauer seine Ernte nicht mehr zur Aussaat verwenden darf und zur nächsten Ernte wieder die reinrassig genmanipulierten Samen auf den Acker bringt, die durch ihren Pollenflugangriff jedes Jahr aufs Neue die Genpest auf alle umliegenden Felder verteilt. Durch diesen Wirkungskreislauf wird über kurz oder Lang die gesamte Region von den Genpflanzen dominiert. Nur so nebenbei werden dadurch alle anderen Bauern patentabgabenpflichtig, obwohl sie nie die Monsantosaat willentlich angebaut haben. Siehe Percy Schmeiser.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Zitat:
Ja, diese Gegenüberstellung von GenFood mit Biologischer Landwirtschaft ist durchaus interessant zu lesen. Jedoch werden die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen beim Anbau von GenFood nicht konkret in Machbarkeit und Effizienz untersucht, sondern als Bedingung für GM (GenFood) erwähnt.

Sind dir Texte bekannt in denen die Möglichkeit der Sicherheitsmaßnahmen konkret wissenschaftlich untersucht wird?

Nein, sind mir nicht bekannt und zwar aus dem Grund, da es schlicht keine auch nur irgend wie wirkungsvollen Sicherheitsmaßnahmen gibt, die das verhindern könnten. Ideen, wie die Terminator-Pflanze sind von vornherein Unsinn, da die Pollen dieser Terminator-Pflanzen trotzdem völlig ungehindert sich mit den Pflanzen auf den Nachbarfeldern verbinden. Durch natürliche Rekombination der Erbanlagen wird dann der Mechanismus zur Sterilisierung des Samenkorns abgeschaltet und die Nachkommen dieser Verbindungen pflanzen sich ungehindert fort.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Zitat:
In diesem Artikel aus 2009 wird unter anderem versucht, die ökonomischen Vorteile von genmanipulierten Anbau mit den gesundheitlichen und ökologischen Vorteilen von organischem Anbau im Unterschied zum konventionellen Anbau gegenüber zu stellen, indem verschiedene Papiere ausgewertet werden. Als Anmerkung halte ich es bei der Herangehensweise einer solchen Gegenüberstellung ökonomische Vorteile <-> Gesundheitliche/Ökologische Nachteile der Gentechnik für mehr als zynisch, zu meinen, durch die Ausbeutung der Menschen und des Bodens wächst erst mal sowieso nichts anderes mehr, als schädlingsbekämpfte Genpflanzen, und da die da unten eh alle an Hunger krepieren, erleben sie den Parkinson auch schon gar nicht mehr. Nicht, dass ich dir das unterstelle, aber gelegentlich hört man bei Befürwortern der Gentechnik dieses Argument und ich habe den Eindruck, jene Analyse entspringt einem entsprechenden Gedanken.

Ich habe das Gefühl, dass du hier sehr viel auf einmal vermischt.

Grundsätzlich lassen sich ökonomische und gesundheitliche Merkmale natürlich nicht 1:1 gegeneinander aufwiegen. Jedoch haben beide ihre Relevanz und müssen betrachtet werden. Jeglicher ökonomischen Betrachtung die Legitimation abzusprechen halte ich nicht für richtig.

Dem letzten Teil des Absatzes kann ich nicht ganz folgen.

Nun, die Genpflanzen waren bisher meines Wissens noch bei keinem Bauern ökonomisch überlegen, schon gar nicht in den Entwicklungsländern. Ganz im Gegenteil schlittern gerade in Afrika und Asien die Bauern, die sich mit Monsanto und den Genpflanzen aufgrund des monumentalen Werbefeldzugs ins Bett gelegt haben, in die Schuldenspirale. Einzig der Konzern Monsanto hat ökonomische Vorteile ohne Ende aus der Gentechnik aufgrund von den dadurch entstandenen Abhängigkeiten.

Der letzte Teil des Absatzes versucht die zynische Abwägung des Verhältnisses von Gesundheit zum Bodycount der Betroffenen aufgrund der Ausbeutung darzustellen.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Zitat:
As a fun fact kommt die angesprochene Analyse unter anderem zu der Erkenntnis, dass der ökologische Anbau, richtig implementiert, tatsächlich weitreichende ökonomische Vorteile gegenüber dem GenFood-Anbau haben dürfte, vor allem langfristig.

Warum wird er dann nicht von allen angewandt?
Wenn er langfristige ökonomische Vorteile hat, müssten sich doch langfristig alle Bauern umstellen. Naiv gefragt: warum tun sie das nicht?
Warum sind in Österreich die meisten Biobauern in Randgebieten wo keine Intensivierung möglich ist und auf eher finanzschwachen Betrieben?

Weil die Vertriebsstrukturen noch nicht in dem Ausmaß bestehen und die Förderungen hauptsächlich für Großbauern "optimiert" sind. Du darfst das Problem der Korruption in Österreich und der EU nicht vergessen. Sie hat gerade auf solche Zusammenhänge nicht unerheblichen Einfluss. Wesentlich ist auch, dass es nicht so leicht ist, mit Bio anzufangen. Ein konventioneller Acker muss erst einmal eine Zeit lang ohne Chemie bewirtschaftet werden, bevor er als ökologisch gilt. Auch sind die notwendigen Utensilien nicht so leicht im Großhandel aus China per Katalog zu bestellen. Aller Anfang ist schwer, aber der ökologische Anbau wächst auch in Österreich stetig. Schlimmster Feind derzeit ist die Bedrohung durch die Gen-Pollenseuche, die einen ökologischen Betrieb tatsächlich langfristig in die Knie zwingen kann, was natürlich mit Sicherheit keine völlige Unabsicht seitens des produzierenden Konzerns ist.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Ich kenne Statistiken aus Indien die zeigen, dass ökologische Produktion auf Dauer ein ähnliches Produktionsniveau erreicht wie BT-Baumwolle. Mit allen Vor- und Nachteilen (wie massiv erhöhter Personalaufwand) die sich damit ergeben.
Wäre die ökologische LW jedoch ausreichend und sogar überlegen, müsste sie sich doch klar durchsetzen.

Oder gibst du die Schuld Monsanto? Oder der EU?

Verantwortlich für den kurzen Aufstieg der Genpflanzen in Indien waren vor allem die unglaubliche Werbemittel, die von Monsanto in diesem eigentlich bitterarmen Land frei gemacht wurden. Mittlerweile regt sich in Indien jedoch massiver Widerstand gegen die Macht Monsantos. Bis die Farmen von dem Gift- und Seucheneinsatz gesunden, wird es noch eine Weile dauern.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Ich bin sicherlich niemand, der GM-Landwirtschaft über alles lobt und behauptet, dass die Vorteile nun alles niederreißen. Es hat Gründe, warum sich die paar zugelassenen Sorten in der EU nicht durchsetzen – die Vorteile überwiegen einfach nicht die Nachteile.

Nun, dieses Meinungsbild relativiert und ignoriert die immense Gefahr durch die "grüne" Gentechnik auf Niveau von Monsanto. Die Gründe, warum sich die Sorten nicht durchsetzen, sind eine zum Glück noch halbwegs vorhandene Vernunft, die sich dem Lobbyismus, der Reklame und der Korruption in den Weg stellen.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Das was du hier kritisierst ist jedoch eine allgemeine Entwicklung. Weltweit werden kleinere, Subsistenzbetriebe unter Druck gesetzt und durch Großbetriebe verdrängt. Das hat jedoch in erster Linie nichts mit Gentechnologie zu tun! Das ist eine Entwicklung die auf der ganzen Welt von sich geht und in unseren Breiten vor Jahrzehnten stattgefunden hat und sich weiter fortsetzt – ganz ohne gentechnisch modifiziertes Saatgut. Ich heiße das natürlich nicht gut, sehe jedoch darin keine ausreichende Begründung eine Technologie vollkommen abzulehnen.

Das mag in seiner Tendenz aufgrund der sogenannten industriellen Revolution richtig sein, jedoch gilt das hauptsächlich nur für Europa und andere westliche Länder. In Afrika und Asien, wofür die ach so tollen Eigenschaften der Genpflanzen ja auch hier im Meinungsbild angepriesen werden, waren die regionalen Betriebe das Normalbild bis Monsanto kam und die überwiegend ungebildete Bevölkerung zu ihren Superduper-Technologie-Westsamen überredeten. Folglich konnten sich nur einzelne Bauern halten, die Betriebe mit einer ausreichenden Kapazität hatten, die aber durch das Monsanto-System durch ein Fallen in die Schuldenspirale aufgrund der hohen Samenpreise und der Pestizidpreise an den Konzern gebunden wurden.

Die "grüne" Gentechnologie ist fest in den Händen Monsantos. Dies zu Verleugnen kommt der schizophrenen Einstellung gleich, Kernkraftwerke strikt abzulehnen, gleichzeitig aber eine Energiegewinnung durch Kernspaltung eindeutig zu bejahen.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Der Einsatz von internationalem Hybrid- oder GM-Saatgut in Entwicklungsländern auf Kosten regionaler einheimischer Varietäten welche die enormen Unterschiede und die Ausbeutung verstärken sind natürlich abzulehnen.

Im Licht dieser Erkenntnis macht das Meinungsbild hier keinen Sinn mehr. Nichts anderes wird durch die "grüne" Gentechnik, wie sie von Monsanto betrieben wird, verfolgt. Jedoch nicht nur in den Entwicklungsländern, sondern auch hier, in Europa. Und nach Monsanto kommt im Segment "grüne" Gentechnik praktisch überhaupt nichts mehr.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Zitat:
Ein wichtiger, angesprochener Punkt ist die Sicherheit der organischen und auch konventionellen Produktion vor der Kontamination aus den genmanipulierten Feldern. Nicht nur werden die Nachbarpflanzen durch die eingesetzten Biozide schwer beeinträchtigt, sondern es kommt auch zu krankhaften Kreuzungen, mit dem die nächsten Generationen mehr oder weniger natürlichen Feinden ohne "Pflanzenschutz" viel leichter zum Opfer fallen können. Die noch aktiven GenFood-Bauern trifft das Problem nicht, da sie ihre Samen aus patentrechtlichen Gründen ohnehin immer wieder vom Konzern beziehen müssen, jedoch ist es in der biologischen Landwirtschaft üblich und notwendig, die Samen aus der letzten Ernte wieder auszusäen.

Die Auskreuzungen betreffen primär die Cruciferae. So einfach und naiv wie das jetzt klingen mag: bei einer Familie welche so variabel ist und zwischenartlich zu Kreuzungen neigt darf ich einfach kein gentechnologisches Saatgut ausbringen.

Die ganze Problematik mit dem Raps in Kanada ist natürlich eine absolute Mahnung. So etwas darf nicht vorkommen.

Das einzige Mittel, dass so etwas nicht vorkommt, ist es, die Aussaat von Genpflanzen nicht zuzulassen. Jedes Relativieren und Herumeiern ist ein Propagandageschenk an Monsanto.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Zitat:
Das ist falsch. Es sind praktisch nur die Großkonzerne, die ein massives Interesse an der Erlaubnis haben, diese transgenen Pflanzen vertreiben zu dürfen und auf unsere Teller zu bekommen, denn damit wird die Natur am Herstellungsort unbrauchbar und die Bauern werden von den patentierten Samen und den dazu gehörigen Vernichtungsmitteln abhängig gemacht.

Du machst hier einen falschen Rückschluss.

Natürlich sind Großkonzerne durch ihre finanzielle und strukturelle Position am meisten daran interessiert gentechnologische Forschung in Geld umzusetzen.
Aber in ihre dominante Stellung sind sie nicht durch gentechnisch veränderte Organismen gekommen – das ist der Punkt auf den ich hinaus will.

Das macht die Sache an sich jedoch nicht automatisch komplett schlecht.

Mit dieser Aussage wird wieder die Wirklichkeit ausgeblendet, dass Monsanto und die "grüne" Gentechnik nicht voneinander getrennt werden können. In diesem Lichte und aufgrund der Tatsache des gegenwärtigen Lobby-Genkrieges wird die Sache sehr wohl komplett schlecht.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Zitat:
Nein! Kein Fact und schon gar nicht Fun. Das Gegenteil ist der Fall. Durch die einseitige und breite Verwendung von Glyphosat, die durch die Genpflanzen weiter zementiert wird, kommt es zu Resistenzen, sodass immer mehr Glyphosat aufgebracht werden muss. Eben mit den Genpflanzen würde dieses Problem weiter massiv an Bedeutung gewinnen. Weiters kann im Boden adsorbiertes Glyphosat die Nährstoffaufnahme bei glyphosat-resistenten Pflanzen beeinträchtigen und damit zu höherer Schädlingsanfälligkeit führen, was wiederum noch mehr Glyphosat erfordert.

Show me statistics plz!

Bitteschön, ein Wort der Wissenschaft:

http://www.nabu.de/imperia/md/content/na...ik_fin.pdf

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Ich bin selbst nicht unbedingt ein großer Fan der glyphosatresistenten Arten. Du hast natürlich recht, dass die intensivere Ausbringung nur eines synthetischen Mittels schneller zu Resistenzen führt.
Das gleiche Problem hast du aber eben wiederum bereits bei derzeitiger konventioneller Landwirtschaft.

Hier müssten die gentechnologischen Forschungen ausgebaut und neue Resistenzen in die Kulturpflanzen eingebaut werden, um für eine größere Vielfalt bei den Pflanzenschutzmitteln sorgen zu können. Wink

Das sind blauäugige Wünsche ans Christkind. Die politische Realität ist eine andere. Monsanto steht mit einem Arsenal an Killerpflanzen, die Seuchenpollen produzieren, vor unseren Toren und schickt seine Lobbyschergen mit der Waffe Freihandelsabkommen vor, um unsere Supermarktregale besetzen und damit die regionalen Produkte verdrängen zu dürfen. Jedes Phantasieren von einer anderen Welt hilft diesen Zielen und wird natürlich durch diverse Propagandapamphlete, wie der diesem Meinungsbild zugrunde liegenden konzernfinanzierten Studie, unterstützt.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Zitat:
Nein, die richtige Alternative, die Pestizide zu vermeiden, ist die in dem von dir und in dem von mir verlinkten Dokumenten angesprochene, organische Landwirtschaft, die vollständig ohne chemische Insektenabwehr auskommt, indem sie die Natur versteht, fördert und nützt, anstatt sie zu bekämpfen.

Woher kommt diese Verherrlichung der organischen Landwirtschaft?

Weißt du wie in Österreich die Betriebe "biologisch" wirtschaften? Zumindest jene, die am Ende in ausreichenden Mengen einen Markt mit hoher Nachfrage beliefern wollen einen gewissen Anteil an der Gesamtproduktion haben?

Da wird genauso gespritzt wie in der konventionellen Landwirtschaft. Nur, dass die Mittel halt schön öko sind. Niemand erwähnt, dass Mittel wie Neem in Entwicklungsländern großflächig auf Plantagen angebaut werden, die vorher Regenwald waren; dann mit Schiffen nach Europa gebracht werden, nur damit wir uns unser Bio-Pickerl auf Ja-Natürlich geben können.
Dass die Böden der Obstbetriebe mit Kupfer verseucht sind und da auch keine Organismen mehr leben können. Aber Kupfer ist ja als Metall nicht synthetisch und damit super.

Niemand behauptet, dass im Bio-Bereich alles perfekt oder fehlerlos oder nicht ausbaufähig und verbesserungswürdig wäre. Im Vergleich zur konventionellen und vor allem im Vergleich zur GMO-Landwirtschaftsproduktion sind jedoch die Nahrungsmittel sehr viel gesünder, die Anbauflächen ohne Chemie gegen natürliche Feinde resistenter und die Natur intakter. Ferner wird durch die Vermeidung von Monokulturen die Diversität gefördert. Dem Bienensterben wird entgegengewirkt.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Ganz zu schweigen davon, dass du mit ökologischer Landwirtschaft einfach nicht die erforderliche Produktionsmenge erreichst und die Landwirte vom Umstieg nicht profitieren – sonst hätten es die meisten schon lange gemacht.

Das ist ein Mythos. Diese Frage habe ich bereits weiter oben in diesem Post beantwortet. Der Umstieg ist im Gange, braucht jedoch seine Zeit, nicht zuletzt aufgrund von noch fehlenden oder noch schlecht erschlossenen und ausbaufähigen Vertriebswegen und natürlich aufgrund von Widerständen durch konkurrierende Betriebe.

(24.01.2014 )Heckenbraunelle schrieb:  
Der Punkt ist der: natürlich könnte man es sich nun einfach machen und mit diesen Argumenten Bio-Landwirtschaft verteufeln, ähnlich wie es viele "Ökologische" mit der Gentechnologie machen.
Das halte ich jedoch nicht für sinnvoll.
Das Ziel muss eine effektive und nachhaltige Landwirtschaft unter einer zeitgemäßen und angebrachten Nutzung der verschiedenen Techniken und Möglichkeiten sein.

Ich sehe keine Argumente, mit denen man Bio-Landwirtschaft verteufeln könnte. Solche Argumente sind höchstens an den Haaren herbei gezogen. Für eine zeitgemäße und angebrachte Nutzung der verschiedenen Techniken und Möglichkeiten bin ich jederzeit. Die "grüne" Gentechnik ist allerdings keine solche.

Die Kernthemen der Piratenpartei liegen etwas im Dornröschenschlaf. Hilf mit, die Piratenpartei wieder zur Digital-Koryphäe zu erheben, die von den Medien stets um Rat und Beistand verzweifelt angerufen wird, wenn der nächste Netz-Skandal um die Ecke lugt.

Bitte mehr Netzpolitik in die Piratenpartei!
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.02.2014 12:41 von Enterhaken.)
Romario

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Beitrag #109641 | 11.02.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
Was unsere deutschen Kollegen dazu sagen:
https://www.piratenpartei.de/2014/02/09/...er-wollte/
Gast
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Beitrag #105489 | 22.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
Wenn die Piraten ihrem Anspruch von direkter Demokratie, Stärkung der Vorlksbegehren, etc. gerecht werden wollen, dann sollten sie sich besser darum kümmern wie man Gentechnik besser kontrolliert und kennzeichnet, oder wie man verhindert dass hierzulande gentechnisch manipulierte Futtermitel eingesetzt werden.

Zur Erinnerung: Das Anti-Gentechnik-Volksbegehren war mit 1,2 Millionen Unterschriften das zweit erfolgreichste in diesem Land.
pranka

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Beitrag #137473 | 29.01.2015 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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RE: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
(22.01.2014 )Gast schrieb:  
Wenn die Piraten ihrem Anspruch von direkter Demokratie, Stärkung der Vorlksbegehren, etc. gerecht werden wollen, dann sollten sie sich besser darum kümmern wie man Gentechnik besser kontrolliert und kennzeichnet, oder wie man verhindert dass hierzulande gentechnisch manipulierte Futtermitel eingesetzt werden.

Zur Erinnerung: Das Anti-Gentechnik-Volksbegehren war mit 1,2 Millionen Unterschriften das zweit erfolgreichste in diesem Land.

ja, so sehe ich das auch!
ich bin sowieso für eine Förderung und Nutzung regionaler Produkte. Wie man an dem Wachstum der Food Coops auch sieht!
Heckenbraunelle

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Beitrag #105193 | 21.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
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Re: Keine grundsätzliche Ablehnung von "Grüner Gentechnik"
Ausgebaut:
Zitat:
Antrag
Die Piratenpartei Österreichs lehnt den Einsatz sogenannter „Grüner" Gentechnik nicht grundsätzlich ab. Gentechnologisch veränderte Pflanzen können viele Vorteile mit sich bringen, welche die damit verbundenen Risiken überwiegen – so bieten beispielsweise sich gerade im ökologischen Landbau auf diese Weise neue Möglichkeiten und Chancen.

Dabei dürfen jedoch potenzielle Gefahren keinesfalls negiert oder ignoriert werden. Im Unterschied zur „Roten“ und „Weißen“ Gentechnik bestehen größere Risiken, von denen noch nicht alle bekannt und noch weiter erforscht werden müssen. Diese Ergebnisse müssen bekannt gemacht und in dieser Thematik mit einer besonderen Behutsamkeit vorgegangen werden. Anbau und Erzeugung gentechnologisch veränderter Pflanzen müssen unter strenger Kontrolle stattfinden. Insbesondere muss jegliche Ausbreitung der Geninformation auf Wildvegetation (Auskreuzung) durch entsprechende Maßnahmen (wie ausschließliche Aussaat steriler Organismen) verhindert werden. Die Piratenpartei Österreichs steht weiters grundsätzlich Patenten auf Leben, somit auch auf genetische Information, stark ablehnend gegenüber. Gentechnologische Veränderungen an Erbinformationen dürfen nicht dazu missbraucht werden, Personen von der eigenständigen Erzeugung und Nutzung von Saatgut auszugrenzen oder Natürliches durch Konzerne zu vereinnahmen und zu kommerzialisieren.

Dennoch unterstützt die Piratenpartei Österreichs unter strengen Voraussetzungen, einer gründlichen Technikfolgenabschätzung sowie einer klaren und eindeutigen Kennzeichnung die Verwendung von gentechnologisch veränderten Organismen in der Landwirtschaft. Sind diese Voraussetzungen jedoch nicht vollinhaltlich gegeben, so lehnen wir die Nutzung „Grüner“ Gentechnik ab.




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