Foreneinträge sind private Meinungen der Forenmitglieder, die keine Parteimitglieder sein müssen. Diese Meinungen sind keine offiziellen Aussagen der Piratenpartei Österreichs.
In diesem Forum wird kollaborativ moderiert. Um ausgeblendete und versteckte Beiträge lesen zu können ist eine Registrierung nötig.

Erbschafts- und Schenkungssteuer
Liquid
Bot
*
1
0

Beitrag #97272 | 18.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
1
0
Erbschafts- und Schenkungssteuer
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales, Konsumentenschutz
Programmantrag direkt: Thema 1883
Ereignis: Neues Thema
Phase: Neu (noch 14 Tage 23:59:50)
i4322: Erbschafts- und Schenkungssteuer
Zitat:
Der folgende Text möge an geeigneter Stelle (Überschrift, Sub-Überschrift) ins Programm aufgenommen werden:
Text
Wirtschaft und Soziales
Die Piraten fordern die Einführung einer Erbschafts- und Schenkungssteuer
Begründung
Eine Studie aus dem Jahr 2004 errechnete einen Anteil dieser Steuer in Österreich am Bruttoinlandsprodukt von 0,08 Prozent, in Frankreich lag sie damals bei 0,55 Prozent. In Deutschland liegt der aktuelle Ertrag durch die Erbschaftssteuer bei € 4 Mia. Davon ausgehend ist mit einem Etrag von 400 bis 500 Mio jährlich zu rechnen.
http://diezukunft.at/?p=1312
Die Erben stellen eine Minderheit in der Gesellschaft dar und reiche Erben sind sogar eine Seltenheit. Die materiellen Interessen dieser vermögenden Gruppe werden aber gehütet, als zählten sie zu einer aussterbenden Gattung.  
http://www.wifo.ac.at/jart/prj3/wifo/res...cation/pdf
ÖSTERREICHISCHES INSTITUT FÜR WIRTSCHAFTSFORSCHUNG
Perspektiven der Erbschafts- und Schenkungssteuer in Österreich
Erbschaftssteuern haben im internationalen Vergleich eine nicht unwesentliche Bedeutung für die Finanzierung der öffentlichen Hand. Zwar haben einige wenige Länder die Besteuerung von Erbschaften in den letzten Jahren abgeschafft. Dennoch finden sich Erbschaftssteuern nach wie vor in den meisten Steuersystemen der entwickelten Industriestaaten. Neben fiskalischen Gründen sprechen auch allokations- und beschäftigungs- sowie verteilungspolitische Erwägungen für die Erhebung von Erbschaftssteuern. Für die aktuelle österreichische steuerpolitische Diskussion spielt das künftige Aufkommenspotenzial einer Erbschaftssteuer – zumal bei einer Reform des Bewertungsverfahrens für Liegenschaften, das die derzeit eklatant unterbewertete steuerliche Bemessungsgrundlage näher an den tatsächlichen Verkehrswert heranführt – eine besondere Rolle: Eine solche Reform, die das Aufkommen aus vererbtem Grund- und Immobilienvermögen stärkt, vergrößerte insbesondere den fiskalischen Spielraum zur Senkung anderer Steuern mit stärker verzerrenden Wirkungen, wie sie vor allem arbeitsbezogene Abgaben darstellen. Die Nutzung solcher Spielräume zu einer aufkommensneutralen Umstrukturierung des Gesamtabgabenaufkommens würde in Österreich, wo der Faktor Arbeit auch im internationalen Vergleich einer außerordentlich hohen Grenz- und Durchschnittsbelastung unterliegt, die Beschäftigung steigern. Selbstverständlich wäre der fiskalische Ertrag auch einer auf marktnah bewerteten Liegenschaften beruhenden Erbschaftssteuer zu gering zur Durchführung einer aufkommensneutralen, umfassenden Abgabenstrukturreform. Dennoch könnte die Frist, die der VfGH zur Herstellung einer verfassungskonformen Ausgestaltung der Erbschaftssteuer gesetzt hat, genutzt werden, um sämtliche Optionen gründlich auszuloten, wie eine wachstums- und beschäftigungsfreundlichere Struktur der Steuer- und Abgabenlast in Österreich hergestellt werden könnte. Hierzu gehört auch die Einbeziehung vermögensbezogener Steuern.
Liquid
Bot
*
0
0

Beitrag #101485 | 06.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Kein Antrag zu diesem Thema ohne klare Zielsetzung und Begründung.
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales, Konsumentenschutz
Programmantrag direkt: Thema 1883
Ereignis: Neue Initiative
Phase: Diskussion (noch 10 Tage 23:11:09)
i4440: Kein Antrag zu diesem Thema ohne klare Zielsetzung und Begründung.
Zitat:
Aktuelle Situation
Die Erbschaft- und Schenkungsteuer wurde mit Wirkung zum 1.8.2008 aufgehoben. Grund hierfür war eine Entscheidung des österreichischen Verfassungsgerichtshofs, wonach das österreichische Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht wegen der zwischen verschiedenen Vermögensarten stark differenzierenden Bewertungsvorschriften verfassungswidrig war.
Die zuvor unter die Erbschaft- und Schenkungsteuerfallenden Übertragungen von inländischem Grundvermögen unterliegen nunmehr der Grunderwerbsteuer. Für die Schenkung anderer Vermögenswerte wurde eine Anzeigepflicht ab einer gewissen Betragsgrenze mit dem Schenkungsmeldegesetz eingeführt. Vermögenswidmungen an österreichische Privatstiftungen werden vom Stiftungseingangssteuergesetz erfasst und mit einem Steuersatz von grundsätzlich 2,5 Prozent belastet. Eine Erhöhung auf 25 Prozent ist in bestimmten Fällen möglich. 
Festlegen des Zieles
Bevor man über eine Steuer nachdenkt, sollte man sich darüber schlau machen, wie wir in der Gesamtsituation international steuerlich dastehen. Hier gibt es die Spezialität der Stiftungen genauso zu beachten wie das Faktum, dass unsere Steuer- und Abgabenbelastung auf Einkommen aus Arbeit international einen Spitzenplatz einnimmt. In so einer Situation Steuern zu fordern bedeutet in erster Linie eine Mehrbelastung kleiner Familien und eine Reduktion deren Vermögens, da man davon ausgehen kann dass "die Reichen" durch Gründung von Stiftungen und anderen Möglichkeiten dieser Steuer wirksam aus dem Weg gehen können. Wer sich für die Situation bei den Vermögenssteuern in anderen Ländern interessiert, dem sei folgende Studie der KPMG empfohlen: 
Vermögensbesteuerung – wer besteuert wie?
Deutsche Regelungen im Vergleich zu der Besteuerung in Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und den USA 
Die Studie betrachtet vorrangig die Lage aus der Sicht Deutschlands, Österreich ist aber -neben vielen anderen Ländern- auch dabei.
Auch hier gilt, wie bei so vielen anderen Anträgen hier auch: Einfach eine neue Steuer fordern und dann hoffen, dass sich irgendwas positiv in der Vermögensverteilung ändern wird, ist mehr als naiv. Es muss ein konkreter Mechanismus gefordert werden, wie man den Niedrigverdienern helfen kann, Vermögen zu bilden während man einen zuverlässigen Mechanismus braucht, der auch wirklich Reiche bzw. wirklich große Erbmassen zur Kasse bittet. Und "wirklich groß" beginnt über 10 Mio. €. Denn wir sprechen hier ja von den wirklich bösen "Reichen". 
Da ich ja bald nicht mehr schreiben darf: Wenn den Antrag jemand übernehmen will - bitte melden.
Liquid
Bot
*
0
0

Beitrag #104230 | 17.01.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Programmantrag direkt
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales, Konsumentenschutz
Programmantrag direkt: Thema 1883
Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht
Phase: Eingefroren (noch 14 Tage 23:59:48)
Liquid
Bot
*
0
0

Beitrag #107818 | 01.02.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Programmantrag direkt
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales, Konsumentenschutz
Programmantrag direkt: Thema 1883
Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht
Phase: Abstimmung (noch 14 Tage 23:59:15)
faithless
Pirat
0
0

Beitrag #108123 | 03.02.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Programmantrag direkt
(01.02.2014 )Liquid schrieb:  
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales, Konsumentenschutz
Programmantrag direkt: Thema 1883
Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht
Phase: Abstimmung (noch 14 Tage 23:59:15)

für alle, die an der abstimmung teilnehmen, hier noch ein interessanter link:
http://www.erbschaften-besteuern.at/

Ain't looking for a fight
But you know I won't run away
Denderan Marajain

0
0

Beitrag #108125 | 03.02.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Programmantrag direkt
(03.02.2014 )faithless schrieb:  
(01.02.2014 )Liquid schrieb:  
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales, Konsumentenschutz
Programmantrag direkt: Thema 1883
Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht
Phase: Abstimmung (noch 14 Tage 23:59:15)

für alle, die an der abstimmung teilnehmen, hier noch ein interessanter link:
http://www.erbschaften-besteuern.at/

Die Leuten faseln nur von "gerechtigkeit". Fakten oder andere Argumente habe ich da nicht gelesen
Betriebsdirektor
deaktiviert
0
0

Beitrag #108128 | 03.02.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Programmantrag direkt
(03.02.2014 )Denderan Marajain schrieb:  
Die Leuten faseln nur von "gerechtigkeit". Fakten oder andere Argumente habe ich da nicht gelesen

Das übliche substanzlose Geschwätz. Jetzt weiß ich wenigstens, aus welchen Löchern das alles kommt.
Denderan Marajain

0
0

Beitrag #108132 | 03.02.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Programmantrag direkt
(03.02.2014 )Betriebsdirektor schrieb:  
(03.02.2014 )Denderan Marajain schrieb:  
Die Leuten faseln nur von "gerechtigkeit". Fakten oder andere Argumente habe ich da nicht gelesen

Das übliche substanzlose Geschwätz. Jetzt weiß ich wenigstens, aus welchen Löchern das alles kommt.

Unterm Strich kann man es auf

Erbschaften sind in Österreich äußerst konzentriert: Wenige Menschen empfangen sehr große Hinterlassenschaften und werden damit ohne zu arbeiten reich. Seit der Abschaffung der Erbschaftssteuer im Jahr 2008 ist das niedrige Aufkommen aus vermögensbezogenen Steuern noch weiter gesunken.

Die Wiedereinführung einer Abgabe auf Erbschaften ist Voraussetzung für Gerechtigkeit, denn die soziale Herkunft darf nicht über die Zukunft der Menschen entscheiden. Wir brauchen die Erbschaftssteuer zum notwendigen Ausbau sozialer Dienstleistungen, um allen Kindern gute Bildungschancen zu geben und ein Altern in Würde für Alle zu ermöglichen.

Wir fordern deshalb die neue Bundesregierung auf, so rasch wie möglich eine Steuer auf Erbschaften und Schenkungen einzuführen.



Unterm Strich billigster Populismus
Betriebsdirektor
deaktiviert
0
0

Beitrag #108165 | 03.02.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Programmantrag direkt
(03.02.2014 )Denderan Marajain schrieb:  
Unterm Strich billigster Populismus

Tragisch, nicht? So jung und schon so verdorben, diese Partei...
IQ130Pirat

0
0

Beitrag #108155 | 03.02.2014 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Programmantrag direkt
(03.02.2014 )faithless schrieb:  
hier noch ein interessanter link: http://www.erbschaften-besteuern.at/

Zitat:
"Zwei Drittel aller Erbschaften betragen weniger als 7300 Euro, die durchschnittlich mit 181 Euro besteuert werden. Aus der Verteilungssicht ist die Erbschaftssteuer eine der gerechtesten Steuern überhaupt."

Ich kann mir diese Zahlen nur schwer vorstellen.

Laut Statistik Austria befindet sich mindesten die Hälfte der österreichischen Hauptwohnsitze (EFH und Wohnungen) im Eigentum ihrer Bewohner. Wenn zwei Drittel aller Erbschaften weniger als 7.300.- Euro betragen was passiert dann mit diesem Eigentum?

Sicher kann man in diesem Zusammenhang von Gerechtigkeit und Chancengleichheit reden aber eines sollte man dabei auch nicht vergessen - vieles was wir Mittelschichtler mal an Bargeld und Immobilienbesitz erben wurde in erster Linie durch Konsumverzicht geschaffen!

Natürlich kann man eine Erbschaft als Paradebeispiel eines Einkommens ohne Leistung sehen aber andererseits führt eine starke Besteuerung auch dazu die Schaffung von Vermögen unattraktiv zu machen. Wollen wir wirklich eine Gesellschaft welche nur mehr konsumiert und kein Vermögen mehr schafft?

Da wird dann der Spruch "Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte Generation gibt es aus" obsolet da es irgendwann keine erste Generation mehr gibt...
Betriebsdirektor
deaktiviert
2
1

Beitrag #97948 | 19.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
2
1
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
Hier ist nur die Rede davon, wie geil viel Geld man damit reinbekommen würde. Wen es trifft und was solche Steuern bewirken können, schert niemanden. Das hat hier aber Tradition. Man konzentriert sich eher aufs Geldausgeben als darauf, was frische Steuern im Hinterland so anrichten. Damit passt die Denkweise hervorragend zur ebenfalls ausgesprochen visionslosen GroKo Regierung.

Nicht dass ich eine Erbschaftssteuer schlecht finden würde. Im Gegenteil. Aber auch hier sind es die Details, die massive Auswirkungen auf die Einzelnen haben und damit auch auf den potentiellen Ertrag einer solchen Steuer.

Bemessungsgrundlage: Es gelten ähnliche Probleme wie bei der Grundsteuer, erweitert um das Problem, was denn eine Wohnung oder ein Haus nun tatsächlich wert ist, wenn eine Familie darin wohnt, wo der Mann gestorben ist und Frau und Kinder erben. Wenn die in der falschen Gegend wohnen, dann kann sie ausziehen, weil sie sich den Erbteil schlicht nicht leisten kann. Solche Situationen führen schnell dazu, dass es zu verstärkter Seggregation im Wohnsektor kommt. Das konterkariert die allgemeinen Bemühungen, keine Ghettos (egal ob arm oder reich) entstehen zu lassen.

Steuerbefreiungen: Von solchen will man hier wahrscheinlich auch nichts hören. Aber was, wenn karitative Einrichtungen erben? Will man denen auch die Hälfte für den Sozialstaat wegnehmen obwohl man weiß, dass gerade solche Einrichtungen zumeist viel effizienter arbeiten als es eine Behörde mit ihrem Bürokratismus jemals zusammenbringen wird? Und was ist mit Betrieben? Will man familiengeführte Betriebe in Erbfällen wirklich der Familie wegnehmen? Es ist allgemein bekannt, dass familiengeführte Betriebe deutlich langfristigere Ziele haben als Betriebe, wo die Anteile von Heuschreckenfonds oder anderen Investoren gehalten werden. Will man hier bewusst und gezielt Betriebe in die Hände solcher Leute treiben?

Freibeträge: Es gilt im Kern, was oben bereits beschrieben wird. Die Freibeträge bestimmen im Kern, wie hoch die Erträge aus der Steuer werden und sie bestimmen ebenfalls, ob sich die Witwen und Waisen neue Unterkünfte suchen müssen.
Danton

1
0

Beitrag #98048 | 19.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
4
0
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Hier ist nur die Rede davon, wie geil viel Geld man damit reinbekommen würde. Wen es trifft und was solche Steuern bewirken können, schert niemanden. Das hat hier aber Tradition.

Niemand von uns wird hier das komplette Erbrecht-neu ausformulieren können. Ich glaube auch dass das nicht die Aufgabe eines Parteiprogramms ist. Es geht ja darum grundsätzliche Positionen und Stoßrichtungen zu definieren.

Ich zb wäre (durchaus radikale) dafür eine Erbschaft als Einkommen (denn nichts anders ist sie) zu versteuern. Sprich wenn ich 100.000 Euro erbe sollte ich das als Einkommen von 100.000 Euro versteuern. Das sollte ich dann aber auf ein paar Jahre „abschreiben“ können.

Bei Immobilien wäre das zb (analog zu Betriebsgebäude ) 3 % pro Jahr.

Ist die Wohnung also 600.000 Euro wert sind das 200.000 Euro für jeden der Erben (Ehefrau und 2 Kinder) die das Erbe dann 33 Jahre lang als 6000 Euro Einkommen/Jahr versteuern können. Wenn die Wohnung – wie in deinem Beispiel – von minderjährigen Kindern geerbt wird fällt defacto keine Steuer an, weil ein Einkommen von 6000/ Jahr nicht Steuerpflichtig ist.
Für die Ehefrau ergäbe sich eine Erhöhung der ESt-Bemessungsgrundlage um 6.000 Euro. Die Erbschaftssteuer ist in so einem Fall dann defacto progressiv und abhängig von sonstigen Einkommen der Erbin. Ist die Ehefrau tatsächlich nur Hausfrau und hat gar kein Einkommen würde sie somit keine Erbschaftssteuer zahlen. Verdient sie sehr gut (über 50.000/Jahr) und käme der Höchststeuersatz zur Anwendung wären es 3000,- Euro/Jahr.

Auch sonstige Erbschaften könnten auf diverse Zeiträume abgeschrieben werden. Ein Auto auf 5 Jahre, usw.

Das ist eine zugegeben extremes (und ich denke nicht mehrheitsfähiges) Erbschaftssteuer-Modell.
Wenn ich es ein bisschen weniger radikal angehe und sage Erbschaftssteuer 10% eräbe sich bei eine Wohnung im Wert von 500.000 Euro eine Steuer von 50.000 Euro. Bei 10 Jähriger Stundung ca. 400,- Euro Monat. Das klingt jetzt vielleicht viel. Aber 10 Jahre lang 400,- Euro zu zahlen für eine Wohnung die 500.000 Euro wert ist, ist immer noch wesentlich günstiger als Miete zu zahlen.
Und darum geht es mir: Leute die nichts erben sollen die gleichen Chancen haben wie Menschen die viel erben.

Zurzeit sagen wir denen die nichts Erben „Pech gehabt, du hast es halt einfach schlecht erwischt und hast wesentlich schlechtere Karten im Leben als dein Kollege, der die Wohnung vom Opa erbt.“ Ganz ausgleichen kann man ungleichheiten ohnehin nie, aber wir sollten es zumindest probieren.

Und mit Leuten die mir erklären, sie könnten sich die Erbschaftssteuer für die Millionen-Villa die sie von den Eltern erben nicht leisten, hält sich mein Mitleid in Grenzen.
Selbst wenn der Villen-Erbe die Villa verkaufen muss um die Steuer zu zahlen, hat er am Ende immer noch eine Menge Geld (Minus Erbschaftsteuer) mehr als jemand der einfach nix erbt.

Die Piratenbewegung wird die Welt besser machen - irgendwann einmal
Betriebsdirektor
deaktiviert
1
0

Beitrag #98168 | 19.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
1
0
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(19.12.2013 )Danton schrieb:  
(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Hier ist nur die Rede davon, wie geil viel Geld man damit reinbekommen würde. Wen es trifft und was solche Steuern bewirken können, schert niemanden. Das hat hier aber Tradition.

Niemand von uns wird hier das komplette Erbrecht-neu ausformulieren können. Ich glaube auch dass das nicht die Aufgabe eines Parteiprogramms ist. Es geht ja darum grundsätzliche Positionen und Stoßrichtungen zu definieren.

Niemand muss was konkret ausformulieren. Aber sich die Wirkungen anzusehen kann doch nicht zu viel verlangt sein, oder? Immerhin wird ja vielleicht mal ein Außenvertreter danach gefragt. Und was sagt der dann? Dass wir Kommunisten sind und den vermögenslosen Arbeiter und Bauernstaat anstreben?


(19.12.2013 )Danton schrieb:  
Ich zb wäre (durchaus radikale) dafür eine Erbschaft als Einkommen (denn nichts anders ist sie) zu versteuern. Sprich wenn ich 100.000 Euro erbe sollte ich das als Einkommen von 100.000 Euro versteuern. Das sollte ich dann aber auf ein paar Jahre „abschreiben“ können.

Das bedeutet für jemanden, der 60.000€ pro Jahr verdient, einen Steuersatz von knapp 50%. Mit 60.000€/Jahr hat man ein Nettogehalt von 2.500€/Monat. Nehmen wir an es handelt sich hier um jemanden, der am Land eine Familie hat, wo die Frau nicht arbeiten geht und der in einer Mietwohnung wohnt. Da kommen dann ca. 800€ für die Miete weg, ca. 200€ für Strom und Heizung, ca. 500€ pro Auto (man braucht vermutlich zwei davon am Land; die Kosten beinhalten auch die Kapitalkosten die man natürlich auch berücksichtigen muss).

Man kann also mit Kosten von ca. 2.100€/Monat rechnen. Klingt das nach jemanden, der mit Geld nur so um sich schmeissen kann? Klingt das nach "reich"? Und dem willst du 50% von der Erbschaft wegnehmen?

Ich halte solche Fälle für den Standardfall in Österreich und wenn du mit so einer Idee daherkommst, dann stampfen dich sogar die stärksten Sozialstaatsbefürworter in Grund und Boden. Denn das ist astreine Abzockerei und eine ganz klare Vernichtung von Privatvermögen.


(19.12.2013 )Danton schrieb:  
Ist die Wohnung also 600.000 Euro wert sind das 200.000 Euro für jeden der Erben (Ehefrau und 2 Kinder) die das Erbe dann 33 Jahre lang als 6000 Euro Einkommen/Jahr versteuern können.

Das ist der Fall, wenn eine Familie als Gemeinschaft etwas erbt. Sieh es mal andersherum. Bei obigem Beispiel erbt der Familienvater seinen Anteil (ein Standardfall: Er erbt von seinen Eltern). Der beträgt z.B. 200.000. Das muss er mit 50% versteuern solange er über 60k verdient. Dem ist völlig Wurst, ob da noch andere da sind, die weniger Steuern zahlen als er. Er sieht nur sein Problem. Und das lautet: 50% seiner Erbschaft gehen an den Staat!


(19.12.2013 )Danton schrieb:  
Wenn die Wohnung – wie in deinem Beispiel – von minderjährigen Kindern geerbt wird fällt defacto keine Steuer an, weil ein Einkommen von 6000/ Jahr nicht Steuerpflichtig ist.

Ja das kann schon sein, das ist aber genau dem Steuerpflichtigen Wurscht, der den Höchststeuersatz für die Erbschaft brennt.


(19.12.2013 )Danton schrieb:  
Das ist eine zugegeben extremes (und ich denke nicht mehrheitsfähiges) Erbschaftssteuer-Modell.

Das ist nicht einmal minderheitenfähig. Niemand, ausser vielleicht ein mittelloser überzeugter Kommunist ohne Eltern, würde sowas gut finden. Wen bitte, möchtest du mit so einem Modell ansprechen? Wozu brauchen wir sowas? Was willst du damit erreichen? Die mittelfristig totale Vermögenslosigkeit der Bevölkerung?


(19.12.2013 )Danton schrieb:  
Wenn ich es ein bisschen weniger radikal angehe und sage Erbschaftssteuer 10% eräbe sich bei eine Wohnung im Wert von 500.000 Euro eine Steuer von 50.000 Euro. Bei 10 Jähriger Stundung ca. 400,- Euro Monat. Das klingt jetzt vielleicht viel. Aber 10 Jahre lang 400,- Euro zu zahlen für eine Wohnung die 500.000 Euro wert ist, ist immer noch wesentlich günstiger als Miete zu zahlen.

Ist es das, ja? Du vergisst folgendes: Die Betriebskosten. Und dann kommt noch was dazu: Wer sagt denn, dass die Wohnung überhaupt selbst genutzt werden kann? Was ist, wenn der Betroffene weiter mieten muss, weil die Wohnung saniert werden muss (aber halt in einer guten Lage liegt)?


(19.12.2013 )Danton schrieb:  
Und darum geht es mir: Leute die nichts erben sollen die gleichen Chancen haben wie Menschen die viel erben.

Findest du dass ein Staat mit einer Sozialquote von 30% (Anteil am Bruttoinlandsprodukt) zu wenig Finanzmittel zur Verfügung hat, um Chancengleichheit für alle zu schaffen? Warum braucht es hier mehr? Warum fragt keiner, wofür die Kohle verwendet werden soll?


(19.12.2013 )Danton schrieb:  
Zurzeit sagen wir denen die nichts Erben „Pech gehabt, du hast es halt einfach schlecht erwischt und hast wesentlich schlechtere Karten im Leben als dein Kollege, der die Wohnung vom Opa erbt.“ Ganz ausgleichen kann man ungleichheiten ohnehin nie, aber wir sollten es zumindest probieren.

Diese Aussage ist schlicht und einfach grundfalsch. Das tun wir nicht. Wir sind die, die innerhalb der OECD bei den Bildungsausgaben ganz oben stehen. Wir sind die, die bei den Sozialausgaben ganz oben stehen. Wir sind die, die bei den Ausgaben für das Gesundheitssystem ganz oben stehen. Da kannst du sicher nicht behaupten, wir würden einfach sagen: "Hey, du hast schlechte Karten erwischt. Schleich dich!"


(19.12.2013 )Danton schrieb:  
Und mit Leuten die mir erklären, sie könnten sich die Erbschaftssteuer für die Millionen-Villa die sie von den Eltern erben nicht leisten, hält sich mein Mitleid in Grenzen.

Und wenn der, der die "Millionenvilla", die nicht mehr als ein einfaches Haus in der richtigen Gegend darstellen muss, einer ganz normalen Arbeit nachgeht und sonst nicht irgendwie geartet reich ist? Was dann?

Weißt du, was dann passiert? Dann passiert Segregation. Dann bleiben nur die in diesen Vierteln, die sich die Erbschaft leisten können. Oder die die Erbschaft rechtzeitig in einer Stiftung parken und so den Erbfall umgeht. Oder wo die Immobilie im Besitz einer ausländischen Gesellschaft ist.

Den Leuten ihr Vermögen wegnehmen und das damit zu argumentieren, dass man so für eine bessere Vermögensverteilung sorgen würde, ist schon ein ziemlicher Widerspruch. Nur weil auf der extrem rechten Seite der Verteilungskurve ein extremer Ausschlag ist will man alle, die rechts vom Median stehen, abkassieren.

Was für eine Farce ist denn das, bitte?

Ich verwehre mich nicht gegen ein Modell, dass die wirklichen Superreichen erwischt. Absolut nicht. Aber davon ist hier nicht die Rede. Hier ist die Rede davon, dass man all jenen was wegnimmt, die ein bisserl was haben. Und das geht gar nicht. Es wird jedenfalls nicht zu einer allgemein besseren Vermögensverteilung führen - außer die Zielfunktion ist, dass am Ende niemand mehr Vermögen hat bis auf ein paar Superreiche, die es sich richten können.


(19.12.2013 )Danton schrieb:  
Selbst wenn der Villen-Erbe die Villa verkaufen muss um die Steuer zu zahlen, hat er am Ende immer noch eine Menge Geld (Minus Erbschaftsteuer) mehr als jemand der einfach nix erbt.

Weißt du, an wen die Villa verkauft werden wird? Bei diesen Kosten zahlt es sich aus, die Villa an eine britische LLC zu verkaufen. Die Anteile der LLC werden dann über einen Treuhänder gehalten und der Staat kriegt keinen einzigen Cent. Absolut nichts. Glaubst du ernsthaft dass, wenn genug Vermögen am Spiel steht, die Leute nicht reagieren werden?

Deine Ideen sind der beste Weg, den kleinen Leuten das bisschen Vermögen wegzunehmen, das sie noch haben.
Rousseau

1
0

Beitrag #98283 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
1
0
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Das bedeutet für jemanden, der 60.000€ pro Jahr verdient, einen Steuersatz von knapp 50%. Mit 60.000€/Jahr hat man ein Nettogehalt von 2.500€/Monat. Nehmen wir an es handelt sich hier um jemanden, der am Land eine Familie hat, wo die Frau nicht arbeiten geht und der in einer Mietwohnung wohnt.

normalerweise sind deine Daten besser:
lt. AK Brutto/Netto-Rechner

Jahresgehalt 60.060,- = monatlich Brutto 4.290,-
daß heißt mit Alleinverdienerabsetzbetrag netto 36.798,-

von den Abzügen ca. 10.000,- Sozialversicherungsbeiträge und ca. 12.000,- Steuer
ich gehe davon aus, dass du das sehr wohl weißt und deine 50% Steuersatz einfach eine "Ungenauigkeit" sind


warum in deinem Beispiel die Frau nicht arbeiten geht kann ich absolut nciht verstehen/nachvollziehen

ich bin nur sehr sporadisch in diesem Forum.
wer mir was mitteilen will schicke mir bitte eine Email und keine PN
Betriebsdirektor
deaktiviert
0
0

Beitrag #98286 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(20.12.2013 )Rousseau schrieb:  
warum in deinem Beispiel die Frau nicht arbeiten geht kann ich absolut nciht verstehen/nachvollziehen

Das mag sein, sollte aber in der Konzeption keine Rolle spielen weil es ihre eigene Entscheidung sein soll und sein muss. Was, wenn sie alleine arbeitet und er daheim ist (und säuft). Gleiches Klischee, andere Seite. Gibt es genauso, ist weniger sexy, aber durchaus vorhanden.
Danton

0
1

Beitrag #98269 | 19.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
1
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Klingt das nach jemanden, der mit Geld nur so um sich schmeissen kann? Klingt das nach "reich"? Und dem willst du 50% von der Erbschaft wegnehmen?

Mir werden von meinem Bruttogehalt (bei dem was über 50.000 liegt) ja auch 50% weggenommen. Und das bekomme ich nicht einfach so, dafür muss ich jeden morgen aufstehen!
(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Denn das ist astreine Abzockerei und eine ganz klare Vernichtung von Privatvermögen.

Wessen "Privatvermögen" wird vernichtet? Vom Erblasser? Der Erblasser ist tot und kann also nicht mehr Eigentümer sein.
Der Erbe kann es aber auch nicht sein, denn dessen Vermögen ist nach der Erbabwicklung (auch bei 50% Steuer) größer als vorher. Vielleicht nicht so viel wie derzeit aber trotzdem: Das Privatvermögen des Erben vermhehrt sich!
(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Dem ist völlig Wurst, ob da noch andere da sind, die weniger Steuern zahlen als er. Er sieht nur sein
Problem. Und das lautet: 50% seiner Erbschaft gehen an den Staat!

Tja und 50% meines Einkommens gehen an den Staat. Ist so und regt mich auch nur bedingt auf!
(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Das ist nicht einmal minderheitenfähig. Niemand, ausser vielleicht ein mittelloser überzeugter Kommunist ohne Eltern, würde sowas gut finden.


Also ich persönlich bin weder mittellos noch Kommunist. Ich habe auch eine Mutter von der ich mal ein Haus erben werde und ich habe eine Tochter die wahrscheinlich mal eine Wohnung von mir erben wird.
(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Wen bitte, möchtest du mit so einem Modell ansprechen? Wozu brauchen wir sowas? Was willst du damit erreichen? Die mittelfristig totale Vermögenslosigkeit der Bevölkerung?

Ich will damit erreichen dass jeder die gleichen Start-Chancen hat sich seinen Wohlstand (sein Vermögen) aufzubauen. Ich habe mir meinen Wohlstand "hart" erarbeitet und dafür mächtig steuern gezahlt. Und ein anderer erbt einfach und zahlt dann dafür nichtmal Steuern. Und für mich ist auch schon ein "kleines" Erbe von 100.000 Euro ein Startvorteil gegenüber jemanden der nix erbt.
(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Ist es das, ja? Du vergisst folgendes: Die Betriebskosten. Und dann kommt noch was dazu: Wer sagt denn, dass die Wohnung überhaupt selbst genutzt werden kann? Was ist, wenn der Betroffene weiter mieten muss, weil die Wohnung saniert werden muss (aber halt in einer guten Lage liegt)?

Nein ich spreche schon von Netto-Mieten. Eine Wohnung die 500.000 Wert ist bekommt man nicht um 400,- Nettomiete

(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Diese Aussage ist schlicht und einfach grundfalsch. Das tun wir nicht. Wir sind die, die innerhalb der OECD bei den Bildungsausgaben ganz oben stehen. Wir sind die, die bei den Sozialausgaben ganz oben stehen. Wir sind die, die bei den Ausgaben für das Gesundheitssystem ganz oben stehen. Da kannst du sicher nicht behaupten, wir würden einfach sagen: "Hey, du hast schlechte Karten erwischt. Schleich dich!"

Nur werden ganz viele der Sozialausgaben mit der Gieskanne verteilt: Wir sagen ja auch nicht. "Du bekommst kein Kindergeld weil du erbst mal viel!"
Ich bin ein großer Fan des Sozialstaats. Aber ich will ihn durch Steuern auf leistungslose Einkommen (Erben, Kapitalerträge) finanzieren und nicht durch Steuern auf Arbeit! Deswegen würde ich ja im Gegenzug die Einkommensteuer senken - damit sich Arbeit wieder lohnt!
(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Weißt du, was dann passiert? Dann passiert Segregation. Dann bleiben nur die in diesen Vierteln, die sich die Erbschaft leisten können. Oder die die Erbschaft rechtzeitig in einer Stiftung parken und so den Erbfall umgeht. Oder wo die Immobilie im Besitz einer ausländischen Gesellschaft ist.
Das man Regelungen umgehen kann kan aber nicht das Argument sein! Nur weil es Pfusch gibt legalisieren wir ja auch nicht einfach die Schwarzarbeit.

(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Den Leuten ihr Vermögen wegnehmen und das damit zu argumentieren, dass man so für eine bessere Vermögensverteilung sorgen würde, ist schon ein ziemlicher Widerspruch.

Das ist der Gedankengang den ich nicht verstehe. Wem nehme ich ein Vermögen weg? Der Erblasser ist tot, dem kann ich also nichts mehr wegnehmen. Und der Erbe bekommt ja ein Vermögen (wenn auch ein weniger als jetzt). Aber das ist ja bei jedem EInkommen so. Von meinem Lohn nimmt mir der Staat auch 50% weg!
(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Hier ist die Rede davon, dass man all jenen was wegnimmt, die ein bisserl was haben.

Nein ich nehme niemandem was weg der ein bisserl was HAT. Ich nehme denen was weg die ein bisserl was BEKOMMEN (ohne dafür eine volkswirtschaftliche Leistung zu erbringen.).
Aus diesem Grund bin ich auch nicht unbedingt für eine Vermögenssteuer. Wer sich durch harte Arbeit und/oder Geschick ein Vermögen erwirtschaftet, dem will ich nicht an die Vermögenssubstanz gehen. Aber wer ohne einen Finger zu rühren Geld bekommt, soll dafür die gleiche Steuer zahlen wie jemand der Geld bekommt weil er arbeitet.

Die Piratenbewegung wird die Welt besser machen - irgendwann einmal
Betriebsdirektor
deaktiviert
0
0

Beitrag #98279 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(19.12.2013 )Danton schrieb:  
(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Den Leuten ihr Vermögen wegnehmen und das damit zu argumentieren, dass man so für eine bessere Vermögensverteilung sorgen würde, ist schon ein ziemlicher Widerspruch.

Das ist der Gedankengang den ich nicht verstehe. Wem nehme ich ein Vermögen weg? Der Erblasser ist tot, dem kann ich also nichts mehr wegnehmen. Und der Erbe bekommt ja ein Vermögen (wenn auch ein weniger als jetzt). Aber das ist ja bei jedem EInkommen so. Von meinem Lohn nimmt mir der Staat auch 50% weg!

Der Staat nimmt Vermögen an sich, das vorher privat war. Das ist der Schlüssel. Man muss sich dahinter die Frage stellen: Wer ist der Staat? Wer macht dort die Regeln? Wer entscheidet, wohin das Geld fließt?

Anders gesagt: Wenn du 50% deiner Erbschaft zur freien Verfügung hast (die du ja dem Staat geben möchtest) und dieses Geld einer Partei gibst, die sich für Basisdemokratie einsetzt, findest du nicht, dass das dort viel mehr deinen Intentionen entspricht, als in den Händen von Bürokraten, die lauwarme politische Kompromisse umsetzen? Am Ende könnten deine 50% beim Herrn Mateschitz landen, der zufällig einen Bauernhof gekauft hat, der LW Subventionen kriegt. Alles cool, ja?

(19.12.2013 )Danton schrieb:  
(19.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Hier ist die Rede davon, dass man all jenen was wegnimmt, die ein bisserl was haben.

Nein ich nehme niemandem was weg der ein bisserl was HAT. Ich nehme denen was weg die ein bisserl was BEKOMMEN (ohne dafür eine volkswirtschaftliche Leistung zu erbringen.).
Aus diesem Grund bin ich auch nicht unbedingt für eine Vermögenssteuer. Wer sich durch harte Arbeit und/oder Geschick ein Vermögen erwirtschaftet, dem will ich nicht an die Vermögenssubstanz gehen. Aber wer ohne einen Finger zu rühren Geld bekommt, soll dafür die gleiche Steuer zahlen wie jemand der Geld bekommt weil er arbeitet.

Wenn das so ist, wie du das sagst, dann musst du natürlich völlig klar gegen diesen Antrag sein. Wieso? Weil er nicht beinhaltet, dass gleichzeitig die Abgaben auf Einkommen auf Arbeit gesenkt werden. So einfach ist das. Was sagst du beispielsweise zu dem da:

https://liquid.piratenpartei.at/initiati.../1477.html (ist schon ein Jahr alt, aber bitte)

Warum nicht wie hier und hier mit einer Entlastung auf Einkommen auf Arbeit verknüpfen? Nichts anderes verlange ich. Aber nein, das geht nicht. Es muss mehr werden. Damit man noch mehr sinnlos -und natürlich nicht vermögenstechnisch umverteilungswirksam- aus dem Fenster werfen kann. Und noch dazu völlig egal, wie ineffizient unsere Verteilmaschinerie generell arbeitet...
Danton

0
1

Beitrag #98318 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
1
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(20.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Der Staat nimmt Vermögen an sich, das vorher privat war. Das ist der Schlüssel. Man muss sich dahinter die Frage stellen: Wer ist der Staat? Wer macht dort die Regeln? Wer entscheidet, wohin das Geld fließt?

Der Staat sind wir alle.
Und wenn auch ich Colin Crouch gelesen habe: Ich glaube noch nicht, dass wir tatsächlich schon in einem postdemokratischen System leben.
Insofern denke ich schon, dass der Staat - bei allen Reibungsverlusten - das Gemeinwohl (oder die Volonté générale) als Zielsetzung hat.
(20.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Anders gesagt: Wenn du 50% deiner Erbschaft zur freien Verfügung hast (die du ja dem Staat geben möchtest) und dieses Geld einer Partei gibst, die sich für Basisdemokratie einsetzt, findest du nicht, dass das dort viel mehr deinen Intentionen entspricht, als in den Händen von Bürokraten, die lauwarme politische Kompromisse umsetzen?

Nein weil ich glaube dass der allergrößte Teil der Menschen gierig ist und die eigenen Einzelinteressen verfolgt. Da nehme ich mich selber nicht mal aus: Ich trete politisch für eine hohe Abgabenquote ein, für einen Sozialstaat nach Skandinavischem Muster. Selber habe ich aber eine Steuerberaterin, die ich dafür bezahle meine Steuererklärung zu machen und zu schauen wo ich (im Rahmen der Möglichkeiten) Steuern sparen kann.

Die von dir aufgezeigte Vorgehensweise führt dazu, dass das Geld die Regeln macht. Das politische Leben ist dann - um bei Rousseau zu bleiben - die Volonté de tous (die Summe der Einzelinteressen). Die Stronachs und Haselsteiners können sich dann in die Politik einkaufen, die kleinen Leute nicht.

Der Schluss aus der Tatsache das der Staat ineffizent arbeitet ist für mich nicht den Staat zurück zu drängen, sondern der, den Staat besser zu machen.
(20.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Am Ende könnten deine 50% beim Herrn Mateschitz landen, der zufällig einen Bauernhof gekauft hat, der LW Subventionen kriegt. Alles cool, ja?

Ja das kann sein: Aber wie gesagt dann muss ich schauen, dass der Staat das Geld nicht dem Mateschitz zuschanzt sondern Kindergärten baut. Die Lösung ist für mich jedenfalls nicht den Staat zurück zu drängen.
(20.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Wenn das so ist, wie du das sagst, dann musst du natürlich völlig klar gegen diesen Antrag sein. Wieso? Weil er nicht beinhaltet, dass gleichzeitig die Abgaben auf Einkommen auf Arbeit gesenkt werden. So einfach ist das. Was sagst du beispielsweise zu dem da:

https://liquid.piratenpartei.at/initiati.../1477.html (ist schon ein Jahr alt, aber bitte)

Warum nicht wie hier und hier mit einer Entlastung auf Einkommen auf Arbeit verknüpfen? Nichts anderes verlange ich. Aber nein, das geht nicht. Es muss mehr werden. Damit man noch mehr sinnlos -und natürlich nicht vermögenstechnisch umverteilungswirksam- aus dem Fenster werfen kann. Und noch dazu völlig egal, wie ineffizient unsere Verteilmaschinerie generell arbeitet...

Ok das klingt alles recht gut. Die Verknüpfung mit der Senkung von Steuern auf Arbeit ist sicher sinnvoll!


Hier noch der Link zum Wikipedia-Artikel: Ich bin schon ein großer Freund der Rousseuschen Demokratie-Verständnisses

http://de.wikipedia.org/wiki/Volont%C3%A...%C3%A9rale

Die Piratenbewegung wird die Welt besser machen - irgendwann einmal
faithless
Pirat
0
2

Beitrag #98329 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
2
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
betriebsdirektor schrieb:
Und was sagt der dann? Dass wir Kommunisten sind und den vermögenslosen Arbeiter und Bauernstaat anstreben?


das mit dem kommunismus ist offensichtlich eine echte phobie von dir!
hattest du ein diesbezügliches traumatisches erlebnis?

irgendwie ist alles, was nicht neoliberal ist bei dir schon kommunismus!
betriebsdirektor schrieb:
Das bedeutet für jemanden, der 60.000€ pro Jahr verdient, einen Steuersatz von knapp 50%. Mit 60.000€/Jahr hat man ein Nettogehalt von 2.500€/Monat.

jemand der 60.000,- btto/jährlich verdient, hat ein nettojahreseinkommen von 39.155,-
also schon ein bissl mehr als 2.500,- monat!

die von dir angeführten 50 % reduzieren sich also auf 33 % gesamtabgaben.

deine manipulation und dein erfindungsreichtum beim darstellen von verdienstzahlen sind erstaunlich!

wenn der gute mann alleinverdiener ist und 2 kinder hat, profitiert er zb in grossem ausmass vom sozialstaat über die mitversicherung seiner frau und seiner kinder.
aber das nur so am rande!

betriebsdirektor schrieb:
Niemand, ausser vielleicht ein mittelloser überzeugter Kommunist ohne Eltern, würde sowas gut finden. Wen bitte, möchtest du mit so einem Modell ansprechen? Wozu brauchen wir sowas? Was willst du damit erreichen? Die mittelfristig totale Vermögenslosigkeit der Bevölkerung?

da haben wir sie wieder – die mittellosen kommunisten die in waisenheimen aufgewachsen sind!

die mittelfristige totale vermögenslosigkeit der bevölkerung muss damit nicht erreicht werden.
die relative vermögenslosigkeit der mehrheit der bevölkerung ist bereits tatsache!
ein sehr geringer anteil der bevölkerung (5 %) besitzt nahezu die hälfte (45 %) des gesamtvermögens.
andererseits besitzen 50 % der bevölkerung gemeinsam grad einmal 4 % des vermögens!

http://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6g...6sterreich

betriebsdirektor schrieb:
Warum nicht wie hier und hier mit einer Entlastung auf Einkommen auf Arbeit verknüpfen? Nichts anderes verlange ich. Aber nein, das geht nicht. Es muss mehr werden. Damit man noch mehr sinnlos -und natürlich nicht vermögenstechnisch umverteilungswirksam- aus dem Fenster werfen kann. Und noch dazu völlig egal, wie ineffizient unsere Verteilmaschinerie generell arbeitet...

die verknüpfung und zweckbindung von steuern halte ich für unsinn.
(übrigens so wie deine bindung der lohnsteuersätze an den vpi)
geld hat kein mascherl!

und derartige massnahmen verhindern dass, was die politik eigentlich sollte!
ordentliche gerechte politik für alle in österreich lebenden menschen machen.

das problem ist nicht die systematik, sondern – wie man an unserer aktuellen bundesregierung sieht – dass die handelnden personen in diesem system schlechte arbeit leisten!

und um das ganze in ein populäres vergleichsmodell zu giessen:
innerhalb der regeln (des systems) eines fussballspieles können einzelne spieler oder mannschaften gut oder schlecht spielen!
das hat nichts mit den regeln zu tun!

Ain't looking for a fight
But you know I won't run away
Betriebsdirektor
deaktiviert
0
0

Beitrag #98337 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(20.12.2013 )faithless schrieb:  
betriebsdirektor schrieb:
Das bedeutet für jemanden, der 60.000€ pro Jahr verdient, einen Steuersatz von knapp 50%. Mit 60.000€/Jahr hat man ein Nettogehalt von 2.500€/Monat.

jemand der 60.000,- btto/jährlich verdient, hat ein nettojahreseinkommen von 39.155,-
also schon ein bissl mehr als 2.500,- monat!

Einfach selber nachschauen:

BMF Rechner: http://onlinerechner.haude.at/bmf/brutto...chner.html
Eingabe: Brutto, Jahr = 60.000€
Ergebnis: Netto, Monat = 2.504,03€

Das ist die Auskunft des Finanzamtes. So schaut das aus in diesem Land. Der Rest ist Schönfärberei.
faithless
Pirat
0
2

Beitrag #98340 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
2
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(20.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Einfach selber nachschauen:

BMF Rechner: http://onlinerechner.haude.at/bmf/brutto...chner.html
Eingabe: Brutto, Jahr = 60.000€
Ergebnis: Netto, Monat = 2.504,03€

Das ist die Auskunft des Finanzamtes. So schaut das aus in diesem Land. Der Rest ist Schönfärberei.

ich hab den gleichen rechner verwendet wie du!

es ist einfach nur unredlich den bruttojahresverdienst den nettomonatsverdienst gegenüberzustellen.

das nenn ich ungebührliche manipulation.

aber du weisst selber ohnehin ganz genau, dass du diese zahlen benutzt um dinge in deinem sinne darzustellen.

und zwar egal, ob da äpfel mit birnen oder bananen oder sonstwas verglichen werden.

Ain't looking for a fight
But you know I won't run away
Betriebsdirektor
deaktiviert
0
0

Beitrag #98341 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(20.12.2013 )faithless schrieb:  
die mittelfristige totale vermögenslosigkeit der bevölkerung muss damit nicht erreicht werden.
die relative vermögenslosigkeit der mehrheit der bevölkerung ist bereits tatsache!
ein sehr geringer anteil der bevölkerung (5 %) besitzt nahezu die hälfte (45 %) des gesamtvermögens.
andererseits besitzen 50 % der bevölkerung gemeinsam grad einmal 4 % des vermögens!

Jetzt sag mir doch, wie deine Vermögenssteuern, die du mit dem Progressionssatz ansetzt und auf Verkehrswert taxieren willst, für mehr Vermögen bei den Kleinen und damit einer Verbesserung der Vermögensverteilung sorgt? Wie rennt dieser wundersame Mechanismus? Das bitte im Hinblick darauf, dass die großen Vermögen in Stiftungen geparkt sind, wo nie Erbschaftssteuer fällig wird und auch im Hinblick darauf, dass Grundsteuern in die Mieten durchverrechnet werden.

Und ganz besonders im Hinblick darauf, dass der Staat Menschen, die nur 1000€ netto im Monat verdienen, bereits 35% des Gesamtlohnes abknöpft. Hier die Beispielrechnung dazu (BMF Rechner):

Einkommen, Netto, Monat: 1.000€
Einkommen, Netto, Jahr: 13.939€
Einkommen, Brutto, Jahr: 16.484€
DG Beitrag, Jahr: 5.141,06

Summe Brutto Einkommen + DG Beitrag: 21.625,05€ (100%)

Jemand, der 1.000€ netto pro Monat verdient, kostet dem Arbeitgeber im Jahr 21.625€. Davon kriegt er 13.939€ netto ausgezahlt (da ist alles dabei, auch Weihnachtsgeld). Das sind ca. 65%. 35% fließen in diverse staatliche Töpfe. Bei einem Einkommen von nur 1000€ netto!
faithless
Pirat
0
1

Beitrag #98349 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
1
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(20.12.2013 )Betriebsdirektor schrieb:  
Jetzt sag mir doch, wie deine Vermögenssteuern, die du mit dem Progressionssatz ansetzt und auf Verkehrswert taxieren willst, für mehr Vermögen bei den Kleinen und damit einer Verbesserung der Vermögensverteilung sorgt? Wie rennt dieser wundersame Mechanismus? Das bitte im Hinblick darauf, dass die großen Vermögen in Stiftungen geparkt sind, wo nie Erbschaftssteuer fällig wird und auch im Hinblick darauf, dass Grundsteuern in die Mieten durchverrechnet werden.

mach ich, wenn ich dazu zeit hab - wird ja ein bissl ausführlicher - wahrscheinlich morgen.

aber du könntest ja in der zwischenzeit meiner bitte um deine pro-argumente nachkommen!

oder bist jetzt trutzig und bist auf einmal gar nimmer für eine erbschaftssteuer?

Ain't looking for a fight
But you know I won't run away
faithless
Pirat
0
1

Beitrag #98428 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
1
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
betriebsdirektor schrieb:
Jetzt sag mir doch, wie deine Vermögenssteuern, die du mit dem Progressionssatz ansetzt und auf Verkehrswert taxieren willst, für mehr Vermögen bei den Kleinen und damit einer Verbesserung der Vermögensverteilung sorgt? Wie rennt dieser wundersame Mechanismus? Das bitte im Hinblick darauf, dass die großen Vermögen in Stiftungen geparkt sind, wo nie Erbschaftssteuer fällig wird und auch im Hinblick darauf, dass Grundsteuern in die Mieten durchverrechnet werden.

du hast von mir ganz sicher noch nie die forderung nach einer klassischen „vermögenssteuer“ (also eine steuer auf vermögenssubstanz) irgendwo gesehen!

wo steht in diesem antrag irgendetwas von einer progression?

was die frage der stiftungen betrifft, sollte das gesondert behandeln werden.
aber ich darf dich in dieser frage, als auch betreffend der durchrechnung der grundsteuer auf die mieten auf die studie des wifo verweisen.

Ain't looking for a fight
But you know I won't run away
faithless
Pirat
0
1

Beitrag #98442 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
1
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
betriebsdirektor schrieb:
Jetzt sag mir doch, wie deine Vermögenssteuern, die du mit dem Progressionssatz ansetzt und auf Verkehrswert taxieren willst, für mehr Vermögen bei den Kleinen und damit einer Verbesserung der Vermögensverteilung sorgt?

irgendwie hab ich den eindruck, du hast einen vermögensfetisch!

vermögen/besitz ist für dich offensichtlich gleichbedeutend mit wohlergehen.
auch wenn ich von verteilungsgerechtigkeit spreche, bedeutet das noch lange nicht, dass ich glaube, dass vermögen/besitz auf alle teile einer gesellschaft gleichmässig aufgeteilt sein müssen.

das wird sich wohl auch in einer idealen welt nie ausgehen!
muss es auch nicht, weil die bedürfnisse der menschen ausgesprochen individuell sind.

für dich ist besitz (vielleicht/offensichtlich) ein erstrebenswertes ziel.
andere menschen haben andere ziele.
das ist zweifellos zu akzeptieren und respektieren.

letztendlich geht es aber darum, allen in einer gemeinschaft lebenden menschen ein leben in würde zu ermöglichen.
ihnen die chance zu ermöglichen ihren bedürfnissen nachzugehen und existenziell abgesichert zu sein.

soweit meine idealvorstellung einer gesellschaft.

auch wenn ich hier ab und zu als sozialromantiker bezeichnet (von einigen in der absicht mich zu beschimpfen) bezeichnet werde, ist mir völlig bewusst, dass diese idealvorstellung, auch auf grund menschliger eigenschaften, nicht zu erreichen sein wird.

es wird immer gewinner und verlierer geben – oder zumindest welche, die sich innerhalb dieser gemeinschaft selbst so sehen oder von anderen so gesehen werden.

das soll so sein.
um innerhalb einer gesellschaft wie der unseren aber ein mindestmass an sozialem frieden aufrecht zu erhalten ist es notwendig durch einen ausgleich der interessen dafür zu sorgen, dass unterschiedliche interessensgruppen nicht auf kosten anderer übergrosse vorteile generieren.

dieser interessensausgleich ist letztendlich die aufgabe der politik.

und derzeit versagt die aktuelle politik massiv!
interessen einzelner gruppen (zb der banken bzw. deren shareholder, oder die gruppe der vermögenseigner) werden gegenüber den interessen anderer gruppen (zb arbeitssuchende oder epu) durch die aktuelle politik deutlich bevorzugt.

und mein ansatz politisch tätig zu sein, ist es diese ungleichmässigkeit beim interessensausgleich zu ändern.

so – das war jetzt vielleicht wieder sozialromantisch oder zu philosophisch oder was weiss ich, aber auch irgendwie notwendig um meine intention, die zu den von mir gestellten konkreten anträgen geführt haben, zu erklären.

Ain't looking for a fight
But you know I won't run away
Betriebsdirektor
deaktiviert
0
0

Beitrag #98668 | 21.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(20.12.2013 )faithless schrieb:  
irgendwie hab ich den eindruck, du hast einen vermögensfetisch!

Wenn du meinst dass jemand, der der Meinung ist dass privates Vermögen weit mehr Stabilität in eine Gesellschaft bringt als jede weitere Abhängigkeit von immer wieder neuen staatlichen Brotkrumen, die die Politik so gerne verteilt, dann ja, dann nenn das von mir aus "Vermögensfetisch". Ich bin jedenfalls gegen vermögenslose Bürger - die Politik ist natürlich dafür, weil Vermögenslosigkeit ein Garant für Abhängigkeit ist. Und das will man ja, als Politiker.


(20.12.2013 )faithless schrieb:  
vermögen/besitz ist für dich offensichtlich gleichbedeutend mit wohlergehen.

Vermögen in privater Hand ist für mich der Garant dafür, dass der Staat -und damit implizit die Politik- nicht Amok läuft. Dass Vermögen schlecht verteilt ist, ist auch ein Faktum. An dem Problem muss man arbeiten. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass die einzig richtige Antwort die ist, dass der Staat einfach eine Steuer einführt - ganz egal, was dann mit der Kohle passiert. Denn das führt ziemlich sicher nicht dazu, dass sich mehr Menschen Vermögen schaffen können.


(20.12.2013 )faithless schrieb:  
auch wenn ich von verteilungsgerechtigkeit spreche, bedeutet das noch lange nicht, dass ich glaube, dass vermögen/besitz auf alle teile einer gesellschaft gleichmässig aufgeteilt sein müssen.

Dein Antrag enthält exakt NULL Informationen darüber, wie es denn zu einer gerechteren Aufteilung kommen soll. Er sagt nur, dass die heutige Lage ungerecht ist und fordert eine Steuer. Aus. Fertig. Wie es zu einer besseren Verteilung kommen soll, lässt er komplett unbeantwortet. Für mich ist das aber die Schlüsselfrage. An der bemesse ich jede neue Steuer, nicht nur Vermögenssteuern. Genauso bemesse ich daran auch Steuern, die abgeschafft werden sollen. Das bedeutet: Ja, die Erbschaftssteuer kann man schon wieder einführen. Die Abschaffung war ein Fehler. Trotzdem frage ich nach der Mittelverwendung.


(20.12.2013 )faithless schrieb:  
das wird sich wohl auch in einer idealen welt nie ausgehen!
muss es auch nicht, weil die bedürfnisse der menschen ausgesprochen individuell sind.

Stimmt. Daher sollten auch die Menschen entscheiden, was sie mit ihrem Geld machen. Und nicht Bürokraten in einer Transferzuteilungsbürokratie.



(20.12.2013 )faithless schrieb:  
für dich ist besitz (vielleicht/offensichtlich) ein erstrebenswertes ziel.
andere menschen haben andere ziele.
das ist zweifellos zu akzeptieren und respektieren.

Weil du immer nur unvollständig liest, kommst du auch immer wieder zu den gleichen falschen Schlüssen. Nein, für mich persönlich ist die Schaffung von Vermögen kein erstrebenswertes Ziel. Für mich ist erstrebenswert, dass die Menschen selbst über ihr hart verdientes Geld entscheiden und nicht irgendwelche Bürokraten, die auch dem Kleinverdiener heute bereits mehr als 40% abknöpfen und herumverteilen.


(20.12.2013 )faithless schrieb:  
letztendlich geht es aber darum, allen in einer gemeinschaft lebenden menschen ein leben in würde zu ermöglichen.
ihnen die chance zu ermöglichen ihren bedürfnissen nachzugehen und existenziell abgesichert zu sein.

soweit meine idealvorstellung einer gesellschaft.

Dem stimme ich zu. Wir haben hier bloss unterschiedliche Sichtweisen. Meine beginnt bei denen, die in diesem Land die Leistung erbringen, die dann die Transferbürokratie intransparent und nach immer dubioseren Regelungen zurückverteilt. Ich stelle die Frage, wozu wir die Transferbürokratie brauchen? Leistet sie einen Mehrwert? Wie treffsicher ist sie wirklich?

Ich stelle die Leistungsfähigkeit und Treffischerheit der immens teuren Bürokratie in Frage. Das ist eine wichtige Frage, finde ich. Denn viel Geld herumverteilen bedeutet noch lange nicht, dass diejenigen davon was abbekommen, die es auch am dringendsten brauchen. Dass es also dort ankommt, wo wir es auch haben wollen. Mehr Geld in ein System schütten bringt nicht zwingend mehr wirksamen Output. Mehr Geld könnte auch zu mehr Ineffizienz führen. Das Geld könnte wirkungslos in irgendwelche Bereiche versickern, die es eigentlich gar nicht brauchen. Es aber nehmen, wenn es schon da ist. Das ist übrigens auch mein größter Kritikpunkt an der ÖVP. Hier verrät die ÖVP grundlegende Werte.


(20.12.2013 )faithless schrieb:  
auch wenn ich hier ab und zu als sozialromantiker bezeichnet (von einigen in der absicht mich zu beschimpfen) bezeichnet werde, ist mir völlig bewusst, dass diese idealvorstellung, auch auf grund menschliger eigenschaften, nicht zu erreichen sein wird.

Oh, ich glaube ich bin auch so ein Sozialromantiker. Ich glaube daran, dass die Leute, wenn sie mehr Geld in der Tasche haben, sinnvolles damit anstellen. Und ich glaube nicht, dass das bei Bürokraten auch der Fall ist.


(20.12.2013 )faithless schrieb:  
es wird immer gewinner und verlierer geben – oder zumindest welche, die sich innerhalb dieser gemeinschaft selbst so sehen oder von anderen so gesehen werden.

Sicher. Aber ich möchte trotzdem die Ineffizienzen einer Umverteilungsbürokratie so weitgehend wie möglich beseitigt sehen.


(20.12.2013 )faithless schrieb:  
das soll so sein.
um innerhalb einer gesellschaft wie der unseren aber ein mindestmass an sozialem frieden aufrecht zu erhalten ist es notwendig durch einen ausgleich der interessen dafür zu sorgen, dass unterschiedliche interessensgruppen nicht auf kosten anderer übergrosse vorteile generieren.

Da bin ich auch bei dir. Wir stimmen 100% überein. Aber wie siehst du das: Der Staat rettet Banken, braucht dazu einen Haufen Geld und führt deshalb Vermögenssteuern ein. Findest du das eine gute Idee? Welche Interessensgruppe profitiert nun von dieser Steuer?

Und jetzt erkläre mir: Wenn du nicht im Antrag dazuschreibst, wer zumindest geplantermaßen profitieren soll, wie kannst du dann erwarten, dass auch jemand profitiert, der es wirklich braucht?
faithless
Pirat
0
2

Beitrag #98690 | 21.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
2
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
betriebsdirektor schrieb:
etwas zur verteidigung von vermögen und stabilität der gesellschaft

was sagt uns dazu zb eine studie:

Gesellschaftliche Stabilität und privater Vermögensaufbau stehen in einem
ambivalenten Zusammenhang. Die historische Perspektive zeigt, dass
gesellschaftliche Stabilität und etablierte Institutionen eine zentrale Voraussetzung für den Aufbau von Vermögenswerten darstellen (Atkinson et al. 2011,
Borgherhoff/Mulder et al. 2009). Allerdings führt der Aufbau privater Vermögen zu
sich selbst verstärkenden Effekten: Jene, die bereits Vermögen besitzen, erhalten im
Schnitt auch (absolut wie relativ) größere Vermögenzuwächse. Dies führt zu einer
sukzessiv ansteigenden Vermögenskonzentration und dem Aufbau von Schulden, die den angehäuften Finanzvermögen gegenüberstehen.
Eine zunehmende Vermögenskonzentration kann also ihrerseits die gesellschaftliche
Stabilität aus sozialer wie ökonomischer Perspektive untergraben (Guttmann/Plihon
2010, Stiglitz 2012). In diesem Sinne ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung
mit privaten Vermögen und deren Konzentration von hoher gesellschaftlicher und
ökonomischer Bedeutung.
Den hier unterstellten Zusammenhang zwischen sozialem Zusammenhalt,
gesellschaftlicher Stabilität und ökonomischen Verteilungsergebnissen greifen auch
Wilkinson und Pickett (2007) auf. Ihre Studie, deren Ergebnisse unter anderem in
dem Buch „The Spirit Level“ (2009) publiziert wurden, zeigt, dass ein höheres Maß
an Gleichheit in einer Gesellschaft zahlreiche gesellschaftlich erwünschte Effekte mit
sich bringt. Diese werden ihrerseits als Indikatoren für die gesellschaftliche
Zufriedenheit interpretiert. Die StudienautorInnen zeigen empirisch, dass das Niveau
gesellschaftlicher Ungleichheit in einem direkten Zusammenhang mit
gesellschaftlichen Problemstellungen wie Fettleibigkeit, Teenager-
Schwangerschaften, Lebenserwartung, mentalen Krankheiten, Selbstmordraten,
Fremdenfeindlichkeit, Drogenkonsum, Bildungsperformance und Inhaftierungsraten
steht (vgl. Wilkinson/Pickett 2007).

du hast also damit recht, dass privater vermögensaufbau für die stabilität einer gesellschaft eine rolle spielt, aber gleichzeitig wird auf die gefahren von ungleichheit hingewiesen.

und wenn du dir die verteilung derzeit ansiehst, zeigt sich, dass – wie auch angeführt - jene, die vermögen besitzen im schnitt grössere vermögenszuwächse erzielen und die ungleichheit grösser wird.

und gerade die erbschaftssteuer erscheint sehr geeignet, grosse vermögen im sinne dieser stabilität wieder zu reduzieren.

betriebsdirektor schrieb:
Ja, die Erbschaftssteuer kann man schon wieder einführen. Die Abschaffung war ein Fehler. Trotzdem frage ich nach der Mittelverwendung.

dann stell diese frage bzw mach vorschläge.
aber bitte ohne gleich wieder in die nun übliche polemik zu verfallen.
gerade liquid bietet ja die möglichkeit anregungen zu geben und ich bin der letzte, der sich vernünftigen vorschlägen verschliesst.

betriebsdirektor schrieb:
Dem stimme ich zu. Wir haben hier bloss unterschiedliche Sichtweisen. Meine beginnt bei denen, die in diesem Land die Leistung erbringen, die dann die Transferbürokratie intransparent und nach immer dubioseren Regelungen zurückverteilt. Ich stelle die Frage, wozu wir die Transferbürokratie brauchen? Leistet sie einen Mehrwert? Wie treffsicher ist sie wirklich?
na immerhin stimmts du bei der vorstellung einer lebenswerten gesellschaft mit mir überein.

aber natürlich nicht, ohne gleich wieder alles in frage zu stellen.
wer bringt in diesem land eine leistung?
sind wir da jetzt beim berühmten satz: leistung muss sich wieder lohnen?

betriebsdirektor schrieb:
Ich stelle die Leistungsfähigkeit und Treffischerheit der immens teuren Bürokratie in Frage.

na da haben wir ja hinkommen müssen!
ja du hast recht, es ist erstrebenswert, das derzeitige system der transferleistungen von den auswüchsen der bürokratie zu befreien.

das ist einer der gründe, warum ich für die einführung des basic income bin.

betriebsdirektor schrieb:
Oh, ich glaube ich bin auch so ein Sozialromantiker. Ich glaube daran, dass die Leute, wenn sie mehr Geld in der Tasche haben, sinnvolles damit anstellen.

darf ich dich ab jetzt sozialromantiker nennen?
gfallt dir vielleicht besser als die punze des neoliberalen.

aber ja, auch ich glaube, dass die leute mit mehr geld in der tasche sinnvolles anstellen.
eine weitere auswirkung des basic income.
und auch ein argument für unsere drittelregelung.
diese müsste dir ja eigentlich ganz besonders gut gefallen, weil der auszahlungsbetrag (dzt wären das etwa 60.000,-) bei erreichung des volljährigkeit eine hervorragende basis für den aufbau von vermögen ist.

das würde mit einem schlag die vermögensverteilung ganz grundsätzlich ändern.
derzeit haben ca. 45 % der bevölkerung weniger als 50.000,- vermögen.
jedes jahr würde eine erhebliche bevölkerungsgruppe diese grössenordnung überspringen.

betriebsdirektor schrieb:
Da bin ich auch bei dir. Wir stimmen 100% überein. Aber wie siehst du das: Der Staat rettet Banken, braucht dazu einen Haufen Geld und führt deshalb Vermögenssteuern ein. Findest du das eine gute Idee? Welche Interessensgruppe profitiert nun von dieser Steuer?

Und jetzt erkläre mir: Wenn du nicht im Antrag dazuschreibst, wer zumindest geplantermaßen profitieren soll, wie kannst du dann erwarten, dass auch jemand profitiert, der es wirklich braucht?

fein, dass wir schon wieder eine übereinstimmung haben.
ich stimme ja auch mit dir überein, dass die ausgaben für die bankenrettung der totale wahnsinn sind.
irgendwie werden wir diese krot aber jetzt schon schlucken müssen.
es wird diesbezüglich darum gehen in zukunft derartige katastrophen zu vermeiden.

bis dahin könnte man ja mit einem teil der erhofften einnahmen aus dieser steuer die schuldenlast auf ein erträgliches und vernünftiges mass reduzieren.

mit einem anderen teil könnte man die universitäten ausstatten.
und mit wieder einem anderen teil den öffentlichen verkehr fördern.

und ich bin mir ganz sicher, dir fällt auch noch einiges ein, wie diese einnahmen sinnvoll verwendet werden könnten.

Ain't looking for a fight
But you know I won't run away
Betriebsdirektor
deaktiviert
0
0

Beitrag #98693 | 21.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(21.12.2013 )faithless schrieb:  
du hast also damit recht, dass privater vermögensaufbau für die stabilität einer gesellschaft eine rolle spielt, aber gleichzeitig wird auf die gefahren von ungleichheit hingewiesen.

Ich habe oben explizit geschrieben, dass ich die wachsende Ungleichverteilung als Problem ansehe. Aber dazu wurden bereits Werkzeuge geschaffen. Vermögenszuwächse unterliegen mittlerweile einer Ertragssteuer und man kann darüber diskutieren, ob man das an die Progression der Eigentümer hängt und/oder ob man da auch SV Beiträge dranhängt.


(21.12.2013 )faithless schrieb:  
und wenn du dir die verteilung derzeit ansiehst, zeigt sich, dass – wie auch angeführt - jene, die vermögen besitzen im schnitt grössere vermögenszuwächse erzielen und die ungleichheit grösser wird.

Wenn die Vermögenszuwächse steuerlich erfasst werden, dann halte ich das für ein untergeordnetes Problem. Da kann man dann über Steuersätze sprechen. Ich habe kein Problem mit Steuern auf Kapitaleinkommen. Einkommen ist Einkommen. Wurst woher. Ich will hier lediglich Gleichbehandlung. Entweder alle flat tax oder alle progressiv.


(21.12.2013 )faithless schrieb:  
und gerade die erbschaftssteuer erscheint sehr geeignet, grosse vermögen im sinne dieser stabilität wieder zu reduzieren.

Das ist ja auch ok und dem stimme ich auch zu. Aber zu einer substanziellen Veränderung der Vermögensverteilung wird es sicherlich nicht kommen, wenn man diese Steuern für neue Sinnlosigkeiten aus dem Fenster schmeißt, während die Steuern und Abgaben auf Arbeit die höchsten der Welt sind.

Denn das vergisst du immer in deinen Vergleichen mit den USA: Dass die zwar eine hohe Vermögenssteuer haben, aber halt entsprechend niedrigere Steuern -und vor allem Abgaben- auf Einkommen aus Arbeit. Jedenfalls liegen bei denen die Progressionsstufen doch substanziell anders.


(21.12.2013 )faithless schrieb:  
betriebsdirektor schrieb:
Ja, die Erbschaftssteuer kann man schon wieder einführen. Die Abschaffung war ein Fehler. Trotzdem frage ich nach der Mittelverwendung.

dann stell diese frage bzw mach vorschläge.
aber bitte ohne gleich wieder in die nun übliche polemik zu verfallen.
gerade liquid bietet ja die möglichkeit anregungen zu geben und ich bin der letzte, der sich vernünftigen vorschlägen verschliesst.

Ich bringe sie immer und immer wieder: Entlastung der Einkommen auf Arbeit. Auf keinen Fall eine neue Steuer einführen und die Einkommen auf Arbeit nicht entlasten. Es kamen in den letzten Jahren doch ein paar Steuern dazu, hier sei auf die Bankenabgabe und die Spekulationssteuer hingewiesen, aber irgendwie gingen auch die Abgaben auf Arbeit in die Höhe. Komisch, nicht? Sowas gefällt mir einfach nicht.

Wenn hier die Leute herumlamentieren, dass uns die Arbeit ausginge dann steckt dahinter, dass sie uns eigentlich nicht ausgeht. Wir können sie uns nur nicht mehr leisten.


(21.12.2013 )faithless schrieb:  
aber natürlich nicht, ohne gleich wieder alles in frage zu stellen.
wer bringt in diesem land eine leistung?
sind wir da jetzt beim berühmten satz: leistung muss sich wieder lohnen?

Jeder, dessen Tätigkeit wohlfahrtssteigernd wirkt. Ich bezweifle massivst, dass dreifache Schulverwaltungen, 9fache Landesverwaltungen und diverse andere Doppelverwaltungen wohlfahrtssteigern wirken. Im Gegenteil. Sie fressen die Erträge der anderen einfach auf.


(21.12.2013 )faithless schrieb:  
betriebsdirektor schrieb:
Ich stelle die Leistungsfähigkeit und Treffischerheit der immens teuren Bürokratie in Frage.

na da haben wir ja hinkommen müssen!
ja du hast recht, es ist erstrebenswert, das derzeitige system der transferleistungen von den auswüchsen der bürokratie zu befreien.

das ist einer der gründe, warum ich für die einführung des basic income bin.

Tja, und das ist auch der einzige Grund, weshalb ich nicht dagegen bin.
faithless
Pirat
0
1

Beitrag #98718 | 22.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
1
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
betriebsdirektor schrieb:
Ich habe oben explizit geschrieben, dass ich die wachsende Ungleichverteilung als Problem ansehe. Aber dazu wurden bereits Werkzeuge geschaffen. Vermögenszuwächse unterliegen mittlerweile einer Ertragssteuer und man kann darüber diskutieren, ob man das an die Progression der Eigentümer hängt und/oder ob man da auch SV Beiträge dranhängt.

Wenn die Vermögenszuwächse steuerlich erfasst werden, dann halte ich das für ein untergeordnetes Problem. Da kann man dann über Steuersätze sprechen. Ich habe kein Problem mit Steuern auf Kapitaleinkommen. Einkommen ist Einkommen. Wurst woher. Ich will hier lediglich Gleichbehandlung. Entweder alle flat tax oder alle progressiv.

schön langsam nähern wir uns an.
du erkennst also, dass es eine ungleichverteilung gibt und dass diese zunimmt.
und du siehst das ebenfalls als problem.
und du hast ja auch bereits eine einführung von erbschafts- und schenkungssteuer befürwortet.

die besteuerung der vermögenszuwächse ist ein eigenes thema, dass ich demnächst ebenfalls mit einem liquid-antrag bearbeiten werde.

betriebsdirektor schrieb:
Das ist ja auch ok und dem stimme ich auch zu. Aber zu einer substanziellen Veränderung der Vermögensverteilung wird es sicherlich nicht kommen, wenn man diese Steuern für neue Sinnlosigkeiten aus dem Fenster schmeißt, während die Steuern und Abgaben auf Arbeit die höchsten der Welt sind.

da stimme ich jetzt dir zu – und ich bin wie du und eh fast alle der meinung, dass die belastungen der arbeitseinkommen (vor allem der niedrigen) geringer werden muss.

auch diesbezüglich arbeite ich bereits an einem liquid-antrag (oder 2).
leider sind entsprechende zahlen schwer zu bekommen und das dauert noch ein bissl.

betriebsdirektor schrieb:
Wenn hier die Leute herumlamentieren, dass uns die Arbeit ausginge dann steckt dahinter, dass sie uns eigentlich nicht ausgeht. Wir können sie uns nur nicht mehr leisten.

naja – so einfach ist das wieder auch nicht.
die arbeit in industrie und produktion wird mit weiterem technischen fortschritt sicher weniger dafür höherqualifizierter.
da geht uns also die arbeit sehr wohl aus.
auch im handel kommt es laufend zu veränderungen des arbeitsmarktes und amazon & co werden auch auf diesem sektor für zusätzlichen arbeitsplatzrückgang sorgen.

wo zusätzlich arbeitsplätze kommen werden, ist der dienstleistungs- und vor allem der gesundheits- und pflegesektor.

arbeitsplätze mit traditionell niedrigerem gehaltsniveau.
und wenn diese arbeitsplätze besser bezahlt werden und somit teurer werden, können wir uns das wahrscheinlich nicht leisten.

aber eigentlich ist diese diskussion ja eher eine meta-ebene und etwas off-topic.

betriebsdirektor schrieb:
Jeder, dessen Tätigkeit wohlfahrtssteigernd wirkt.

wenn wir uns auf wohlfahrts- und wohlbefindenssteigernd einigen, bin ich einverstanden.
weil dann ist auch die leistung eines strassenmusikanten, der für einige minuten ein lächeln ins gesicht von passanten zaubert, eine gesellschaftlich relevante leistung.

aber das ist natürlich sehr subjektiv und eine bewertung von gesellschaftlich relevanten leistungen wiederum eine völlig andere diskussion.

betriebsdirektor schrieb:
zum basic income: Tja, und das ist auch der einzige Grund, weshalb ich nicht dagegen bin.

na es gäbe da zb auch das thema datensparsamkeit das gerade dich zum befürworter machen sollte

Ain't looking for a fight
But you know I won't run away
faithless
Pirat
0
2

Beitrag #98651 | 21.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
2
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
und weil das grad dazu passt:

http://www.sueddeutsche.de/geld/vermoege...-1.1849026

Ain't looking for a fight
But you know I won't run away
p1p

0
1

Beitrag #98309 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
1
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(19.12.2013 )Danton schrieb:  
Tja und 50% meines Einkommens gehen an den Staat. Ist so und regt mich auch nur bedingt auf!

Ich finde es schade, dass die Piratenpartei es zunehmend schafft sich am äußersten linken Rand zu positionieren. Es scheint hier offenbar nur sehr wenige zu geben, die ein wenig politisches Verständnis dafür aufbringen, wie man Mehrheiten für politische Anliegen zustandebringen kann. (nicht innerhalb der 30 Piraten, sondern innerhalb der 8 Millionen Österreicher, denn das ist die relevante Größe)

Schade faithless, dass Du hier unabgestimmt Anträge einstellst, die reichlich unausgegoren und undiskutiert sind und die selbst aus einer Radikalposition heraus nicht zielführend sind.

Denn wenn Du einfach nur Erbschaftssteuer in die Welt posaunst, dann denkt jeder an das Sparbuch von der Oma auf dem 2.000 Euro liegen. Damit ist Dir der Widerstand der breiten Bevölkerung sicher. Die Piraten und ihre berechtigten Anliegen in anderen Bereichen marginalisierst Du.

Ich hoffe Du Deinen Spass dabei. Das wird das einzige sein, dass Dir davon bleibt. Politisch ist es Selbstmord.

requiesce in pace
faithless
Pirat
0
2

Beitrag #98316 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
2
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
p1p schrieb:
Ich finde es schade, dass die Piratenpartei es zunehmend schafft sich am äußersten linken Rand zu positionieren

die vereinigten staaten – lauter linke
angela merkel – eine linke (naja linker als die spd)
david cameron – ein ultralinker

dort überall gibt es eine erbschaftssteuer!

das wifo – ebenfalls linksblinker

in fast jeder studie die sich mit steuern beschäftigt, wird die einführung von vermögensbezogenen steuern – und auch konkret einer erbschaftssteuer – befürwortet und empfohlen.

p1p schrieb:
Es scheint hier offenbar nur sehr wenige zu geben, die ein wenig politisches Verständnis dafür aufbringen, wie man Mehrheiten für politische Anliegen zustandebringen kann. (nicht innerhalb der 30 Piraten, sondern innerhalb der 8 Millionen Österreicher, denn das ist die relevante Größe)

politisches verständnis für wen?
sollten wir piraten uns zu den neos gesellen und ebenfalls neoliberale positionen vertreten?
sollen wir für die private vorsorge bei den pensionen eintreten, oder für die „zweiklassenmedizin“?
beides positionen, die sich im parteiprogramm der neos finden.
aber nichts über vermögensbezogene steuern!

und – sorry – ich bin nicht der meinung, dass wir uns auf populistische forderunen beschränken sollen, damit auch all die krone- und heute-leser zur meinung gelangen die piraten sind „eh nett“!

p1p schrieb:
Schade faithless, dass Du hier unabgestimmt Anträge einstellst, die reichlich unausgegoren und undiskutiert sind und die selbst aus einer Radikalposition heraus nicht zielführend sind.


unabgestimmt?
also erstens ist dies eine abstimmung, die die position der piraten zu vermögensbezogenen steuern festlegen soll.

und zweitens hat es in den standpunkten, die die tf-wirtschaft gemeinsam erarbeitet hat – nachzulesen im wr. forum so das wieder läuft. wenn nicht, gibt’s bei mir eine kopie der protokolle – eindeutig das bestreben gegeben über dinge wie die grund- oder erbschaftssteuer anträge auszuarbeiten und abstimmen zu lassen.

noch im herbst habe ich ganz konkret einen termin angesetzt, um gemeinsam einen liquid-antrag betreffend grund- und erbschaftssteuer zu erarbeiten.
das interesse war endend wollend.

p1p schrieb:
Denn wenn Du einfach nur Erbschaftssteuer in die Welt posaunst, dann denkt jeder an das Sparbuch von der Oma auf dem 2.000 Euro liegen. Damit ist Dir der Widerstand der breiten Bevölkerung sicher. Die Piraten und ihre berechtigten Anliegen in anderen Bereichen marginalisierst Du.

ich allein kann gar nix in die welt posaunen!
was ich kann – und mit dem antrag getan habe – ist eine abstimmung über wesentliche fragen der gerechtigkeit in unserer gesellschaft anzustossen.

und nocheinmal ganz generell (wobei ich das auch im liquid-antrag angeführt habe).
ich hab ganz absichtlich KEIN konkretes modell einer besteuerung zur abstimmung gebracht.
modelle gäb es deren viele
das deutsche, das englische, das amerikanische, ein völlig neues, dass nur die geldwerte besteuert, oder das von danton in diesem thread angesprochene.

absichtlich deshalb, weil es beim bge heftige kritik an einem konkreten modell gegeben hat – und das, obwohl wir nie ein konkretes modell im programm hatten.


p1p schrieb:
Ich hoffe Du Deinen Spass dabei. Das wird das einzige sein, dass Dir davon bleibt. Politisch ist es Selbstmord.

also wenn ich spass haben will, fallen mir schon ein paar sachen ein, die mir diesen verschaffen!

und der politische selbstmord den du da ansprichst passiert viel eher mit den vielen strukturdebatten die nie enden wollen.

Ain't looking for a fight
But you know I won't run away
Rousseau

1
0

Beitrag #98280 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
1
0
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(19.12.2013 )Danton schrieb:  
Ist die Wohnung also 600.000 Euro wert sind das 200.000 Euro für jeden der Erben (Ehefrau und 2 Kinder)
.

nicht erst in diesem Jahrhundert leben Eheleute in einer Wohnung, die beiden gehört!!

ich bin nur sehr sporadisch in diesem Forum.
wer mir was mitteilen will schicke mir bitte eine Email und keine PN
faithless
Pirat
0
2

Beitrag #98320 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
2
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(19.12.2013 )Danton schrieb:  
viel richtiges

ich bin ganz deiner meinung

Ain't looking for a fight
But you know I won't run away
faithless
Pirat
0
2

Beitrag #98323 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
2
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
betriebsdirektor schrieb:
Nicht dass ich eine Erbschaftssteuer schlecht finden würde. Im Gegenteil.

na immerhin!
aber warum vertrittst du dann ausschliesslich positionen, die den eindruck erwecken, du bist ein vehementer gegner der erbschaftssteuer?

vielleicht könntest du ja so nett sein und auch einmal deine argumente pro erbschaftssteuer kund tun.

bitte – danke!

betriebsdirektor schrieb:
was denn eine Wohnung oder ein Haus nun tatsächlich wert ist, wenn eine Familie darin wohnt, wo der Mann gestorben ist und Frau und Kinder erben. Wenn die in der falschen Gegend wohnen, dann kann sie ausziehen, weil sie sich den Erbteil schlicht nicht leisten kann. Solche Situationen führen schnell dazu, dass es zu verstärkter Seggregation im Wohnsektor kommt. Das konterkariert die allgemeinen Bemühungen, keine Ghettos (egal ob arm oder reich) entstehen zu lassen.

die wohnung oder das haus ist gleich viel wert – ob nun der mann (oder die frau) gestorben ist oder nicht!

aber wenn du ansprichst, dass sich die hinterbliebenen dann eine eventuelle steuer nicht leisten können, muss ich dir schon sagen, dass ein verantwortungsvoller familienvater (und um den handelt es sich wohl in deinem beispiel) für den fall seines ablebens und den daraus entstehenden wirtschaftlichen unbillen vorsorge getroffen hat. zb in form einer reinen ablebensversicherung – versicherungssumme 250.000,-/jährliche prämie 250,- bis 400,-
https://durchblicker.at/lebensversicheru...42756e76a0
kostet also nicht wirklich ein vermögen.

die seggregation im wohnsektor passiert auch jetzt, ohne steuerbeeinflussung.
dafür sind wohl völlig andere gründe massgeblich.
brauchst dir nur einmal die entwicklung zb rund um den brunnenmarkt ansehen.

eventuell dagegen zu ergreifende massnahmen sind über steuern kaum wirksam.
aber dass können wir gern im grundsteuerthread diskutieren.

Ain't looking for a fight
But you know I won't run away
Betriebsdirektor
deaktiviert
0
0

Beitrag #98326 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(20.12.2013 )faithless schrieb:  
die wohnung oder das haus ist gleich viel wert – ob nun der mann (oder die frau) gestorben ist oder nicht!

Im Verkehrswert macht es einen sehr großen Unterschied, ob ein Objekt bewohnt ist oder nicht. Das magst du jetzt zur Kenntnis nehmen oder auch nicht. Einfach mal die Verkaufsangebote zu Immobilien durchlesen. Wenn der Preis für eine Immobilie niedrig ist, dann wohnt garantiert jemand drinnen, den du nicht einfach rauskriegst. Soviel zum Thema "Verkehrswert".

(20.12.2013 )faithless schrieb:  
aber wenn du ansprichst, dass sich die hinterbliebenen dann eine eventuelle steuer nicht leisten können, muss ich dir schon sagen, dass ein verantwortungsvoller familienvater (und um den handelt es sich wohl in deinem beispiel) für den fall seines ablebens und den daraus entstehenden wirtschaftlichen unbillen vorsorge getroffen hat. zb in form einer reinen ablebensversicherung – versicherungssumme 250.000,-/jährliche prämie 250,- bis 400,-
https://durchblicker.at/lebensversicheru...42756e76a0
kostet also nicht wirklich ein vermögen.

Damit ich das richtig verstehe: Die Leute sollen sich gegen die hohe Erbschaftssteuer versichern? Das ist dein Ansatz, ja? Interessant. Da hast du schnell neue Freunde in der Versicherungswirtschaft.


(20.12.2013 )faithless schrieb:  
die seggregation im wohnsektor passiert auch jetzt, ohne steuerbeeinflussung.
dafür sind wohl völlig andere gründe massgeblich.
brauchst dir nur einmal die entwicklung zb rund um den brunnenmarkt ansehen.

eventuell dagegen zu ergreifende massnahmen sind über steuern kaum wirksam.
aber dass können wir gern im grundsteuerthread diskutieren.

Die Stadt tut alles mögliche, um der Segregation entgegenzuwirken. Was für einen Sinn macht es dann, das mit einer schlecht durchdachten Steuer zu konterkarieren?
faithless
Pirat
0
2

Beitrag #98334 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
2
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
betriebsdirektor schrieb:
Im Verkehrswert macht es einen sehr großen Unterschied, ob ein Objekt bewohnt ist oder nicht. Das magst du jetzt zur Kenntnis nehmen oder auch nicht. Einfach mal die Verkaufsangebote zu Immobilien durchlesen. Wenn der Preis für eine Immobilie niedrig ist, dann wohnt garantiert jemand drinnen, den du nicht einfach rauskriegst. Soviel zum Thema "Verkehrswert".

es steht nicht zur diskussion, ob das haus bewohnt ist oder nicht.
es stand zur diskussion ob jemand gestorben ist oder nicht.
und da ist es unerheblich ob das mann oder frau ist.

betriebsdirektor schrieb:
Damit ich das richtig verstehe: Die Leute sollen sich gegen die hohe Erbschaftssteuer versichern? Das ist dein Ansatz, ja? Interessant. Da hast du schnell neue Freunde in der Versicherungswirtschaft.

ich hab nicht geschrieben, dass sie sich konkret gegen eine erbschaftssteuer versichern sollen, sondern, dass im fall des ablebens des familienernährers in den meisten fällen wirtschaftliche probleme auf die restfamilie zukommen.

und der, den du da immer anführst, ist ja ein treusorgender, fürsorglicher, vorausschauender mensch und ist sicher in der lage sämtliche risken zu bedenken und vorzusorgen.

und eine jahresprämie von 250,- sind grad einmal 5 stangen zigaretten.
aber die wird dein beispiel ohnehin nicht konsumieren, da dies ja ein laster ist und er ein derartiges risiko im sinne der vorsorge für seine familie nicht eingehen wird.

betriebsdirektor schrieb:
Die Stadt tut alles mögliche, um der Segregation entgegenzuwirken. Was für einen Sinn macht es dann, das mit einer schlecht durchdachten Steuer zu konterkarieren?

ok – dann gib uns doch bitte ein beispiel, für eine gut durchdachte steuer.

es wär ja ohnehin ausgesprochen nett von dir, wenn du meiner bitte um die pro-argumente betreffend erbschaftssteuer nachkommen würdest.

Ain't looking for a fight
But you know I won't run away
Betriebsdirektor
deaktiviert
0
0

Beitrag #98333 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
0
0
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
(20.12.2013 )faithless schrieb:  
betriebsdirektor schrieb:
Nicht dass ich eine Erbschaftssteuer schlecht finden würde. Im Gegenteil.

na immerhin!
aber warum vertrittst du dann ausschliesslich positionen, die den eindruck erwecken, du bist ein vehementer gegner der erbschaftssteuer?

Warum vertrittst du ausschließlich Positionen, die den Eindruck erwecken, dass es dir nur um Geldbeschaffung für das BGE geht?

Ich möchte nochmal auf folgendes hinweisen: Alle WIFO Ansagen zu vermögensbezogenen Steuern schreiben immer auch davon, dass damit die Steuern und Abgaben auf Arbeit reduziert werden sollen. Dass das also aufkommensneutral zu passieren hat. Das ist der Teil der Studien, den du immer auslässt.

Ein unterstützenswerter Antrag könnte beispielsweise so aussehen:

Zitat:
=Text=

==Wirtschaft und Finanzen==

===Steuern===

====Vermögensbesteuerung====

Die Piratenpartei Österreichs tritt für eine steuerliche Entlastung der Einkommen aus Arbeit ein. Zur Erhöhung der Nettoeinkommen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und der daraus resultierenden Stärkung des Binnenkonsums fordern wir die Einführung einer angemessenen Besteuerung von Vermögen. Die Erlöse aus dieser Steuer werden zweckgebunden im vollen Umfang zur Senkung der Steuern auf Einkommen aus Arbeit verwendet. Freibeträge für kleine Vermögen sollen den Vermögensaufbau der Bürgerinnen und Bürger unterstützen.


=Begründung=

Um die Einkommen aus Arbeit nachhaltig zu entlasten und die Möglichkeit der privaten Vermögensbildung wieder zu verbessern, wird diese neue Steuer zweckgewidmet und zur Reduktion der Einkommenssteuer verwendet. Ziel ist es, die überschaubare Finanzierbarkeit von Krediten für einfache Bürgerinnen und Bürger wieder herzustellen und damit zur Vermögensbildung breiter Bevölkerungsschichten beizutragen.

Die Vermögensbesteuerung soll mit Freibeträgen ausgestaltet werden, damit insbesondere niedrige Vermögen aus der Steuerpflicht fallen und so eine gute Basis zum Vermögensaufbau geschaffen werden kann.


In deinen Anträgen fehlt immer das Ziel. Was willst du mit der Steuer erreichen? Wofür eine neue Steuer? Das ist das grundsätzliche Problem in deinen Anträgen. Deswegen reagiere ich da so allergisch darauf. Insbesondere auch deshalb, weil wir schon oft darüber gesprochen haben. Damit stehst du nicht alleine hier. Das ist in anderen Anträge genauso.
faithless
Pirat
1
0

Beitrag #98425 | 20.12.2013 | Diese Nachricht in einer Antwort zitieren | Diesen Beitrag einem Moderator melden |
1
0
Re: Erbschafts- und Schenkungssteuer
betriebsdirektor schrieb:
Warum vertrittst du ausschließlich Positionen, die den Eindruck erwecken, dass es dir nur um Geldbeschaffung für das BGE geht?

wo kommt in den anträgen das bge auch nur irgendwie vor?

betriebsdirektor schrieb:
Ich möchte nochmal auf folgendes hinweisen: Alle WIFO Ansagen zu vermögensbezogenen Steuern schreiben immer auch davon, dass damit die Steuern und Abgaben auf Arbeit reduziert werden sollen. Dass das alsoaufkommensneutral zu passieren hat. Das ist der Teil der Studien, den du immer auslässt.

ich lass gar nix aus – ich weise extra immer auf die studien hin.
aber du erwartest doch wohl nicht, dass ich die komplette studie in den antrag schreib.

betriebsdirektor schrieb:
Ein unterstützenswerter Antrag könnte beispielsweise so aussehen:

wer oder was hält dich auf, einen derartige ini zu schreiben?

betriebsdirektor schrieb:
In deinen Anträgen fehlt immer das Ziel. Was willst du mit der Steuer erreichen? Wofür eine neue Steuer? Das ist das grundsätzliche Problem in deinen Anträgen. Deswegen reagiere ich da so allergisch darauf. Insbesondere auch deshalb, weil wir schon oft darüber gesprochen haben. Damit stehst du nicht alleine hier. Das ist in anderen Anträge genauso.

ich denke, dass in meinen anträgen klar ersichtlich ist, dass es mir um mehr verteilungsgerechtigkeit geht.

unabhängig davon geht es auch darum, andere aufgaben des staates zu finanzieren.
es geht nicht ausschliesslich (aber doch auch) um die entlastung der arbeitseinkommen.
es werden zusätzliche mittel zur finanzierung der bildung benötigt.
es werden mit ziemlicher sicherheit zusätzliche mittel zur finanzierung der pflege benötigt.
es werden mit ziemlicher sicherheit zusätzliche mittel für den schuldendienst bzw. zum schuldenabbau benötigt.

soll in jedem antrag jetzt drinstehen:
10 % der mehreinahmen müssen für zusätzliche kindergartenplätze verwendet werden.
30 % für zusätzliche massnahmen zur einführung der gesamtschule
35 % für die unis
und der rest für den schuldenabbau?

aber keine sorge – ich werd auch noch anträge mit forderungen im o.a. sinne machen.
zb die verringerung des eingangssteuersatzes.

alles auf einmal geht halt leider nicht.

Ain't looking for a fight
But you know I won't run away




Kontakt | Piratenpartei Österreichs | Nach oben | Zum Inhalt | Mobile Version | RSS-Synchronisation