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Neuordnung der Medienförderung - Druckversion

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Neuordnung der Medienförderung - Liquid - 16.12.2012 19:06

Bundesweite Themen: Digitales, Urheber-/Patentrecht, Datenschutz
Programmantrag direkt: Thema 832
Ereignis: Neues Thema
Phase: Neu (noch 14 Tage 23:58:39)
i1686: Neuordnung der Medienförderung
Zitat:Der folgende Text möge an geeigneter Stelle (Überschrift, Sub-Überschrift) ins Programm aufgenommen werden:
Text
Rundfunk und Medien
Neuordnung der Medienförderung*
Die Presseförderung soll zu einer Förderung umgewandelt werden, die nicht Quantität fördert, sondern die Qualität zur Basis der Förderungszuteilung macht. Dabei sollen nicht Medien als Gesamtes gefördert werden, sondern einzelne qualitativ hochwertige Elemente in den Medien. Es können und sollen hierfür allgemeine Kriterien für Medienqualität aufgestellt werden; wichtig ist jedoch, dass Entscheidungen über medienpolitische Förderungen der entsprechenden Elemente transparent und öffentlich nachvollziehbar sind. Die Entscheidungen über die Förderwürdigkeit trifft ein Gremium, dass sich in der Mehrheit aus ausländischen Fachleuten zusammensetzt. Darüber hinaus dürfen Tageszeitungen gegenüber Wochen- und Monatszeitungen sowie Onlinemedien nicht unproportional bevorzugt werden. 
Begründung
Medienvielfalt hat keinen Wert, wenn viele neue Medien entstehen, während sich die dahinterstehenden Eigentümerstrukturen immer mehr konsolidieren und das Angebot dennoch einheitlicher wird. Trotz mehr Titel. Ein stures hinstarren auf die Menge an verfügbarer Titel vernebelt den Blick auf die dahinterliegenden Strukturen. Weit wichtiger als Titelvielfalt ist die Qualität der Beiträge und Elemente, die in Medien enthalten sind. Dabei reicht die Behauptung alleine, dass ein Medium ein "Qualitätsmedium" sei, nicht aus (Frau Dichand behauptet z.B., dass Heute ein Qualitätsmedium sei, Herr Fellner behauptet selbiges über Österreich).
Medienqualität ist deshalb wichtig, weil nur gut recherchierte und hochwertige Artikel die Wissensbasis der Leserinnen und Leser verbessert, die damit besser in der Lage sind, Handlungen und Entscheidungen von Politikern zu beurteilen. Diese Form von Presseförderung wird das "schönschreiben" von Politikern, die kräftig Inserate gezahlt haben, nicht verhindern. Aber der Diskurs darüber kann anders geführt werden, wenn die reichweitenstärksten Medien nicht mehr die am stärksten geförderten sind. Das Fördergeld kann so im idealen Fall dazu führen, dass Medien anderen Medien diesbezüglich stärker auf die Finger schauen, anstatt um die restlichen Inseratebudgets zu streiten.
Die Prämisse in der Verteilung der Medienförderung muss sein, die wechselseitige Machterhaltung zwischen Medien und Politik abzulösen und durch die Idee der Demokratieförderung und Marktkorrektur zu ersetzen. 
*) Siehe: Falter 40/12, Seite 5; Leitartikel A. Thurnher 
Historie
Der Antrag ist inhaltsgleich mit i1041: Neuordnung der Medienförderung - da dieser Antrag fälschlicherweise als "Programmantrag zur Mitgliederversammlung" eingebracht wurde, habe ich den hier nochmal eingebracht. Sorry for the inconvenience.



Re: Programmantrag direkt - Liquid - 16.12.2012 21:49

Bundesweite Themen: Digitales, Urheber-/Patentrecht, Datenschutz
Programmantrag direkt: Thema 832
Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht
Phase: Diskussion (noch 29 Tage 23:59:11)


Re: Programmantrag direkt - Liquid - 15.01.2013 21:55

Bundesweite Themen: Digitales, Urheber-/Patentrecht, Datenschutz
Programmantrag direkt: Thema 832
Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht
Phase: Eingefroren (14 days 23:59:05 left)


Re: Programmantrag direkt - Liquid - 30.01.2013 21:56

Bundesweite Themen: Digitales, Urheber-/Patentrecht, Datenschutz
Programmantrag direkt: Thema 832
Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht
Phase: Abstimmung (14 days 23:59:19 left)


Zuerst einmal Neuverteilung, später vielleicht Aufstockung - medienpirat - 31.01.2013 00:52

Leider kann ich dem Antrag so nicht zustimmen ;-)


Meine Idee wäre, zuerst einmal Neuverteilung, später vielleicht Aufstockung.


Für mich sind da sehr viele Fragen offen


Publizistikförderung gehört da ja auch besprochen.


Nur mal ein paar Infos die man auf die schnelle findet:


Presseförderung 2012 aufgrund von Kürzungen 10,79 Mio Euro
Besondere Förderung zur Erhaltung der regionalen Vielfalt:

941.000 Die Presse
877.000 Der Standard
796.000 Kärtner Tageszeitung
727.000 Salzburger Volkszeitung
696.000 Neue Volksblatt
676.000 Neue Vorarlberger Tageszeitung
574.000 WirtschaftsBlatt

Im Rahmen der Vertriebsförderung werden 14 Tageszeitungen unterstützt. "Kronen Zeitung", "Kleine Zeitung", "Kurier" und die meisten andern Kaufzeitungen bis hin zum "WirtschaftsBlatt" erhalten aus diesem Titel Beträge zwischen 163.000 und 98.000 Euro

(Quelle: http://derstandard.at/1343744492388/Medienbehoerde-hat-Grossteil-der-Pressefoerderung-2012-vergeben)

Publizistikförderung nur ca. 370.000 Euro (auf ca. 90 Medien)

= für periodische Druckschriften gefördert, die mindestens viermal und höchstens vierzigmal pro Jahr erscheinen und sich überwiegend mit politischen, kulturellen oder weltanschaulichen Themen befassen. Gesetzliche Grundlage ist der Abschnitt II des Bundesgesetzes über die Förderung politischer Bildungsarbeit und Publizistik 1984.

P.S.: Vielleicht ein super Thema für einen Themenabend.


Re: Zuerst einmal Neuverteilung, später vielleicht Aufstockung - mî†õm² - 31.01.2013 03:01

ui, das is schonwieder in abstimmung. kinder, wie die zeit vergeht.

derzeit is zu viel werbung in den zeitungen, um dem zustimmen zu können. wenn man sich das gesamtkonstukt anschaut, wie die presseförderung derzeit aufgebaut is, dann erkennt man, dass hier zuerst der werbeanteil der blätter reduziert werden muss. weiters sind die inserate der regierung aus allen blättern rauszuhalten, die presseförderung bekommen sollen.

der presserat nützt auch nix, wenn er zum ersten auf selbstregulierung basiert, zum zweiten die größten tageszeitungen eh net drin sind und zum dritten die "rüge" die maximal mögliche bestrafung darstellt, weil die eh nix ändert.

sich hier nur auf reine geldverteilung zu beschränken is zu kurz gedacht.

daher abgelehnt.

ach ja, anderswo wird auch über eine änderung nachgedacht:

> http://www.rudifussi.at/2012/08/27/geld-gibts-nur-fur-qualitat-vorschlag-zur-neugestaltung-der-presseforderung/

gute zusammenfassung im ersten teil, aber falsche forderungen am schluss.

CU TOM


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